Grüne Eiche Neufinsing: Ein Jahrhundert im Zeichen der Zielscheibe

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Das 100-jährige Bestehen ist durchaus ein Grund, die Vereinsfahne wieder auf Vordermann zu bringen. Der Vorstand um (v.l.) Kassier Karl-Heinz Zwinger, Fahnenträger Robert Schönhofen, 2. Kassierin Verena Isemann, 2. Schützenmeister Johann Isemann, Schützenmeister Bernd Schiwietz, Sportleiter Andreas Huber und Schriftführer Max Gaal hat die Fahne deshalb vollständig restaurieren lassen. © SG

„Eine gute, gemütliche Mannschaft“: Die Schützengesellschaft Grüne Eiche Neufinsing feiert ein rundes Jubiläum.

Das Schießen mit dem Großkaliber ist im Schützengau Erding nur bei wenigen Vereinen möglich. Einer davon ist die Schützengesellschaft Grüne Eiche Neufinsing, die am Wochenende ihr 100-jähriges Bestehen feiert.

1925 wurde die Schützengesellschaft im damaligen Gasthaus Paul Wittmann, das dadurch zum Schießlokal wurde, gegründet. Karl Michael übernahm das Amt des Schützenmeisters. Geschossen wurde mit dem ersten Zimmerstutzen, den sich der Verein kaufte. Drei Jahre später traten die Neufinsinger Schützen dem damaligen Semptgau Erding bei. Von Spenden der Vereinsmitglieder wurde 1929 die erste Königskette gekauft.

Jahr für Jahr wuchs der Verein, gewann an Mitgliedern und beteiligte sich an Wettkämpfen sowie Meisterschaften. Der Ehrgeiz wuchs, bis durch den Beginn des Zweiten Weltkriegs das Vereinsleben zum Stillstand kam, denn ein Großteil der aktiven Schützen war einberufen worden.

Noch schlimmer traf es die Schützengesellschaft 1945, als während der Besatzung durch amerikanische Soldaten alle Schusswaffen abgegeben werden mussten und die Vereinstätigkeit für Schützenvereine verboten wurde. Im April 1945 brannte nach einem Fliegerangriff zudem das Vereinslokal mit allen Unterlagen des Vereins nieder. Lediglich die Fahne, die Königskette und den alten Zimmerstutzen konnten „mutige Schützenkameraden“, wie sie in der Vereinschronik genannt werden, in einem Versteck vor der Vernichtung schützen.

Erst fünf Jahre später entschied man sich mit 18 Mitgliedern für den Wiederbeginn des Vereinslebens. Notdürftig hergerichtet diente ab sofort das Gasthaus zum Kraftwerk als Vereinsstätte. Seither entwickelte sich das Vereinsleben weiter, der Ehrgeiz der aktiven Schützen wuchs wieder, und nach und nach passte man sich auch an die technischen Standards am Schießstand an.

7000 Stunden Eigenleistung

1971 nahmen erstmals auch Pistolenschützen an der Gaumeisterschaft teil. Inzwischen ist auch eine Böllergruppe Teil des Vereins.

1977 entschied man sich dazu, ein eigenes Schützenheim zu bauen. Dieses wurde in insgesamt 8000 Arbeitsstunden unter der Leitung von Schützenmeister Josef Mayer erbaut. 7000 Stunden Eigenleistung brachten dabei die Vereinsmitglieder selbst ein.

Am Sonntag, 27. Juli, wollen die inzwischen 70 Mitglieder der Schützengesellschaft ihr 100-jähriges Bestehen feiern. Bei einem Festgottesdienst um 10 Uhr in der Kirche Finsing soll ein neues Fahnenband gesegnet werden, das Altbürgermeister Heinrich Krzizok gestiftet hat. Anschließend wird am Schützenheim am Buchenweg in Neufinsing gemeinsam gegrillt. Nach dem Mittagessen folgen die Ansprachen der Gäste.

Für die Zukunft hat sich der Vorstand um Vorsitzenden Bernd Schiwietz vorgenommen, die Jugend im Verein wieder verstärkt aufzubauen. „Wir waren früher in Wettkämpfen sehr aktiv. Wir würden in Zukunft deshalb die Jugend gerne wieder stärken“, erklärt der Vorsitzende.

Inzwischen verfügt der Verein über elektronische Schießstände. Dabei ist er zudem einer von zwei Vereinen im Gau Erding, bei dem mit dem Großkaliber geschossen werden kann. Wer Interesse am Schießsport hat, kann sich Schiwietz zufolge jederzeit melden oder einfach donnerstags beim Schützenabend vorbeischauen. „Wir sind ein sehr gesellschaftlicher Verein. Donnerstags wird geübt, aber es geht nicht nur um den Sport. Wir treffen uns einfach gerne auf eine gesellschaftliche Runde. Wir sind sozusagen ein bisschen wie ein Familienbetrieb. Eine gute, gemütliche Mannschaft“, so der Schützenmeister.

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