Suche nach Spielleitung für die Passionsspiele eröffnet: Gemeinderat soll Aufruf starten

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Drückte der Passion seinen Stempel auf: Viermal hat Christian Stückl das Gelübdespiel bereits inszeniert. Ob er auch 2030 als Spielleiter fungiert, ist noch unklar. © Mayr

Die Passion 2030 wirft ihre Schatten voraus: Die PWG-Fraktion möchte in die Planung einsteigen. Deshalb soll der Gemeinderat interessierte Kandidaten für die Spielleitung aufrufen, sich zu bewerben.

Oberammergau – Sie wollen die Weichen stellen. Rechtzeitig ausloten, welche Optionen für den Posten der Spielleitung der Passion 2030 in Frage kommen. Das Thema, wer das nächste Gelübdespiel leitet, brennt ihm und seinen Fraktionskollegen unter den Nägeln, betont Ludwig Utschneider (Parteilose Wählergemeinschaft). Es geht ihnen um Planungssicherheit. So wünscht sich die PWG, dass nun der Gemeinderat aktiv wird. Das Gremium soll Kandidaten – männlich wie weiblich – dazu aufrufen, sich zu bewerben. Einen entsprechenden Antrag reichten die Gelben bei der Verwaltung ein. Das Schreiben liegt dem Tagblatt seit Donnerstag vor.

Sie möchten, dass sich Personen, die das Mitwirkungsrecht besitzen oder besaßen, und an der Spielleitung interessiert sind, bis zum 30. November melden. „Das wäre der erste Schritt“, betont Utschneider. Der Gemeinderat könnte dann eine Vorauswahl treffen, die verbleibenden Kandidaten dürften ihre Konzepte dem Antrag nach bis spätestens 31. Januar 2025 vorstellen. Die Ortspolitiker sollen dann bis zum 31. März selbigen Jahres eine Entscheidung fällen.

Passionsspiele Oberammergau: Gespräche mit Christian Stückl gab es bereits

Bleibt man bei der bewährten Mannschaft um Christian Stückl? Oder schlägt man neue Wege ein? Intern gibt es schon länger Beratungen. Auch Gespräche mit dem aktuellen Team um Stückl sind bereits geführt worden. Jetzt erachtet es die PWG-Fraktion als „unerlässlich, das Thema der Spielleitung für die Passion 2030 rasch anzugehen“. Punkt, bei dem es eine wichtige Rolle spielt, frühzeitig zu planen, ist das Bühnenbild. Sind hierfür Änderungen am Passionstheater nötig, wie zuletzt die Überdachung der Seitengassen, müssen die Baumaßnahmen rechtzeitig beantragt werden.

Außerdem soll derjenige, der für das Gelübdespiel 2030 verantwortlich zeichnet, genug Zeit bekommen, sich vorzubereiten, seine Vorstellungen, was Inszenierung und Bühnenbild anbelangt, umzusetzen. Sich also vielleicht mit einem Stück vor der Passion zu bewähren, meint Utschneider. „Trifft man eine Entscheidung erst 2025 oder 2026, wird das Zeitfenster immer kürzer.“

Generationenwechsel einläuten

Wie es auch kommen mag, für den Fraktionsführer steht fest: „Die Fußstapfen von Christian Stückl, in die ein neuer Spielleiter tritt, wären riesig.“ Dieser möchte sich auf Tagblatt-Nachfrage nicht dazu äußern, ob er sich als Spielleiter ein weiteres Mal zur Verfügung stellt. „Dazu gebe ich am Telefon keine Auskunft“, sagt der 62-Jährige, erklärt sich aber für ein persönliches Gespräch bereit.

Alles ist offen. So nimmt auch Utschneider die Gemengelage in Oberammergau wahr. Der PWG-Mann plädiert allerdings dafür, langfristig einen Generationenwechsel einzuläuten. Der Wunsch nach einem solchen sei „von vielen Seiten zu vernehmen“, sagt Utschneider. Er hat das Alter der Verantwortlichen im derzeitigen Leitungsteam im Blick. Stückl wäre beim Gelübdespiel 2030 dann 68 Jahre alt. Bei einer möglichen Passion anlässlich des 400-Jahr-Jubiläums der Spiele 2034 wäre er 72. „Wir sollten uns Gedanken darüber machen, wie es irgendwann nach der erfolgreichen Ära von Christian Stückl weitergeht.“

Gemeinderat behandelt Antrag zeitnah

Die anstehende Periode mit vielleicht drei Passionsspielen – 2030, 2034, 2040 – hält Utschneider für eine gute Gelegenheit, den Staffelstab weiterzugeben. „Es bietet sich die Chance, einer neuen Generation den Weg zu eröffnen.“ Ein „verantwortungsvoller Umgang mit dem Gelübde unserer Gemeinde verlangt eine frühzeitige Planung für die kommenden Spieljahrzehnte.“ Ein Übergang funktioniere aber nur, wenn es einen frühzeitigen und guten Austausch mit der aktuellen Leitung gibt.

Ob die Gemeinde mit dem viermaligen Spielleiter Stückl weitermacht oder der Wechsel naht – Utschneider ist vor allem eines wichtig: Er möchte den Ort gut aufgestellt wissen, um das Gelübdespiel „als generationenübergreifende Aufgabe“ auch in Zukunft erfolgreich auf die Bühne zu bringen. Vermutlich am 12. Juni wird der Gemeinderat den Antrag behandeln.

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Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/lokales/garmisch-partenkirchen/oberammergau-ort29187/fruehzeitig-die-weichen-stellen-93087935.html