Finanztip zeigt‘s: Was kann der neue Stromtarif von Ikea?

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Ikea mischt den Strommarkt auf? Wir prüfen den neuen Svea-Stromtarif, erklären Kosten, Einsparpotenzial und zeigen, für wen sich das Angebot lohnt. © IMAGO/Snowfield Photography

Ikea wird zum Stromanbieter und bläst zum Angriff auf die Energiekonzerne? Was an solchen Schlagzeilen dran ist – und wie gut der neue Tarif wirklich ist.

Berlin – „Ikea wird Stromanbieter“, „Angriff auf Energiekonzerne“ und „Ikea plant Strom-Revolution“. Geht es nach manchen Schlagzeilen der vergangenen Woche, könnten Sie meinen, der bekannte Möbel-Riese aus Schweden rollt gerade den deutschen Strommarkt auf. Was steckt dahinter? Ist das alles nur gutes Marketing? Und wie gut ist das Angebot wirklich?

Ikea wird Stromanbieter, wirklich?

Nein, Ikea selbst nicht. Die Schweden nutzen nur ihre Bekanntheit, um den dynamischen Stromtarif „Svea Strom“ ihrer Partnerfirma „Svea Solar“ prominent zu vermarkten. Heißt: Ikea vertreibt nur den Tarif.

Ihr eigentlicher Vertragspartner und Stromlieferant wäre aber nicht einmal Svea, sondern die Nomos GmbH aus Berlin. Die stellt als sogenannte White-Label-Anbieterin dynamische Stromtarife für mehrere Unternehmen wie zum Beispiel Ikea/Svea bereit.

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Dieser Artikel liegt IPPEN.MEDIA im Zuge einer Kooperation mit Finanztip, Deutschlands führendem Geldratgeber, vor – das Original zu diesem Beitrag „Strom-Revolution von Ikea? Was der neue Tarif wirklich kann stammt aus dem wöchentlichen Finanztip Newsletter vom 30. Januar 2026.

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Wie revolutionär ist das?

Ein dynamischer Stromtarif ist nichts Neues – also keine große Ikea-Revolution. Solche Tarife, bei denen sich Ihr Strompreis alle 15 Minuten auf Basis des aktuellen Börsenstrompreises ändert, gibt es schon einige Jahre. Seit 2025 muss sie jeder Stromanbieter sogar verpflichtend anbieten.

Lohnt sich der Svea-Ikea-Tarif?

Laut Svea-Homepage können Sie mit dem dynamischen Tarif bis zu 400 Euro gegenüber einem klassischen Festpreis-Tarif sparen. Und zwar schon dann, wenn Sie keine steuerbaren Großverbraucher wie zum Beispiel ein E-Auto oder eine Wärmepumpe haben – nur einen hohen Stromverbrauch von 5.000 Kilowattstunden pro Jahr.

Svea berechnet diese Einsparung aber mit dem teuren Grundversorgungstarif „FairRegio Strom basis“ an seinem eigenen Sitz in Köln. Suchen Sie in unserem Finanztip-Stromvergleich (enthält Werbelinks) am gleichen Standort nach einem günstigeren Anbieter mit Festpreis, sparen Sie sogar rund 446 Euro gegenüber der Grundversorgung:

Zu sehen ist ein Auszug aus dem Stromtarif-Vergleich von Finanztip.
Suchen Sie in unserem Finanztip-Stromvergleich (enthält Werbelinks) am gleichen Standort nach einem günstigeren Anbieter mit Festpreis, sparen Sie sogar rund 446 Euro gegenüber der Grundversorgung © Finanztip

Heißt: Sie brauchen keinen dynamischen Tarif, um sogar noch etwas mehr zu sparen.

Wann lohnt sich ein dynamischer Tarif?

