Nach Sauerei durch Schüler: Eltern wollen Bus behalten – und Antworten

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Wünscht sich mehr Kommunikation: Max Schiller, Sprecher des Elternbündnisses, aus Grafrath an der Haltestelle Bahnhofstraße. © Andreas Daschner

Müll, Beleidigungen und Ekel-Funde: Der Schulbus-Terror in der Linie nach Dießen und Schondorf schlägt weiter hohe Wellen. Nun melden sich die Eltern zu Wort. Sie kämpfen darum, dass der Schulbus erhalten bleibt, und wünschen sich deshalb eine bessere Kommunikation zwischen allen Beteiligten.

Grafrath – Die Geschichte hat für Wirbel gesorgt. Wie berichtet, überlegt das Busunternehmen Neumeyr, eine Linie künftig nicht mehr zu bedienen. Der Grund: Einige Kinder sorgen für nicht mehr tragbare Zustände in den Bussen. Sie hinterlassen Müll, zerstören die Buseinrichtung und beleidigen die Fahrer zum Teil aufs Übelste. Der Vertrag mit der Firma Neumeyr läuft aus, wie die Ausschreibung läuft, dazu schweigt das Landratsamt noch.

Sie bekommen keine Antwort

Letzteres ist, was Max Schiller vor allem umtreibt. Der Grafrather hat eine Tochter, die mit dem Bus zur Schule nach Dießen fährt. Wie lange das noch so ist, weiß er nicht. „Wir müssen wissen, wie es weitergeht“, sagt Schiller, der als Sprecher für ein loses Bündnis betroffener Eltern auftritt. Doch es gibt ein Problem: „Wir haben versucht, mit allen Beteiligten Kontakt aufzunehmen, aber von einigen bekommen wir einfach keine Antwort.“

Dünzelbach 2025 Neumeyer Bus
Einer der Busse des Dünzelbacher Unternehmens. © tb

Dass es Probleme in den Bussen gibt, wissen die Eltern seit fast einem Jahr aus Erzählungen ihrer Kinder. Dass es derart eskaliert, sei ihnen aber erst vor rund sechs Wochen mitgeteilt worden.

Seitdem kämpfen die Eltern aus den Gemeinden Moorenweis, Landsberied, Grafrath, Türkenfeld, Jesenwang und Kottgeisering darum, dass die Buslinie erhalten bleibt.

„Wir wollen die Probleme lösen, damit der Luxus des Busses bleibt“, sagt Schiller. Luxus deshalb, weil seine Tochter satte ein㈠einhalb Stunden länger unterwegs wäre, wenn sie andere öffentliche Verkehrsmittel nutzen müsste. Dass die Handvoll Übeltäter, die die gesamte Linie gefährden, nicht beim Namen genannt werden, hat indessen einen Grund: Die Eltern befürchten Repressalien gegen ihre Kinder.

In den Bussen des Unternehmers hinterlassen die Jugendlichen jede Menge Müll. Auch eine Scheibe wurde eingeschlagen.
In den Bussen des Unternehmers hinterlassen die Jugendlichen jede Menge Müll. Auch eine Scheibe wurde eingeschlagen. © mm/Privat

So habe sich in eine WhatsApp-Gruppe der Eltern schon einmal eine Schülerin eingeschlichen, die andere Kinder informierte, wessen Eltern sich in der Gruppe stark engagierten. Die Folge: „Deren Kinder wurden danach gezielt darauf angesprochen, warum ihre Eltern so Stress machen.“

Stärkere Kontrolle gewünscht

Wie eines der Elternteile laut Schiller erfahren hat, wurden wohl einzelnen Schülern sogar schon die Fahrkarten vom Landratsamt entzogen – ohne Wirkung. „Sie fahren dann sehr wahrscheinlich einfach ohne Fahrkarte mit dem Bus.“ Die Eltern wünschen sich, dass hier stärker kontrolliert wird, die Kreisbehörde eventuell auch mal einen Sicherheitsdienst einsetzt.

Noch ein weiteres Problem

Um das zu besprechen, fordern die Eltern einen runden Tisch mit Landratsamt und Busunternehmen, um Planungssicherheit für die Zukunft zu bekommen. Denn es droht noch ein weiteres Problem: Laut Gemeinde Weilheim wird von 11. August bis 13. Dezember die Strecke der Ammerseebahn zwischen Geltendorf und Weilheim saniert, weshalb es dort Schienenersatzverkehr (SEV) geben soll – mit Bussen. „Wenn das so kommt und der Schulbus wegfällt, müssen dort mehr SEV-Busse eingesetzt werden, damit alle Schüler unterkommen“, sagt Schiller.

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