Xhoxho hatte einen schwierigen Start ins Leben. Als Küken lebte sie bis zu einem Unfall in einem Kinderzimmer. Nun gab es für die Ente aus dem Tierheim Siegen ein Happy End.
Siegen – Gemeinsam mit einem Haustier aufzuwachsen, kann für Kinder eine große Bereicherung sein. Doch die Verantwortung, das richtige Tier auszuwählen, liegt bei den Eltern. Was passiert, wenn es zu einer unbedachten Anschaffung kommt, zeigt das Schicksal von Hausente Xhoxho. Sie lebte als Küken in einem Kinderzimmer – bis es zu einem Unfall kam.
„War als Spielzeug gedacht“ – Ente Xhoxho lebte ganz allein im Kinderzimmer
Mit den kleinen schwarzen Knopfaugen, dem rosa Schnabel und ihrem gelben Flaum sind Entenküken an Niedlichkeit kaum zu übertreffen. Doch die gefiederten Tiere sind alles andere als Kuscheltiere. Wachsen sie heran, haben sie ganz bestimmte Bedürfnisse.
Ente Xhoxho musste in den ersten Wochen ihres Lebens schon so einiges mitmachen. „Sie war als Spielzeug fürs Kind gedacht. Das Kind wollte unbedingt ein Entenküken haben, also hat Xhoxho ganz allein in einem Kinderzimmer gelebt“, sagt Jessica Pietschmann vom Tierheim Siegen. Schließlich sei es zu einem Unfall gekommen, bei dem jemand dem Küken auf den Fuß getreten sei.
Danach habe das Bein ganz schief gestanden und die Ente habe Schmerzen gehabt. Weil die Familie eine Behandlung beim Tierarzt nicht bezahlen konnte, brachten sie das Küken ins Tierheim Siegen. „Wir dachten zuerst, dass es sich um ein Fundtier handelt“, so Pietschmann. „Die Besitzer sind davon ausgegangen, dass die Ente bei uns behandelt wird und sie das Tier danach wieder mitnehmen können.“ Schließlich hätten die Mitarbeiter die Familie davon überzeugen können, dass ein Kinderzimmer nicht der richtige Ort für ein Küken ist.
Ente Xhoxho hatte Unfall im Kinderzimmer: Lebenslange Behinderung
Das Bein wurde geröntgt, geschient und mit Schmerzmitteln behandelt. Außerdem bekam Xhoxho Physiotherapie. Auf dem Gnadenhof des Tierheims Siegen erholte sich das Küken und wuchs zu einer stattlichen Ente heran. Obwohl die Verletzung längst verheilt ist, hat sie eine Behinderung zurückbehalten. „Sie humpelt und ist langsamer als andere“, erklärt Pietschmann. Mit ihrer Behinderung komme Xhoxho gut klar. Auch mit Artgenossen verstehe sie sich gut.
„Sie hat sich zu einer fröhlichen, neugierigen Ente entwickelt, die alles im Blick behalten will und trotzdem selbstständig ist und ihr eigenes Ding macht“, so Pietschmann. In diesem Jahr wird Xhoxho vier Jahre alt. Vor einigen Wochen ist sie in ein neues Zuhause umgezogen. Dort wurde sie mit einer weiteren behinderten Ente vergesellschaftet.
„Die beiden verstehen sich super und haben das gleiche Tempo. Xhoxho hat dort das beste Leben gefunden“, sagt Pietschmann. Neben einem großen Teich hätten die beiden Tiere in ihrem gesicherten Gehege einen eigenen, behindertengerechten Enten-Pool mit Häuschen, in das sie sich zurückziehen können.
Enten sind keine Haustiere: Bedürfnisse müssen erfüllt werden
Die Tierheim-Mitarbeiterin betont, dass Enten keine Haustiere sind und nicht im Inneren einer Wohnung gehalten werden sollten. „Sie brauchen die Gesellschaft von mindestens einer weiteren Ente, ein gesichertes Gehege und einen Teich, in dem sie schwimmen und tauchen können. Ein Planschbecken reicht da nicht“, sagt Pietschmann.
Familien mit Kindern seien nicht grundsätzlich ungeeignet für Enten, sofern die Kinder lernen, wie sie mit den Tieren umgehen müssen und ihre Bedürfnisse akzeptieren. „Sie müssen verstehen, dass es bei Enten vor allem ums Angucken, Füttern und Beobachten geht“, so die Tierheim-Mitarbeiterin.
Das Veterinäramt hat außerdem fünf Welpen beschlagnahmt. Sie lebten in schlechter Haltung. Im Tierheim Dornbusch suchen sie nun ein neues Zuhause. Hund Waldi musste aus seinem Zuhause ausziehen. Der Grund: Sein Besitzer hat eine neue Freundin. Die Geschichte sorgt bei Tierfreunden für Fassungslosigkeit.