Erding: Ein Klima-Boulevard durch den Fliegerhorst

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Am Modell im Wandercontainer zeigte Stadtplanerin Christiane Kolb (l.) interessierten Passanten, wie das Fliegerhorst-Areal einmal aussehen könnte. © Friedbert Holz

Ideen für die künftige Bebauung des Erdinger Fliegerhorstes, aber auch Bedenken wegen Altlasten im Boden gab es bei einer Info-Veranstaltung im Wandercontainer.

Wie sich das Fliegerhorst-Areal einmal zu einem neuen Stadtteil in Erding entwickeln kann, erfuhren Interessierte bei einer Veranstaltung im Wandercontainer an der Landshuter/Ecke Zollnerstraße.

Christiane Kolb und Marina Schurt vom Architekturbüro Hähnig & Gemmeke beantworteten Fragen aus der Bürgerschaft. Die Städteplaner aus Tübingen hatten 2021 den von der Stadt ausgeschriebenen Wettbewerb zur Neugestaltung einer Teilfläche im Fliegerhorst gewonnen und ein großes Modell mit in den Container gebracht.

Markante Punkte wie der unterirdisch geplante neue S-Bahnhof Erdings oder die Anton-Bruckner-Straße sind mit Fähnchen zur besseren Orientierung ausgeschildert, aber auch ganz neue Flächen. „Wir haben etwa vor, einen Klima-Boulevard durch den neuen Stadtteil zu bauen“, stellte Kolb eine Idee vor: „Dort soll, beiderseits der mit Bäumen bepflanzten breiten Straße, nur noch ein Verkehr mit langsamen Fahrzeugen wie Rollern und Fahrrädern erlaubt sein, um vor allem Fußgängern genügend Raum zu lassen.“

Unterstützt wurde die Planerin bei ihren Ausführungen von Architektin Teodora Terescenco und Michael Backes, beide vom Sachgebiet Stadtentwicklung im Erdinger Rathaus.

Die Fragen der Bürger drehten sich vor allem um die Beschaffenheit des Bodens im Fliegerhorst. Viele erwarten dort unliebsame Funde aus Kriegszeiten, vor allem Munition, und eine starke Verunreinigung durch Flüssigkeiten, die einst dort entsorgt wurden.

Eine Bahntrasse, die im Zuge des Ringschlusses einmal unterirdisch zum neuen Bahnhof verlaufen soll, können sich viele noch nicht vorstellen. Einige hegten eher Befürchtungen, dass eine ähnliche Kostenexplosion wie beim Projekt Stuttgart21 auch Erding vor große Finanzprobleme stellen könnte.

Andere glauben noch nicht daran, dass die Stadt Erding das gesamte Areal vom Bund kaufen kann. „Wer sagt denn, dass in diesen Krisenzeiten nicht doch wieder Flugzeuge der Luftwaffe hier stationiert werden?“, fragte eine ältere Frau. Sie machte sich auch Sorgen darüber, dass erhaltenswerte Gebäude wie die Kapelle und das Unteroffizierscasino doch der Abrissbirne zum Opfer fallen könnten.

Ein älterer Mann befürchtete, dass die Stadt Erding dort wieder einmal kein Veto-Recht bei gewissen Bauten bekomme wie bei der viel diskutierten neuen Asylunterkunft an der Dr.-Henkel-Straße.

Der Wandercontainer zieht weiter. Seine nächste Station ist Kirchdorf an der Amper (Kreis Freising). Im Oktober folgen Fraunberg oder Freising, im November der Flughafen München.

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