Nach dem Air-India-Crash mit 260 Toten verdächtigen Ermittler eine bewusste Piloten-Aktion als Ursache. Die Cockpit-Aufnahmen enthüllen verstörende Details.
München – Ein Routineflug nach London endete in einer der schlimmsten Luftfahrtkatastrophen Indiens. Air India Flug 171 stürzte am 12. Juni 2025 nur 32 Sekunden nach dem Start in Ahmedabad ab und kostete 260 Menschen das Leben. Die Untersuchung nimmt jetzt eine erschreckende Wendung.
Die indische Luftfahrt-Untersuchungsbehörde AAIB rückt immer mehr von einem technischen Defekt ab und konzentriert sich auf eine absichtliche Piloten-Handlung als mögliche Unfallursache wie Bloomberg berichtet. Mechanische Probleme konnten die Ermittler ausschließen, Anzeichen für Sabotage entdeckten sie nicht. Ein US-Anwalt hatte ursprünglich behauptet, dass sich Hinweise auf einen technischen Defekt verdichtet hätten.
Beunruhigende Stimmen aus dem Cockpit kurz vor dem Flugzeugabsturz
Am Steuer der Boeing 787-8 Dreamliner saß Kapitän Sumeet Sabharwal (56), ein Pilot mit über 15.600 Flugstunden. Sein Kollege, Erster Offizier Clive Kunder, hatte 3.403 Flugstunden absolviert. Beide waren erfahrene Luftfahrer.
Der Zwischenbericht der AAIB bringt beklemmende Fakten ans Licht, wie The Hindu schreibt: Drei Sekunden nach dem Abheben sprangen beide Triebwerks-Kraftstoffschalter von „RUN“ auf „CUTOFF“ .„In der Cockpit-Sprachaufzeichnung hört man einen der Piloten den anderen fragen, warum er abgeschaltet hat. Der andere Pilot antwortete, dass er das nicht getan habe“, heißt es im Untersuchungsbericht. Diese Aufnahme stellt bedrückende Fragen zu den letzten Momenten des Fluges.
Vater des Kapitäns der Unglücks-Maschine bezeichnet ihn als außergewöhnlich qualifizierten Piloten
Die Ermittlungen werden von unterschiedlichen Standpunkten überschattet. Laut dem Telegraph bevorzugen amerikanische Stellen die Theorie der bewussten Piloten-Handlung, während indische Positionen eher Boeing in die Verantwortung nehmen möchten. Der 91-jährige Pushkaraj Sabharwal, Vater des Kapitäns, verteidigt seinen Sohn vehement. Er schildert ihn als außergewöhnlich qualifizierten Piloten und fordert eine neutrale Untersuchung.
Die Federation of Indian Pilots zeigt sich aufgebracht über die Ermittlungsrichtung. Die Vorladung von Kapitän Varun Anand, dem Neffen des verstorbenen Kapitäns, durch die AAIB nannte die Gewerkschaft „komplett unbegründet“. Ein AAIB-Sprecher betonte allerdings, dass nichts von den Untersuchungen ausgenommen werde. Die Behörde analysiere alle Faktoren nach dem SHELL-Prinzip: Software, Hardware, Environment und menschliche Komponenten.
Verheerende Bilanz der Absturz-Tragödie
Unweit des Flughafens Ahmedabad raste die Maschine in ein Studentenwohnheim des BJ Medical College. 241 Insassen und 19 Personen am Boden kamen ums Leben. Nur ein Passagier überstand den Crash schwer verletzt.
Es war der erste Todesfall eines Boeing 787 Dreamliners und Air Indias erster Absturz seit der Tata-Gruppe-Übernahme 2022. Die Fluggesellschaft entschädigte die Angehörigen mit 1,25 Crore Rupien (etwa 140.000 Euro). Die abschließenden Untersuchungsergebnisse bleiben abzuwarten. Bestätigt sich die Piloten-Theorie, wäre es einer der schockierendsten Fälle von Piloten-Suizid in der Luftfahrt. (Quellen: Bloomberg, The Hindu, Telegraph) (tt)
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