Bill Gates entschuldigt sich für Beziehungen zu Jeffrey Epstein – Microsoft Aktie stürzt weiter ab

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Bill Gates äußert sich zu Kontakten mit Jeffrey Epstein. Die Microsoft-Aktie verliert seit Wochen massiv. Anleger reagieren skeptisch auf hohe KI-Investitionen.

Redmond – „Es war dumm von mir, Zeit mit ihm zu verbringen“, sagte Bill Gates in einem am 5. Februar 2026 ausgestrahlten Interview mit dem Sender 9News. Die Veröffentlichung neuer Dokumente zum Fall des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein bringt erneut prominente Namen in die Schlagzeilen. Besonders im Fokus steht Microsoft-Gründer Bill Gates, der sich nun öffentlich zu seinen Treffen mit Epstein geäußert hat. Der Microsoft-Mitgründer bezeichnete seine mehrfachen Abendessen mit Jeffrey Epstein als Fehler und betonte: „Ich bereue jede Minute, die ich mit ihm verbracht habe, und entschuldige mich dafür.“ Zeitgleich kämpft die Microsoft-Aktie mit erheblichen Kursverlusten – ein Zusammentreffen, das Anleger verunsichert.

Microsoft-Gründer Gates weist alle Anschuldigungen zurück und bereut Treffen mit Epstein

Gates erklärte, er sei einer von vielen, die es bereuen, Epstein jemals kennengelernt zu haben. Nach eigenen Angaben traf er den Finanzinvestor zwischen 2011 und 2014 mehrmals zum Abendessen. Als Begründung nannte Gates, dass Epstein viele reiche Leute kannte und versprochen habe, diese für Spenden im Bereich der globalen Gesundheit zu gewinnen. In den vom US-Justizministerium jüngst veröffentlichten Akten findet sich ein E-Mail-Entwurf aus dem Jahr 2013, der im Konto Epsteins gespeichert war und sich offenbar an Gates richtet. Der Entwurf thematisiert laut den Dokumenten Spannungen zwischen Gates und seiner damaligen Ehefrau Melinda French Gates sowie gescheiterte Geschäftsbeziehungen.

Zudem enthält der Entwurf unbelegte Vorwürfe persönlicher Natur – darunter den Hinweis, Gates habe Epstein gebeten, E-Mails zu löschen, die sich auf eine mögliche Geschlechtskrankheit sowie intime Details bezogen hätten. Belege für diese Behauptungen gibt es nicht. Gates verneinte alle in dem E-Mail-Entwurf erhobenen Vorwürfe entschieden. Epstein habe offenbar eine E-Mail an sich selbst geschrieben, die nie verschickt worden sei. Er wisse nicht, was sich Epstein dabei gedacht habe, sagte Gates und warf die Vermutung auf, Epstein habe versucht, ihm zu schaden. Der Milliardär betonte zudem ausdrücklich, er sei nie auf Epsteins Privatinsel gewesen, die als Zentrum des Missbrauchsrings gilt. Er habe dort auch nie irgendwelche Frauen getroffen.

Fotodokument aus den Epstein Files: Microsoft-Mitgründer Bill Gates mit einer jungen Frau (zensiert) © IMAGO / ZUMA Press Wire

Clinton, Trump, Gates, Musk: Prominente Namen in Epsteins jahrelangen Missbrauchsring

Jeffrey Epstein betrieb jahrelang von New York aus einen Missbrauchsring, dem Dutzende junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Über mehrere Jahre hinweg soll er Minderjährige in New York und Florida selbst missbraucht haben. 2019 kam Epstein mit 66 Jahren im Gefängnis angeblich durch Selbstmord zu Tode, bevor es zu einer möglichen weiteren Verurteilung hätte kommen können.

