Der Rostocker Windkraftanlagenhersteller Eno Energy hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen mit Sitz in Rerik und Rostock gilt als einer der wichtigsten mittelständischen Hersteller von Windenergieanlagen in Norddeutschland. Von der Insolvenz betroffen sind rund 200 Beschäftigte, deren Löhne über das Insolvenzgeld zunächst für drei Monate gesichert sind.
"Neue Bundesregierung steht bei der Windkraft auf der Bremse“
Das Amtsgericht Schwerin hat ein vorläufiges Insolvenzverfahren eröffnet und einen Verwalter eingesetzt. Das Unternehmen, gegründet 1999, erklärte, die finanzielle Schieflage habe mehrere Gründe. Diese seien auch politischer Natur: „Die neue Bundesenergieministerin will lieber Gaskraftwerke als neue Windparks bauen lassen. Das verunsichert Investoren und auch Hersteller“, sagt Andree Iffländer, Chef des MV-Windenergie-Netzwerks, gegenüber der "Ostsee-Zeitung".
Iffländer sieht die Insolvenz von Eno Energy als ein "Warnsignal" und sagt: „In der Branche herrscht bereits große Unsicherheit. Alle warten darauf, wie sich die neue Bundesregierung wirklich zu den erneuerbaren Energien positioniert.“ Große Konzerne würden deshalb genau überlegen, ob sie noch in Windparks oder fossile Krafwerke investieren. "Die neue Bundesregierung steht bei der Windkraft auf der Bremse“, so Iffländer.
Verkauf des Unternehmens wird geprüft
Besonders betroffen sind auch öffentliche Geldgeber. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat für Eno Energy zwei Bürgschaften in Höhe von rund 13,4 Millionen Euro übernommen. Erst Mitte des Jahres erhielt Eno Energy offenbar 50 Millionen Euro. Wieso dennoch das Unternehmen jetzt in Schieflage geraten ist, dazu wollte sich der Insolvenzverwalter am Mittwoch nicht äußern.
Nach Angaben des Unternehmens wird derzeit geprüft, ob eine Fortführung oder ein Verkauf des Betriebs möglich ist. Es gebe bereits mehrere Interessenten, die den Geschäftsbetrieb übernehmen könnten. Ziel des Insolvenzverfahrens sei es, möglichst viele Arbeitsplätze und die technologische Kompetenz des Unternehmens zu erhalten.