Ob Schreibmaschine, Fax, Stempel oder Schredder: Trotz Digitalisierung gibt es in den Rathäusern immer noch Gegenstände, die zwar inzwischen historisch, aber immer noch brauchbar sind.
Aying/Ismaning - Heutzutage geht fast alles digital – auch in Verwaltungen und Behörden. Termine und Straßensperrungen beantragen, Bauanträge einreichen: Immer mehr Vorgänge lassen sich online erledigen. Doch nicht alles funktioniert über das Internet. Und manche Gegenstände in den Rathäusern im Landkreis haben fast schon antiken Charakter. Trotzdem leisten sie noch gute Dienste. Der Münchner Merkur hat in den Amtsstuben in Aying und Ismaning nachgefragt.
Schreibmaschine noch immer in Gebrauch
In beiden Rathäusern befinden sich noch alte Schreibmaschinen – Erinnerungsstücke aus einer Zeit vor dem Computer, der heute nicht mehr wegzudenken ist. In Aying wird die Schreibmaschine der Marke „Olympia“ heute zwar nicht mehr benutzt, viele Jahre wurde damit in den Straßenverzeichnissen gearbeitet. „Sie war ein Geschenk an unseren alten Kämmerer, der 2002 in den Ruhestand versetzt wurde und dann geringfügig weiter der Gemeinde zur Seite stand. Er hat die ganzen alten Straßenbestandsverzeichnisse weiterhin mit der Maschine getippt. Im Rathaus hat der „Sound“ der alten Schreibmaschine immer auf seine Anwesenheit hingewiesen, so wusste man, dass er im Haus war“, erinnert sich Franziska Ahlborn, Leiterin des Kultur- und Heimatpflegeamts.
In Ismaning ist die Schreibmaschine der Marke Brother AX-410 gelegentlich sogar immer noch im Einsatz, etwa für Bekanntmachungen von anderen Behörden und Institutionen, die in der Gemeinde öffentlich ausgehängt werden. Außerdem wird sie für Satzungen genutzt, hier wird nach der Bekanntmachung der Bekanntmachungsvermerk angebracht. Mit der Maschine wird auch heute noch das ein oder andere Formular in Papierform ausgefüllt.
Passbildausstanzer und Faxgeräte
Hilfreich im Einwohnermeldeamt in der Gemeinde Aying ist der Passbildausstanzer, der zum Einsatz kommt, wenn Bürger mit einem Passbildbogen kommen. Mit dem Ausstanzer kann ein einzelnes Bild für das benötigte Dokument ausgeschnitten werden. Siegelpressen werden hingegen im Ordnungsamt gebraucht. Vor allem für die Fischereischeine. Damit wird der Siegelabdruck am Rande eines Fotos gemacht. Auch eine Rasterrandprägemaschine gibt es noch im Ayinger Rathaus, diese wird aber kaum noch genutzt.
Ganz im Gegenteil zum Faxgerät, das 1974 erstmals für die Öffentlichkeit auf dem Markt kam und in Aying unter anderem dem Austausch mit dem Bundesamt für Justiz dient. Laut Franziska Ahlborn ist das Gerät, das Dokumente sendet und empfängt über ein Telefonnetz, indem es sie in elektrische Signale umwandelt, dort noch häufig in Gebrauch.
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Vertrauenswürdige Unterlagen werden geschreddert
Auch Gegenstände wie Aktenvernichter oder Schredder haben noch nicht ganz ausgedient. „Wir nutzen heutzutage die Datenschutzmülltonnen, aber für kleine Sachen wird der Schredder noch verwendet“, so Ahlborn. „Er ist nach wie vor einsatzbereit. Besonders bei vertrauenswürdigen Unterlagen. Ab und zu muss der Müllsack ausgeleert werden, da ansonsten der Schredder nicht funktioniert.“
Beschlussbuchauszüge aus Sitzungsprotokollen werden gesiegelt
Im Ismaninger Gemeindearchiv sind noch ein Fiche-Lesegerät, aber auch Karteikarten im Einsatz. Außerdem werden Beschlussbuchauszüge aus Sitzungsprotokollen nach wie vor gesiegelt und gelegentlich sind auch noch Stempel im Einsatz. Im Ayinger Rathaus finden sich auch noch ein paar Stempel, etwa mit der Postleitzahl, diese sind jedoch nur noch Erinnerungsstücke an eine andere Zeit.