Die Rente wird 2026 steigen. Das bestätigte die Deutsche Rentenversicherung. Auch die Kaufkraft von Rentnern wird durch den Anstieg wohl deutlich verbessert.
Würzburg – Die Renten von etwa 21 Millionen Rentenbeziehern in Deutschland werden voraussichtlich im Juli des nächsten Jahres um 3,7 Prozent angehoben. Alexander Gunkel, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung, hat diese Zahlen bestätigt, die schon im Oktober veröffentlicht worden waren.
Hauptgrund dafür ist der Anstieg der Bruttolöhne pro Beschäftigten um 3,6 Prozent. Nach Gunkels Angaben werden die Kosten der Rentenversicherung die Einnahmen in diesem Jahr wahrscheinlich um vier Milliarden Euro übertreffen.
Rente erhöht sich 2026: Experte rechnet vor, wie viel Rentner mehr bekommen
Rentner können dadurch mit höheren Bezügen rechnen. Bei einer monatlichen Rente von 1000 Euro würde sich diese um 37 Euro erhöhen. „Sollte die Inflationsrate wie erwartet bei 2,1 Prozent liegen, wird die Kaufkraft der Renten auch im kommenden Jahr spürbar steigen“, erklärte Gunkel.
Die Renten sind im vergangenen Sommer um 3,74 Prozent angehoben worden. Für 2026 nannte Gunkel einen Wert von genau 3,73 Prozent. Die endgültige Höhe der Rentenerhöhung wird jedoch erst im Frühjahr bekannt sein, sobald alle Informationen insbesondere zu den Löhnen in Deutschland verfügbar sind. Vier Punkte entscheiden generell über die Rentenerhöhungen.
Bei wichtigen Punkten kritisierte Gunkel scharf die Rentenvorhaben der Bundesregierung, die unter anderem vorsehen, das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent zu stabilisieren. Streitpunkt ist die geplante Erhöhung des Beitragssatzes um voraussichtlich 1,2 Prozentpunkte auf 19,8 Prozent im Jahr 2028 – „der erste Beitragsanstieg seit 2007“, so Gunkel.
Hintergrund zur jährlichen Rentenanpassung:
Die Renten werden jedes Jahr zum 1. Juli angepasst, basierend auf der Entwicklung der Bruttolöhne. Die Höhe der Rente berechnet sich aus den erworbenen Entgeltpunkten multipliziert mit dem aktuellen Rentenwert, der jährlich neu bestimmt wird. Das Bundesministerium für Soziales schreibt dazu: „Der aktuelle Rentenwert gibt also – stark vereinfacht ausgedrückt – an, wie viel Rente in Euro für einen Entgeltpunkt im Monat brutto gezahlt wird. Je stärker der aktuelle Rentenwert steigt, desto stärker steigt auch die Bruttorente.“
Der Grund liegt darin, dass durch das Rentenpaket die finanzielle Ausstattung der Rentenkasse verbessert werden soll. Die Untergrenze für die Reserve der Rentenkasse, die sogenannte Nachhaltigkeitsrücklage, soll erhöht werden. Gunkel befürwortete die vorgesehene Aufstockung dieser Rücklage. Dadurch sollen Schwankungen in der Zahlungsfähigkeit besser abgefedert werden.
Rente steigt 2026 deutlich: Rentenversicherung nennt genaue Zahl
Mit der Finanzierung zeigt sich Gunkel jedoch unzufrieden. Der Beitragssatz soll dafür in drei Jahren von 18,6 auf 19,8 Prozent ansteigen – zusätzliche Bundesmittel sind nicht vorgesehen. Der Vertreter der Arbeitgeber in der Rentenselbstverwaltung verlangte, dass die Mehrkosten für die Erhöhung der Mindestrücklage zwischen Bund und Beitragszahlern geteilt werden müssen. Gunkel forderte, die Vorhaben vor der erwarteten Verabschiedung des Rentenpakets im Bundestag im Dezember noch zu ändern.
Darüber hinaus plant die Koalition, im nächsten Jahr eine Rentenkommission mit grundlegenden Reformen zu beauftragen. (Verwendete Quellen: dpa)