Kein guter Start in die Erdbeersaison: „Nahezu ein wirtschaftlicher Totalausfall“

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Die Saison für Erdbeeren aus Hamm läuft langsam an. Für eine Bauernfamilie aus Hamm waren die letzten Wochen allerdings alles andere als leicht.

Hamm – Die Erdbeere ist mit großem Abstand die Lieblingsfrucht der Bundesbürger: Wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov ergab, schwärmen 80 Prozent von ihr. Rund 40 Prozent des deutschen Bedarfs werden laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung durch heimische Beeren gedeckt. Auch in Hamm werden Erdbeeren angebaut – auf Feldern in Westtünnen, Bockum-Hövel, Pelkum, Wiescherhöfen und Herringen.

Die meisten Erdbeerbauern, wie die Familie Henter aus Bergkamen, haben ihren Sitz allerdings außerhalb Hamms. Anders der Erdbeerhof Kötter: Seit über 20 Jahren baut die Herringer Familie Erdbeeren an. „Auch bei uns läuft die Saison langsam an“, erzählt Annette Kötter. Sie werde bis voraussichtlich Anfang Juli dauern.

Start der Erdbeersaison: Hagelschauer setzt Bauern in Hamm zu

Der schöne Schein trügt etwas: Die vergangenen Wochen waren für ihren Hammer Familienbetrieb nicht einfach, sagt Annette Kötter.
Der schöne Schein trügt etwas: Die vergangenen Wochen waren für ihren Hammer Familienbetrieb nicht einfach, sagt Annette Kötter. © Andreas Rother

Die letzten Wochen waren für den Familienbetrieb allerdings nicht einfach. Dabei war der Start vielversprechend. „Der nasse Winter und viel Sonne im März und April waren natürlich sehr hilfreich“, erzählt die Herringerin. Bis in den Mai hinein habe man die Früchte mit Vlies und Folie vor Nachtfrost schützen müssen. Wünschenswert für die kommenden Wochen wäre Regen. Aber: „Die Standleitung zu unseren Erdbeerfeldern steht, sodass wir sie bewässern können.“ Um richtig schöne, saftige Früchte bilden zu können, benötigten Erdbeeren beides: Sonne und eben Wasser. Beides werde es in den kommenden Tagen geben.

Also alles gut? „Nein“, sagt Annette Kötter. Kurz vor Ostern habe ein Hagelschauer den einjährigen, frühen Sorten auf den Feldern in Wiescherhöfen stark zugesetzt. Er sei so nicht angekündigt gewesen. „Wir können hier nahezu von einem wirtschaftlichen Totalausfall sprechen“, so die Herringerin. Als Folge werde man in diesem Jahr weniger Erdbeeren ernten können.

Kühlturmbrand bleibt ohne Auswirkungen auf Erdbeerernte

Auf die Saison keinen Einfluss hat übrigens der Kühlturmbrand auf Heinrich Robert, in dessen Folge eine schadstoffbelastete Wolke über Teile Herringens zog. Ganz in der Nähe des Kühlturms befinden sich zwar einige Felder, dort wachsen in diesem Jahr aber keine Erdbeeren. „Da wir die Böden sowieso regelmäßig wechseln müssen, haben wir dort im vorigen Sommer – also noch Monate vor dem Brand – keine Erdbeeren gepflanzt.“ Die größten Felder befänden sich in diesem Jahr an der weiter entfernt gelegenen Holzstraße und in Wiescherhöfen.

Zumindest aktuell noch keine Probleme gibt es mit Erntehelfern. „Wir haben einen treuen Stamm.“ Zwar scheidet immer mal wieder jemand aus. Oft werden aber auch Freunde und Bekannte mitgebracht, die uns dann helfen. Allerdings müsse man abwarten, wie viele Helfer in der Hauptpflückzeit zur Verfügung stehen. „Aktuell passte es aber.“

Erdbeerfans können ab Ende Mai selber pflücken

Eine Schale (500 Gramm) frische heimische Kötter-Erdbeeren kostet derzeit 5 Euro. Für ein Kilogramm zahlt man 9,80 Euro. Erworben werden können sie im Hofladen an der Beiseystraße sowie an den Verkaufsständen in Rhynern und im Maxi-Center. In Kürze sollen dann auch die Stände am Herringer Weg und in Bockum-Hövel öffnen. Und ab Ende Mai können Erdbeerfans Erdbeeren auch selbst pflücken. Über die genauen Termine werde man auf Facebook und Instagram informieren.

Neben Erdbeeren werden auf dem Hof Kötter auch Himbeeren angebaut. Die erste Ernte erwartet Annette Kötter für Ende Juni, eine weitere dann – die Pflanzen tragen zweimal Früchte – für den Herbst.

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