Rentner trotz Renten-Erhöhung 2026 wütend: „Und schon ist das Geld wieder weg“

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Renten steigen ab Juli voraussichtlich um 3,7 Prozent. Doch viele Senioren klagen: allgemeine Preissteigerungen bei Miete und Einkauf fressen das Plus auf.

München – Ab dem 1. Juli 2026 winkt etwa 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner hierzulande eine spürbare Rentenerhöhung. Die Anhebung könnte bei rund 3,7 Prozent liegen, wie ein Entwurf des jährlichen Rentenversicherungsberichts zeigt. Allerdings handelt es sich lediglich um eine vorläufige Prognose. Die finale Höhe der Rentenanpassung steht erst im Frühjahr 2026 fest, sobald sämtliche Daten zur Lohnentwicklung 2025 ausgewertet sind. Eine entsprechende Information erhalten Rentner ab Mitte Juni.

Rentner unterwegs Rente wird ab Juli erhöht Freude bleibt aber aus
Trotz Renten-Erhöhung ab Juli haben viele Rentner das Gefühl, unterm Strich auf der Strecke zu bleiben. © Ralf Homburg/Lobeca/Jochen Tack/Imago

Sollte sich der Wert bewahrheiten, würde die Renten-Anpassung die Preissteigerungsrate von 2,2 Prozent für 2025 übertreffen, wie Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis) belegen. Was zunächst also auch inflationsbereinigt ein Plus in zahlreichen Geldbörsen bedeuten könnte, sorgt bei vielen Rentnern und Rentnerinnen trotzdem für Verärgerung.

Rente steigt 2026 um etwa 3,7 Prozent – doch Rentner zeigen Unmut über Mini-Plus

Eine Anhebung der Rente um voraussichtlich 3,7 Prozent bei einer Standardrente von 1.500 Euro brutto käme einem Plus von 55 Euro gleich – wohlgemerkt brutto. Wie viel davon am Ende netto bei Rentnern und Rentnerinnen ankommt, ist von mehreren Faktoren abhängig. Neben den Beiträgen für die Krankenkasse und die Pflegeversicherung muss ebenfalls eine mögliche Einkommenssteuerpflicht berücksichtigt werden. Eine Person mit einer Rente von 1.500 Euro brutto könnte jedoch ab Juli 2026, je nach Rentenbeginn und Rentenfreibetrag, mit etwa 48 Euro netto mehr in der Tasche rechnen.

Das reicht in den Augen zahlreicher Senioren allerdings bei Weitem nicht aus, wie die Diskussion unter einem Facebookeintrag von BuzzFeed DE News von Ippen.Media zeigt. Der Beitrag vom 6. Januar 2026 informiert über die bevorstehende „kräftige Rentenerhöhung.“ Weiters heißt es: „Millionen Rentner können sich freuen“ über „spürbar mehr Geld im Portemonnaie“. Der Beitrag erhielt über 1.300 Reaktionen und mehr als 1.200 Kommentare (Stand 6.2.2026).

Zahlreiche Rentner empfinden die angekündigte Erhöhung als blanken Hohn, weil sie durch gestiegene Abgaben und Lebenshaltungskosten faktisch weniger Geld übrig haben. Eine Nutzerin formuliert es deutlich: „Es ist ein Tropfen auf den heißen Stein.“ Sie kritisiert, dass die „minimale Erhöhung der Rente gleich wieder von der Erhöhung der Krankenkasse aufgefressen“ werde.

2026 wurde der Zusatzbeitrag durchschnittlich um 0,4 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent angehoben. Als einzelner Posten vermag der gestiegene Krankenkassenzusatz die Nettorente somit nur geringfügig zu mindern. „Die Beiträge werden erhöht und schon ist das Geld wieder weg“, fasste es daher eine Nutzerin zusammen.

Inflation frisst höhere Rente vielfach auf: „Mieterhöhung ist schon höher als unsere Rentenerhöhung“

Dennoch bleibt ein zentraler Kritikpunkt bestehen: Neben dem höheren Zusatzbeitrag sind noch weitere Kosten parallel zur Rentenerhöhung gestiegen oder werden möglicherweise noch ansteigen. „Was nutzt die Rentenerhöhung, wenn die Miete, die Nebenkosten, die Beiträge für die Krankenkasse etc. erhöht werden, von den aktuellen Lebensmittel Preisen ganz zu schweigen“, kommentiert eine Nutzerin. Für Diskussionen sorgte unlängst auch eine Renten-Forderung des CDU-Wirtschaftsrats.

Für Januar 2026 betrug die voraussichtliche Inflationsrate in Deutschland laut Destatis 2,1 Prozent. Angenommen, die Preissteigerung pendelt sich für das Jahr 2026 auf zwei Prozent ein: Dem Rentner mit 1500 Euro Brutto-Rente aus dem Beispiel oben blieben dann nicht ganz 22 Euro netto mehr, jeden Monat. Über das ganze Jahr gesehen entspricht das lediglich einer bereinigten Erhöhung von 260 Euro. Im Einzelfall kann das aber noch düsterer aussehen, wie ein Kommentar zeigt: „Unsere Mieterhöhung ist schon höher als unsere Rentenerhöhung.“

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Einige wenige Stimmen äußern sich positiver zur Rentenentwicklung. Ein Nutzer, der 45 Jahre gearbeitet hat, berichtet: „Ich komme mit meiner Rente sehr gut durch den Monat!“ Das findet Zustimmung: „Habe 50 Jahre durchgehend gearbeitet, ohne Ausfallzeiten! Kann mich nicht beklagen über meine Rente.“ Eine Nutzerin kontert die allgemeine Kritik mit der Beobachtung: „Gottseidank gibt es draußen das Leben, wo die ‚armen Rentner‘ ins Kino gehen, in vollen Cafés sitzen, die Kreuzfahrtschiffe bevölkern.“ Die überwiegende Mehrheit der Kommentatoren bleibt jedoch bei ihrer kritischen Haltung.

Jeder fünfte Rentner betroffen: Armut im Alter ein großes Problem

Immerhin: Für 2027 prognostiziert der Rentenversicherungsbericht ein Renten-Plus von 4,75 Prozent, bis 2039 ist eine Steigerung um 45 Prozent zu erwarten, berichtet das VZ VermögensZentrum. Die Lage bleibt aber ernst. 20 Prozent aller Rentnerinnen und Rentner ab 65 Jahren haben laut Zahlen von 2024 weniger als 1.400 Euro netto pro Monat zur Verfügung. Damit liegt jeder fünfte Rentner mit seinem Einkommen an oder unter der Armutsgrenze.

Bundeskanzler Friedrich Merz hatte erst jüngst einen „Paradigmenwechsel in der deutschen Altersversorgungspolitik“ prophezeit. „Die gesetzliche Rentenversicherung wird bleiben. Aber sie wird eben nur ein Baustein eines neuen Gesamtversorgungsniveaus werden, in dem die private Altersvorsorge und die betriebliche Altersversorgung eine wesentlich größere Rolle spielen werden als bisher“, sagte der CDU-Chef. Eine Rentenkommission soll noch dieses Jahr entsprechende Reformpläne ausarbeiten. (Quellen: Destatis, Facebook-Beitrag, Rentenversicherungsbericht, VZ, dpa) (jm)

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