Für den Van-Ausbau, den Katzentransport oder als Einkaufshilfe: Das vielseitig einsetzbare Paneelsystem von Jörg Ostenrieder erobert gerade den Weltmarkt.
Schäftlarn - Einfach dazusitzen und nichts tun – das kommt für Jörg Ostenrieder nicht in Frage. Nicht einmal während der Coronapandemie. „Irgendwie entstehen immer Ideen.“ Eine dieser Ideen sollte sich als absolut zukunftsträchtig erweisen. Der Schäftlarner erfand ein leichtes, aber überaus stabiles Paneel-System, das man je nach Einsatzwunsch immer wieder neu zusammen setzen kann. Mittlerweile patentiert und designgeschützt erobert es seit vier Monaten gerade unter dem Namen „boxxtool“ den Weltmarkt.
Dem Schäftlarner spukte dieses Projekt schon länger im Kopf herum. „Mich hat es gestört, dass man für viele Dinge nur ein oder zwei Verwendungen hat – und wenn man es nicht braucht, verstaubt es im Keller. Das macht doch keinen Sinn.“ Die ersten Paneelen entstanden mithilfe eines 3D-Druckers. Dann stellte er sein Produkt den Kollegen – er ist Mitgründer des Designbüros „die:haptiker GmbH“ in Taufkirchen – vor. Denn: „Ohne ein Team und die richtigen Leute würde es nie funktionieren.“ Sich gegenseitig über die Schulter schauen, weitere Ideen und Verbesserungen zu entwickeln sei das A und O bei so einem Unterfangen.
Prototypen für Familie und Freunde zum Testen
Die ersten Prototypen bekamen die Familien und Bekannten zum Testen. „Und durch sie haben wir noch viel mehr Verwendungsmöglichkeiten entdeckt.“ Das Prinzip ist eigentlich simpel: Die einzelnen Paneelen können mittels eines Riegels miteinander verbunden werden – können aber auch wieder entfernt oder als Klappe verwendet werden. So sind auch seine Einsatzmöglichkeiten unendlich, auch da man es immer wieder in der Größe variieren kann. „Egal ob zum Transport von Waren, Kinderspielzeug, Einkaufshilfe, bei der Feuerwehr zum Sichern von Atemschutzgeräten oder dem Transport von Schläuchen, oder einfach, wenn die Katze zum Tierarzt muss.“ Man kann sozusagen den Tag über mit „boxxtool“ verbringen. Das Paneelenmaterial ist lebensmittelecht, mit europäischen Normen kompatibel, ist spülmaschinentauglich, hat die Spielzeugzulassung und ist sowohl im Innen- als auch im Außenbereich dauerhaft einsetzbar.
Ein weiterer Vorteil ist das Gewicht. Eine Platte hat das Maß von 20 Zentimeter mal 20 Zentimeter und wiegt gerade einmal 184 Gramm. „Würde ich einen Sprinter mit Bett, Schrank, Regalen und Tisch herkömmlich ausstatten, kämen locker 400 Kilogramm zusammen. Gerade bezüglich des zulässigen Gesamtgewichts zählt aber jedes Gramm.“ Ostenrieder lacht. „Oft hat man so viel dabei, dass man theoretisch im Urlaub kein einziges Gramm zunehmen darf.“ Mit den „boxxtool“-Elementen kein Problem: „Unser gleichwertiger Ausbau mit den Paneelen liegt bei gut 100 Kilogramm.“
Besonderen Wert wird auf Nachhaltigkeit gelegt. „Wir entwickeln und produzieren in Bayern, genauer gesagt bei der Firma Altendorfer Kunststofftechnik im Bayerischen Wald. Von hier aus werden auch die Warenpakete direkt verschickt, um unnötige Transportfahrten zu sparen.“ Das betrifft auch das Material: „Es liegt nicht brach, sondern erfüllt unzählig viele Zwecke – wir bezeichnen dies als ,Permausability´, die ,Immerverwendung´.“ Das Produkt ist somit extrem flexibel und langlebig. „Wir hatten extra eine Studie durchgeführt, um Permausability Recycling, Einweg- und Mehrwegpfandsystem gegenüber zu stellen.“ Untersucht wurde hier beispielsweise die Einsatzzyklen und -zwecke, Recyclingquote oder Wertbeständigkeit. Das Ergebnis: Permausability toppt alles. „In der Entwicklungsphase ist unser Produkt bereits auf Bundesebene mit der Forschungs- und Entwicklungsförderung ausgezeichnet worden.“ Ostenrieder stutzt kurz. „Wir könnten uns durchaus vorstellen, hier eine neue Produktkategorie zu initiieren und Produkte, die dieser Philosophie entsprechen, auszuzeichnen.“