Die jüngst vom Justizministerium veröffentlichten Dokumente werfen neue Fragen zu Epsteins Tod auf. Überwachungsvideos zeigen eine orange-farbene Gestalt, die am 9. August 2019 gegen 22:39 Uhr die Treppe zu Epsteins isoliertem Zellenbereich hochging. Frühere offizielle Verlautbarungen, unter anderem vom damaligen Justizminister Bill Barr, betonten laut CBS News, dass niemand in der Todesnacht Epsteins Zellenbereich betreten habe. Die neuen Dokumente widersprechen dieser Darstellung. FBI und die Interne Revision des Justizministeriums kamen zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen: Das FBI beschrieb die unscharfe Gestalt als „möglicherweise ein Häftling“, während die Revision von einem Gefängniswärter mit „Wäsche oder Bettzeug“ sprach.

In den vom US-Justizministerium in der vergangenen Woche veröffentlichten mehr als drei Millionen weiteren Dokumenten tauchen zudem zahlreiche einflussreiche Persönlichkeiten auf, darunter auch US-Präsident Donald Trump, Tech-Multimilliardär Elon Musk, Frankreichs Ex-Kulturminister Jack Lang und der ehemalige britische Prinz Andrew, dessen royaler Titel vor kurzem durch King Charles aberkannt wurde.

Microsoft-Aktie verliert massiv an Wert: Hohe KI-Investitionen belasten Anlegerstimmung

Unabhängig von den Epstein-Enthüllungen steht die Microsoft-Aktie seit Wochen unter erheblichem Druck. Das Papier verlor in den letzten vier Wochen knapp 16 Prozent, in den vergangenen sechs Monaten sogar über 25 Prozent. Mittlerweile hat sich die Aktie bei knapp 350 Euro eingependelt, nachdem sie in der Vorwoche bei rund 404 Euro noch einen Kursrückgang von 13 Prozent hinnehmen musste. Die Gründe für den anhaltenden Kursrückgang liegen laut der Stuttgarter Zeitung in den stark gestiegenen Investitionskosten und einer nachlassenden Wachstumsdynamik im Cloud-Geschäft.

Microsoft gab im letzten Quartal 37,5 Milliarden US-Dollar aus – ein Anstieg von 66 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Ausgaben übertrafen die Erwartungen der Analysten und sorgten für Unsicherheit, ob sich die Investitionen kurzfristig auszahlen werden. Besonders die Abhängigkeit von OpenAI, einem wichtigen Partner im KI-Bereich, wird kritisch gesehen. Obwohl die Cloud-Sparte Azure weiterhin stark wächst, verlangsamte sich das Wachstum leicht auf 39 Prozent nach 40 Prozent im Vorquartal.

Microsoft-Aktie mit neuem 6-Monats-Tief: Analysten bleiben trotz Kursverlusten optimistisch

Trotz der jüngsten Entwicklungen bewerten führende Analysten die Microsoft-Aktie weiterhin positiv. RBC Capital Markets, Jefferies und Goldman Sachs vergeben Ratings wie „Outperform“ oder „Buy“. RBC hebt hervor, dass die Monetarisierung der KI-Investitionen an Fahrt gewinne und langfristig Potenzial für Wachstum und Margen biete. Die DZ Bank sieht die aktuellen Zweifel am Azure-Wachstum als überzogen und betrachtet die Aktie als erstklassige Kaufgelegenheit. Das Kursziel wurde von 650 auf 620 US-Dollar angepasst, die Einstufung bleibt bei „Kaufen“. Jefferies belässt das Kursziel bei 675 US-Dollar, während Goldman Sachs es auf 600 US-Dollar senkte, aber bei einer Kaufempfehlung bleibt.

Zusätzlich enttäuschte Microsoft mit einer Prognose für die operative Marge, die im kommenden Quartal voraussichtlich bei 45,1 Prozent liegen wird. Die Markterwartungen lagen bei 45,5 Prozent. Die Sparte „More Personal Computing“ verzeichnete einen Rückgang von 3 Prozent auf 14,3 Milliarden Dollar, was vor allem auf schwache Windows-OEM-Lizenzen, rückläufige Surface-Verkäufe und einen Einbruch der Xbox-Hardware-Verkäufe um 32 Prozent zurückzuführen ist. (ls)