Im Zug begann die große Liebe von Hannelore und Elias

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Sie würden sich jederzeit wieder heiraten: Hannelore und Wolfgang Elias bekamen zur Eisernen Hochtzeit auch Besuch von zweitem Bürgermeister Stefan Handl und der stellvertretenden Landrätin Marianne Klaffki. © Privat

Ihre Eiserne Hochzeit haben Hannelore und Wolfgang Elias gefeiert. Sie sind seit 65 Jahren ein Ehepaar. Sie kennen sich aber schon seit 70 Jahren.

Karlsfeld – So wie sie miteinander reden und lachen, müssen es gute Jahre gewesen sein. „Liebe, Treue, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, immer die Wahrheit sagen“, das war für Beide das Wichtigste.

Im Zug zur Arbeit kennengelernt

Angebahnt hat sich die Liebe der Jubilare im Zug. Wolfgang Elias fuhr jeden Tag von Röhrmoos nach München zur Arbeit, Hannelore Lindemann, wie sie damals hieß, von Dachau aus, zusammen mit ihrer älteren Schwester Gertraud. Als die Schwestern mal über ein Kreuzworträtsel gebeugt waren, fragte Wolfgang Elias, der mit einem Freund unterwegs war: „Dürfen wir helfen?“ „Selbstverständlich!“ antwortete die Schwester sofort. Das war 1956, da war Hannelore 17 und Wolfgang 20. Vier Jahre später wurde geheiratet, an einem Tag, den man sich gut merken kann: Am 9.9. Die Schwester und der Freund kamen übrigens später ebenfalls zusammen.

Wolfgang Elias ist am 27. März 1936 in Bergfelde bei Berlin geboren. Nach dem Krieg kamen seine Eltern nach Bayern, schließlich bis Röhrmoos. Nach der Volksschule bekam er einen Ausbildungsplatz bei der Regierung von Oberbayern. In der Abendschule machte er die Mittlere Reife und schuf sich so die Voraussetzungen für den gehobenen Dienst. Er arbeitete als Steuerinspektor in verschiedenen Münchner Finanzämtern. „Ich bin ein Mann der Zahlen“, sagt er über sich.

Wolfgang begleitete sie jeden Morgen bis zur Arbeitsstelle

Hannelore Elias stammt aus Dachau, sie ist am 17. Januar 1939 geboren und hat noch eine Zwillingsschwester. Der Vater ist im Krieg gefallen, und so war die Mutter Alleinerziehende von drei Mädchen. Nach der Klosterschule besuchte sie die Handelsschule und bekam schließlich eine Anstellung bei einer Bank in München. „Wolfgang begleitete mich jeden Morgen bis zur Arbeitsstelle. Abends trafen wir uns im Zug wieder.“ Nach der Heirat bekamen sie in München eine Dienstwohnung. Tochter Brigitte kam 1961 zur Welt. Tochter Heike wurde 1968 geboren. Zwei Enkelkinder sind ihre „große Freude“.

Sie zogen 1969 nach Karlsfeld in eine größere Wohnung und ein Jahr später in ein eigenes Haus mit dem geliebten Garten. Wolfgang Elias spielte beim TSV Eintracht Karlsfeld Fußball und begeisterte sich für Leichtathletik. Als Abteilungsleiter, dann Vizepräsident und Schatzmeister engagierte er sich intensiv für den Verein. Für dessen Interessen hat er sich auch eingesetzt, als er für die SPD von 1996 bis 2023 im Gemeinderat saß.

Das Hochzeitsfoto aus dem Jahr 1960.
Das Hochzeitsfoto aus dem Jahr 1960. © Repro: ep

Auch seine Frau Hannelore war vom Laufen so angetan, sodass das Paar eine Zeitlang dreimal die Woche die zehn Kilometer von Karlsfeld nach Dachau absolvierte. Auch 25-Kilometer-Läufe schafften sie locker. „Grad schön war’s“, sagt sie. Als sie eine Operation überstanden hatte, dachte sie sich allerdings: „Was läufst alleweil so umeinander. Auf der Liege ist es doch auch schön.“ Aber dort hielt es sie nicht lange. Sie übernahm als Seniorenbeauftragte des TSV die Gruppe Ü55, insgesamt sieben Jahre lang. Ihr Mann war immer mit dabei: „Das war Teamarbeit.“ Damit die Ausflüge und Reisen der Gruppe klappten, haben sie alles sorgfältigst vorbereitet: „Wir haben wohl dreimal geschaut, ob die Wege, das Essen, die Bahn für rund 80 Leute passten“, so Hannelore Elias.

19 Jahre lang engagierte sich Hannelore Elias zudem im Treffpunkt 60 in St. Josef, wo sie auch einige Zeit im Pfarrgemeinderat saß. Immer unterstützt von ihrem Mann. 2015 hörte sie auf. „Es hat g’langt.“ Ihre Nachfolgerin wurde Rosi Rubröder.

Die Anerkennung für soviel ehrenamtliches Engagement blieb nicht aus: Beide bekamen die Karlsfelder Bürgermedaille, beide sind Ehrenmitglieder beim TSV. Aber das ist ja nur die eine Seite ihres gemeinsamen Lebens. Die schönste Ehrung für ihre 65 Ehejahre offenbart Wolfgang Elias am Ende des Gesprächs: „Ich würde meine Frau wieder heiraten.“ Darauf sie, mit viel Energie: „Ich Dich auch.“

ep

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