Aus unserer Sicht längst nicht für jeden Haushalt. Wir empfehlen das nur, wenn Sie einen hohen Stromverbrauch haben, also Sie zum Beispiel mit einer Wärmepumpe heizen oder zuhause Ihr E-Auto laden. Außerdem sollten Sie unbedingt flexibel sein, wann Sie solche Großverbraucher nutzen beziehungsweise laden – damit Sie das genau dann tun können, wenn Strom gerade günstig ist.

Haben Sie nur einen geringen, unflexiblen Verbrauch, sind solche Tarife eher ein Kostenrisiko. Denn dann verbrauchen Sie vermutlich einen Großteil Ihres Stroms zu teuren Zeiten. Und so ein Tarif verursacht auch Kosten, die Sie bei einem klassischen Tarif nicht zahlen: Sie brauchen einen intelligenten Stromzähler (Smart Meter).

Der Einbau ist nur in bestimmten Fällen kostenlos, sonst zahlen Sie dafür mindestens 100 Euro. Außerdem müssen Sie auch laufend mit höheren Gebühren dafür rechnen. Nur für einen dynamischen Tarif allein, also ohne echte Großverbraucher, lohnen sich diese Kosten kaum. Denn zum Beispiel das gezielte Steuern der Wasch- oder Spülmaschine bringt nur wenig.

Was kostet der Ikea-Tarif?

Die Anbietergebühren sind bei dynamischen Tarifen der einzige Faktor, bei dem sich die Anbieter unterscheiden – alle anderen Kostenfaktoren geben die Anbieter einfach an Sie weiter. Ikea beziehungsweise eher Nomos verlangt hier eine Grundgebühr von 5,95 Euro pro Monat – sofern Sie Ikea-Mitglied sind, was immerhin kostenlos ist. Sonst zahlen Sie 6,99 Euro. Hinzu kommt eine Beschaffungsgebühr von 2 Cent pro Kilowattstunde Verbrauch.

Schließen Sie den Tarif bis zum 01.02.26 ab, entfällt die Grundgebühr für sechs Monate. Auch das ist übrigens im Preisbeispiel auf der Webseite (siehe oben) einberechnet. Außerdem bekommen Sie nach sechs Monaten einen Ikea-Gutschein über 25 Euro.

Wie gut ist das im Vergleich mit anderen dynamischen Tarifen?

In unserem Vergleich für dynamische Stromtarife landet der Ikea-Tarif selbst mit der für Mitglieder rabattierten Grundgebühr nur im Mittelfeld (Preisscore: 5,0 von 10 Punkten) – wird also keine Finanztip-Empfehlung. Deutlich günstiger sind diese Anbieter:

  • Ökostrom Dynamic von Lichtblick (Preisscore: 9,7)
  • Volkswagen Naturstrom Flex von Volkswagen Group
  • Charging (9,6)
  • SimplyDynamic von Ostrom (8,9)
  • naturstrom smart von Naturstrom (8,4)
  • dynamicOctopus von Octopus Energy (8,3)

Dort zahlen Sie jeweils einen Grundpreis zwischen 3,90 Euro und 6 Euro im Monat plus eine Arbeitspreisgebühr zwischen 0,87 Cent pro Kilowattstunde und 1,79 Cent pro Kilowattstunde.

Fazit: Klingt gut, preislich aber eher Mittelfeld

Das Angebot klingt erstmal modern und flexibel. Aber nur weil Ikea draufsteht, ist es nicht automatisch billiger, besser oder neuer als andere. Und: Nur wenn Sie beim Verbrauchen wirklich flexibel sind und einen hohen Strombedarf haben, sind dynamische Tarife grundsätzlich überhaupt etwas für Sie.

Überstürzen Sie also nichts, zum Beispiel um unbedingt noch die sechs Gratis-Monate oder den Gutschein mitzunehmen. Sondern lesen Sie sich lieber erstmal mit unserem Ratgeber zu dynamischen Stromtarifen in Ruhe ins Thema ein. Passt so ein Tarif zu Ihnen, nutzen Sie dann unseren Vergleich, um sich für den bestmöglichen Anbieter zu entscheiden.

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