Dorfens Gastronomen leiden unter dem heißen Sommer und hohen Kosten – Sonja Jarosch, die am Unteren Markt ihren Neustart plant, hat währenddessen mit Termin-Verzögerungen zu kämpfen.
Dorfen – Das Sommergeschäft ist Sonja Jarosch entgangen. Jetzt hofft sie, dass sie bald das neue Pavillon-Café am Unteren Markt eröffnen kann. Wann das sein wird, da will sie sich nicht festlegen: „Das hat sich alles extrem verzögert – vielleicht schaffen wir es bis Anfang Oktober“, sagt die Wirtin, die früher das Oggi am Marienplatz betrieben hat und seit zweieinhalb Jahren auf einen Neustart hinarbeitet. An den extrem heißen Tagen im August sei auch in den umliegenden Lokalen wenig gelaufen, berichten Dorfens Gastronome.
Seit Juni steht der Kubus von Jarosch mit Holz-, Stahl- und Glaselementen direkt am Brunnen beim Altöttinger Tor, gegenüber von Kostas Tagescafé. Eines der großen Panoramafenster sei beim Aufbau des Pavillons zerbrochen, es habe lange gedauert, bis endlich der Ersatz dafür kam, erzählt Jarosch. Dadurch hätten sich freilich auch die Folgetermine verzögert. Aktuell wartet sie auf den Schreiner.
Neun auf knapp sieben Meter misst der Pavillon, davor können einige Tische stehen. Gut 200 000 Euro habe sie in die bauliche Anlage investiert, erzählt die Wirtin aus Schwindegg – deutlich mehr als ursprünglich geplant. Doch den Standort in Dorfen wollte sie nicht aufgeben.
Dass der Pachtvertrag des Oggi im Wailtl-Anwesen am Marienplatz nach elf Jahren nicht verlängert worden war, traf Jarosch, die zuvor bereits das Eiscafé Venezia am Rathausplatz betrieben hatte, sehr hart. Da keine andere passende Location frei war, stellte sie im März 2022 im Bauausschuss einen Antrag für ein Pavillon-Café. Dem stimmten die Stadträte mit einer Gegenstimme zu.
Flaute wegen Feste-Überangebot
Ralf Lohrberg und Katja Schlägel gehörten früher zu den Stammgästen des Oggi. Sie gehen gerade am Pavillon vorbei, schauen neugierig durch die Fensterfront. „Wir freuen uns auf die Eröffnung“, sagen die beiden Dorfener. Das Konzept bliebe dem des Oggi ähnlich, erklärt ihnen die staatlich geprüfte Speiseeisherstellerin, die alles selber macht. Auch in der neuen Location soll es wieder Frühstück, Torten sowie Eis und Snacks geben.
„Die vielen Lokale in Dorfen sind eine große Bereicherung – da ist für jeden Geschmack was dabei“, meint Lohrberg. Konkurrenz würde schließlich das Geschäft beleben. „Ich bin mal gespannt, wie das Dreigestirn am Altöttinger Tor läuft“, sagt SPD-Stadtrat Seppo Schmid und verweist auf die räumliche Nähe zum HQ und den beiden griechischen Restaurants von Kostas Kostaras.
Schmid ist Vorstand der Johannis-Café-Genossenschaft. In den heißen Sommermonaten kämen auch ins Kerndl-Café weniger Gäste – Grund dafür sei zum einen, dass viele Dorfener im Urlaub sind, und zum anderen, dass es im Juli und August ein Überangebot an Festen im Landkreis gebe, so Schmids Beobachtung.
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Eine Genossenschaft müsse sich allerdings längst nicht so viele Gedanken um den Umsatz machen, räumt der Wirt ein, der als Diplom-Geograph beim Landesamt für Umwelt arbeitet. „Wir haben ja alle noch einen Beruf.“ Außerdem werden im „Jo“ ja nur Snacks angeboten, die Mehrwertsteuer-Erhöhung treffe nur die Restaurants.
Ashis Mohapartra, Inhaber des Taj, versucht weiterhin die Preise in seinem indischen Restaurant zu halten – das sei aber nicht einfach, meint der Dorfener Gastronom und verweist auf die gestiegenen Kosten. Aktuell würden weniger Gäste in sein Lokal in der Haager Straße kommen. „Die Leute sind sparsamer geworden.“ Dafür habe er keine Personalprobleme, er konnte alle seine Kräfte über die Pandemie halten. „Die Mitarbeiter sind mit vielen Gästen seit Jahren freundschaftlich verbunden.“
Unter der Regie von Tobias Maier wurde die Bar Amore zum Szene-Lokal. „Anfangs kamen nur junge Leute“, der Altersschnitt hätte sich aber mittlerweile deutlich erhöht, freut sich der Wirt. Gerade an den lauen Sommerabenden laufe das Geschäft mit Cocktails und anderen kühlen Getränken sehr gut. Maier setzt zudem auf verschiedene Events, wie etwa den Winterzauber ab November oder ein Seafood-Festival mit Showküche.
Beim Volksfest habe Maier – einer der vier Volksfestwirte – allerdings ebenfalls gemerkt, dass an den Tagen mit hohen Temperaturen weniger Besucher kamen. „In diesem Jahr gab es mehr Spitzen – nach unten, aber auch nach oben“, stellte er fest. „Wenn man allerdings geballt Sachen platziert, etwa Ochsen-Grillen und Oldtimer-Event an einem Tag, brummt es auch im Festzelt.“