Keine „Zuversicht“: JD Vance sieht geringe Chance auf Frieden in der Ukraine

Die Friedensgespräche zwischen Russland und der Ukraine bleiben schwierig. US-Vizepräsident JD Vance äußerte sich in einem Interview mit der britischen Plattform „UnHerd“ skeptisch über eine baldige Einigung. „Ich denke, wir haben Fortschritte gemacht, aber ich würde nicht mit Zuversicht sagen, dass wir zu einer friedlichen Lösung kommen werden“, sagte Vance. Er betonte, dass die Verhandlungen weitergeführt würden, doch die Chancen auf einen Durchbruch seien ungewiss. „Wir werden versuchen, das zu lösen“, sagte er.

Die Gespräche finden unter der Leitung von US-Präsident Donald Trump statt, der die Verhandlungen beschleunigen möchte. Zuletzt trafen sich amerikanische Vertreter mit ukrainischen Delegierten, nachdem zuvor Gespräche mit russischen Unterhändlern stattgefunden hatten. Die Verhandlungen basieren auf einem überarbeiteten 20-Punkte-Plan zur Beendigung des Krieges, der auch Sicherheitsgarantien für die Ukraine und Pläne für den Wiederaufbau des Landes umfasst.

Territoriale Streitfragen blockieren Fortschritt

Ein großer Streitpunkt bleibt die Kontrolle über den Donbass im Osten der Ukraine. Russland fordert die vollständige Kontrolle über die Region, doch die Ukraine sieht dies als Bedrohung für ihre Sicherheit an. Laut Vance räumen ukrainische Vertreter zwar ein, dass sie das Gebiet langfristig verlieren könnten, doch wann dies geschehen könnte, sei unklar. Vance erklärte: „Die Ukrainer sehen russische Kontrolle über den Donbass als ein großes Sicherheitsproblem, auch wenn sie privat anerkennen, dass sie das Gebiet wahrscheinlich verlieren werden.“

Präsident Selenskyj hat laut „Politico“ vorgeschlagen, die verbleibenden 15 Prozent des Donbass unter ukrainischer Kontrolle in eine „freie Wirtschaftszone“ umzuwandeln, die von keiner Seite beherrscht wird. Russland lehnt diesen Vorschlag jedoch ab und fordert weiterhin die vollständige Übernahme des Gebiets.

Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj bei US-Präsident Donald Trump in Washington
Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj bei US-Präsident Donald Trump in Washington Getty

Weitere Hindernisse für eine Einigung

Neben dem Streit um den Donbass gibt es weitere Konfliktpunkte. Dazu gehören die Kontrolle über das Atomkraftwerk Saporischschja, die Rechte ethnischer Russen in der Ukraine sowie die Zukunft ethnischer Ukrainer in russisch kontrollierten Gebieten. Russland verlangt zudem, dass die Ukraine niemals der Nato beitritt und Präsident Selenskyj bei Neuwahlen ersetzt wird.

Der ukrainische Präsident hingegen fordert Sicherheitsgarantien aus dem Westen, um zukünftige Angriffe durch Russland zu verhindern. Die USA haben der Ukraine Schutzversprechen angeboten, die denen des Nato-Artikel fünf ähneln. Russland lehnt jedoch jegliche Präsenz westlicher Truppen in der Ukraine ab.