Nach Kritik an ZDF-Silvestershow bezieht Moderator Johannes B. Kerner Stellung

Nach vielen Jahren vor dem Brandenburger Tor in Berlin verlegt das ZDF seine große TV‑Silvestersendung „Willkommen 2026“ erstmals nach Hamburg. Grund für den Wechsel ist vor allem, dass die Stadt Berlin keine weiteren Zuschüsse zur Finanzierung der traditionellen Silvesterparty leisten wollte – nach Angaben von Verantwortlichen war eine Fortsetzung des bisherigen Formats vor dem Brandenburger Tor nicht mehr finanzierbar. 

Gleichzeitig zeigten sich die Verantwortlichen in Hamburg offen für das Großereignis. Hamburgs Erster Bürgermeister betonte, seine Stadt sei „Deutschlands Tor zur Welt“ und ein passender Ort für eine neue Inszenierung des Jahreswechsels. Die Show wird am späten Abend des 31. Dezember live im ZDF übertragen – mit Musik, Gästen vor Ort und einem Feuerwerk über der Elbe. Es gibt aber auch Gegenwind. Johannes B. Kerner, der die Show gemeinsam mit Andrea Kiewel moderiert, spricht darüber mit dem Hamburger Abendblatt.

Johannes B. Kerner lässt sich Vorfreude nicht nehmen

„Dass es kritische Stimmen gibt, ist kein Hamburg-Phänomen. Schöne Grüße aus Berlin, kann ich da nur sagen“, so der Moderator. Es gäbe eine „nachvollziehbare, aber auch eine schwer verständliche Aversion gegen Großveranstaltungen. Wenn etwas Neues und Ungewohntes hinzukommt, sorgt es für Unsicherheit und Sorgen.“

Kerner weiter: „Ich sehe die Kritik, bin aber davon überzeugt, dass es etwas Schönes an Silvester werden kann. Die Sorge vor Großveranstaltungen halte ich für nicht mehr so begründet, wie sie früher mal war.“ Man wolle nicht nur eine schöne Show, sondern auch „eine nachhaltige Sendung hinbekommen, unnötige Kosten vermeiden und die Sorgen der Menschen ernst nehmen“.

Er glaubt, dass die ZDF-Silvestershow sogar einen Impuls geben kann, etwa im Blick auf bevorstehende gesellschaftliche Entscheidungen wie das Olympia‑Referendum im Mai.

Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner feiern den Jahreswechsel in Hamburg
Andrea Kiewel und Johannes B. Kerner feiern den Jahreswechsel in Hamburg. ZDF/Marcus Höhn

Großevent stößt in Hamburg auf Kritik

Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft übte deutliche Kritik an der ZDF-Silvestershow. Mit dem Geld der HMG (und indirekt städtischem Einfluss) würden „Marketingkosten“ bezahlt, obwohl auch ohne Kooperation Hamburg als Wahrzeichen im TV gezeigt worden wäre — die Zahlung erscheine deshalb als „Geld zum Fenster hinauswerfen“.

Auch aus Polizeikreisen bzw. von der Polizeigewerkschaft gibt es Bedenken an der ZDF-Show. Der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei warnte vor einem möglichen „Massenproblem“ — insbesondere wegen der erwarteten hohen Zahl an Gäste und spontanen Feiernden in der HafenCity.