Podiumsdiskussion: Freisings Landratskandidaten stehen geschlossen hinter dem Klinikum

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Standen Rede und Antwort: die Landratskandidaten (v.l.) Daniel Rüdel, Tobias Weiskopf, Jan Klose, Susanne Hoyer, Stephan Griebel, Richard Paukner und Samuel Fosso. © Hermann

Einen interessanten Vergleich der Landratskandidaten bot die Podiumsdiskussion, zu der der Arbeitskreis 55+ Langenbach eingeladen hatte. Ein Fokus lag auf dem Klinikum Freising und dessen Zukunft.

Langenbach – „Wenn Langenbach ruft, sind wir da“, sagte Samuel Fosso (FSM), nachdem er am Donnerstagnachmittag auf der Bühne des Bürgersaals Platz genommen hatte. Neben ihm saßen mit Susanne Hoyer (CSU), Stephan Griebel (Grüne), Jan Klose (SPD), Tobias Weiskopf (FDP), Daniel Rüdel (Volt/Ödp) und Richard Paukner (AfD) sechs weitere der insgesamt neun Landratskandidaten, die sich auf Einladung des Arbeitskreises 55+ Langenbach den interessierten Bürgerinnen und Bürgern vorstellen und Fragen beantworten wollten. Nicht am Start waren der amtierende Landrat Helmut Petz (FW), da er „zeitgleich eine öffentliche Sitzung des Kreisausschusses mit wichtigen Tagesordnungspunkten“ zu leiten hatte, wie er dem FT mitteilte, und Günther Pletschacher (Freising für alle).

Einigkeit bei der Zukunft des Klinikums

Die erste Frage seitens der Zuhörer stellte der ehemalige Bundestagsabgeordnete Erich Irlstorfer. Er wollte in Bezug auf das Freisinger Krankenhaus, das in kommunaler Trägerschaft ist und jährlich hohe Defizite einfährt, wissen: „Wie gehen wir mit dem Klinikum um?“ Hier mussten die Kandidaten nicht lange überlegen und waren sich einig: „Egal, wer Landrat wird: Das Krankenhaus bleibt in öffentlicher Hand und wird dem Landkreis lieb und teuer sein“, fasste es Tobias Weiskopf zusammen. Sicher: Mit Blick auf zuletzt rund acht Millionen Euro Defizit müsse man sich Gedanken machen, wie man die „Effizienz steigern“ könnte, erklärte Susanne Hoyer, aber man müsse das Klinikum unbedingt als „kommunales Haus“ halten. Das sah auch Samuel Fosso so: „Ich stehe zum Klinikum.“ Und Richard Paukner betonte: „Gesundheitsvorsorge vor Ort ist unverzichtbar.“

Sieben von neun Landratskandidaten stellten sich den Fragen der Bürger: (v.l.) Samuel Fosso, Stephan Griebel, Susanne Hoyer, Jan Klose, Richard Paukner, Daniel Rüdel und Tobias Weiskopf.
Sieben von neun Landratskandidaten stellten sich den Fragen der Bürger: (v.l.) Samuel Fosso, Stephan Griebel, Susanne Hoyer, Jan Klose, Richard Paukner, Daniel Rüdel und Tobias Weiskopf. © Hermann

Mit Blick auf die angespannte medizinische Versorgung im Landkreis, überlastete Notaufnahmen und ausgelastete Rettungsfahrzeuge warb Stephan Griebel für ein Rettungseinsatzfahrzeug, kurz REF, wie es in Dachau zum Einsatz komme. Das REF, das mit einem Notfallsanitäter besetzt ist, soll als professioneller Vorausfahrer zu nicht lebensbedrohlichen Einsätzen fahren, die Lage checken und rückmelden, ob ein Rettungswagen nötig ist. Dadurch sollen unnötige Fahrten vermieden und der Rettungsdienst entlastet werden.

Viele Ideen für Parkplatz-Probleme

Franz Donauer, Kreisvorsitzender der Senioren-Union Freising, sprach die unzufriedenstellende Parkplatz-Situation in der Freisinger Innenstadt an, die es vielen (älteren) Landkreis-Bürgern erschweren würde, zu (Fach-)Ärzten zu kommen. Obwohl sich um dieses Thema eigentlich der Stadtrat Freising Gedanken machen müsste, sahen die Landratskandidaten auch hier Aufgaben auf sich zukommen. Für eine „kostenlose Ringbus-Linie, die die großen Parkplätze anfährt“, warb Tobias Weiskopf, für ein „ÖPNV-Netz, bei dem man nicht gezwungen ist, mit dem Auto in die Innenstadt zu fahren“, sprach sich Jan Klose aus. Susanne Hoyer könnte sich vorstellen, einen „Arzt-Shuttle-Service“ einzurichten – zu den Randzeiten von BRK und Johannitern. Dabei könnte man vorhandene Strukturen samt Fachpersonal nutzen und Patienten zu den (Fach-)Ärzten fahren. Richard Paukner könnte sich eine Art „Freibrief vom Arzt“ für vier Stunden kostenloses Parken vorstellen.

Interessiert verfolgten die Zuhörer die Ausführungen der Landrats-Kandidaten.
Interessiert verfolgten die Zuhörer die Ausführungen der Landratskandidaten. © Hermann

Kreisumlage: Auch die Bürger sind gefragt

Die hohe Kreisumlage war Martin Huber aus Langenbach ein Dorn im Auge, weshalb er nachfragte, wie man diese senken könnte. Das Problem an der Geschichte schilderte Daniel Rüdel so: „Es wird dem Landkreis zu einfach gemacht, die Kreisumlage zu erhöhen. Wir müssen uns viel mehr rechtfertigen müssen.“ Sein Appell: „Setzen Sie uns die Pistole auf die Brust“ und „machen Sie es uns schwer, die Kreisumlage zu erhöhen!“ Susanne Hoyer betonte, dass man die Kreisumlage nicht nur negativ sehen dürfe, schließlich „kommt von dem Geld wieder was zurück“ – etwa beim Straßenbau, beim Bau weiterführender Schulen und in sozialen Einrichtungen.

Das machen die Kandidaten am 1. Mai

Interessant war nach gut zwei Stunden Diskussion die abschließende Frage von Eva-Maria Bucksch: „Was machen Sie am 1. Mai, wenn Sie Landrat sind?“ Pilot Daniel Rüdel sagte: „Ich werde wohl meinen letzten Tag arbeiten“, Tobias Weiskopf dachte sofort an ein „Online-Meeting mit den Mitarbeitern“ – aber erst am 2. Mai. Richard Paukner werde, wie er sagte, sich die Frage stellen: „Auf was habe ich mich da eingelassen?“, und Jan Klose wird „zu einer Veranstaltung des Gewerkschaftsbunds gehen“. Susanne Hoyer würde ihre Amtskette an den neuen Langenbacher Bürgermeister übergeben und anschließend, wie auch Stephan Griebel, bei einem Maifest feiern. Samuel Fosso erklärte, dass er „letzte Formalitäten mit meinem Amtsvorgänger“ regeln würde.