Hallenbäder Markt Schwaben und Kirchseeon: Weichenstellung im Existenzkampf

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Poolparty der Wasserwacht im Hallenbad Markt Schwaben. Das Bad ist sanierungsbedürftig, während Kirchseeon schon geschlossen ist. Beide Gemeinden suchen Lösungen. © J.dziemballa

Die Hallenbäder in Kirchseeon und Markt Schwaben kämpfen ums Überleben. Beide Gemeinden hoffen nun auf Bundeshilfe für die teuren Sanierungen. Kirchseeon bekommt Hilfe von nebenan.

Es war eine wichtige Woche für die existenzbedrohten Hallenbäder in Kirchseeon und Markt Schwaben: Während sich an der B 304 abzeichnet, dass das Becken wohl noch jahrelang trocken bleibt, unternimmt die Gemeinde nördlich der A 94 einen wichtigen Anlauf, dass es nicht zu einer solchen längerfristigen Schließung mit unklarem Ausgang kommt. Doch auch für Kirchseeon wurden immerhin Weichen Richtung Wiedereröffnung gestellt.

Kirchseeon: Gemeinde Zorneding packt mit an | Vertrag unterzeichnet

Der Rettungsausschuss für das Hallenbad tagte in Zorneding, wo man sich darauf verständigte, dass die Nachbargemeinde sich künftig mit 30 Prozent an den Kirchseeoner Kosten beteiligt, was Planung, eine mögliche Sanierung und den etwaigen Betrieb angeht. Bürgermeister Piet Mayr (CSU) erneuerte gegenüber der EZ dazu seine Skepsis: Er glaube, dass die Sanierungskosten statt prognostizierter zwölf eher 15 bis 18 Millionen Euro betragen werden – von laufenden und Reparaturkosten ganz zu schweigen. Dass die beiden Gemeinden am Mittwoch dennoch einen Kooperationsvertrag unterschrieben haben und eine Machbarkeitsstudie beauftragen, sei eine Frage der Gemeinderatsmehrheit, die Mayr in Zorneding überstimmt hatte: „Ich habe diesen Auftrag und den setze ich professionell um“, sagt der Bürgermeister.

Sein Amts- und Parteikollege Jan Paeplow aus Kirchseeon nehme ihm die Skepsis nicht übel: „Es geht schließlich um viel Geld.“ Umso mehr freue er sich, einen Schritt weiter zu sein. Und schließlich plane man kein Wellnessbad mit Sauna und Co., sondern eine Einrichtung, um zu schwimmen und es zu lernen, für Schulen und Vereine. Eine Jahreszahl für eine mögliche Wiedereröffnung lässt sich Paeplow nicht abluchsen („Viel zu früh zu sagen, wir sind ganz am Anfang“), was den Umkehrschluss zulässt, dass noch Jahre ins Land ziehen dürften, bis Kirchseeon wieder ein kommunales Hallenbad hat – trotz Zornedinger Unterstützung. „Wir kämpfen“, verspricht der Bürgermeister.

Dazu gehöre, möglichst alle Fördertöpfe abzugreifen. Das wissen auch die Markt Schwabener. Der dortige Marktgemeinderat beschloss in seiner Sitzung am Montag die Teilnahme am Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS) für den Sportpark und das Hallenbad. Auch Kirchseeon reiche Unterlagen ein, so Paeplow. Die Frist endete am gestrigen Donnerstag.

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Es handelt sich dabei um eine Interessenbekundung – ob Geld fließt, entscheidet der Bundestag. Markt Schwabens CSU-Bürgermeisterin Walentina Dahms zur EZ: „Ich drücke angesichts unserer angespannten finanziellen Lage die Daumen, dass wir da zum Zug kommen, und bemühe mich sehr.“ Aus eigener Kraft könne die Gemeinde weder Neubau noch Sanierung des alternden Hallenbads stemmen. Wohin die Reise geht, dazu äußert sich Dahms nicht. Das Rathaus soll Kostenschätzungen einholen, bei denen es auch um energetische Faktoren und Möglichkeiten zur Weiternutzung des bisherigen Gebäudes geht.

Eine Dauerschließung wie in Kirchseeon will das Schwabener Rathaus vermeiden. Bürgermeisterin Dahms bekennt sich zum Schwimmbad. Es sei insbesondere für den Schulunterricht und die Vereine vor Ort wichtig. Einstimmig beauftragte der Rat die Verwaltung, zudem für die Sanierung des Kunstrasenspielfelds, des Allwetterplatzes, der Laufbahn und des Kletterturms im Sportpark Interessenbekundungen per Bundesförderportal einzureichen.