- Der vollständige Artikel auf den sich die folgende Kommentar-Analyse bezieht, ist hier verfügbar: Edeka-Leiter wirft Kunden nach Frischfleisch-Entsorgung raus: "Nimmt Überhand"
Ein Marktleiter in Solingen greift durch: Wer Frischfleisch im Supermarktregal statt an der Kasse zurücklässt, riskiert Hausverbot. Der FOCUS-online-Artikel erläutert Hintergründe und Maßnahmen gegen diese Praxis, die laut Händler durch zunehmenden Geldmangel und fehlenden Respekt gegenüber Lebensmitteln bedingt sei. In der Diskussion stellen sich viele Leser klar gegen das kundenunfreundliche Verhalten und fordern schärfere Konsequenzen, während andere auf hohe Preise und die wirtschaftliche Lage verweisen. Weitere Stimmen setzen auf technische Lösungen wie Sofortbezahlung an der Theke, und wiederum andere zweifeln an den genannten Ursachen oder geben organisatorischen Fehlern des Handels die Schuld.
Kritik an Kundenverhalten im Handel
Mit 27 Prozent ist die Empörung über respektloses Kundenverhalten am stärksten vertreten: Viele Leser kritisieren, dass Fleischprodukte einfach in beliebigen Regalen abgelegt werden. Für sie ist dies Zeichen mangelhafter Eigenverantwortung und ein Sinnbild für Werteverlust in der Gesellschaft. Die Praxis wird als respektlos gegenüber Lebensmitteln und Tieren gewertet und verursacht zudem unnötige Kosten für Händler. Kommentatoren fordern teils entschlossene Sanktionen wie Hausverbot, um dem Problem wirksam zu begegnen. Die Kommentare zeigen klar: Das Handeln einzelner beeinflusst das Gesamtbild aller Kunden negativ – und viele fordern Konsequenz vom Handel, wie es im Artikel beschrieben wird.
"Richtig so! Ladenbesitzer sollten sowieso härter durchgreifen, denn mittlerweile gibt es viele Kunden, die sich nicht benehmen können. Ich ärgere mich auch, wenn ich so etwas sehe. Bei uns im großen Möbelladen bekommen die Kinder z. B. gerne die Stofftiere zur Beschäftigung in die Hand gedrückt und an den Kassen werden sie dann oftmals angesabbert irgendwo hingelegt... das ist ekelig. Leider werden es immer mehr Kunden, die sich nicht benehmen können." Zum Originalkommentar
"Ich beobachte das seit Jahren und nicht nur bei Fleisch und Wurst. Viele finden es lustig, Waren zu nehmen und irgendwo in ein Regal zu werfen." Zum Originalkommentar
"Einfach nur schräg, als ob es so viel Aufwand wäre, das Fleisch wieder in ein Kühlregal zu legen bzw. einer Verkaufskraft zurückzugeben. Solche Leute sollten ein Zugangsverbot für alle Supermärkte (egal welcher Marke) bekommen. Sie sind offensichtlich nicht fähig, ohne Anleitung eines Beistandes bzw. Vormundes einen Einkauf normal zu erledigen." Zum Originalkommentar
Befürwortung von Kassenlösungen an Theken
Insgesamt sprechen sich 18 Prozent für eine technische Lösung aus: Leser schlagen vor, Frischfleisch oder frische Ware direkt an der Theke bezahlen zu lassen, um das Liegenlassen in anderen Regalen zu verhindern. Sie argumentieren, dass sofortige Bezahlung Klarheit schafft und Diebstahl oder Verschwendung verringert. Auch wird auf bewährte Modelle im Ausland verwiesen, in denen der Vorgang direkt an der Theke abgewickelt wird. Manche regen zudem digital gestützte Methoden an. Die Kommentierenden knüpfen damit unmittelbar an die im Artikel erwähnten Probleme an und bieten konstruktive Alternativen.
"Warum die Ware nicht gleich an der Frischetheke zahlen lassen, in einigen Märkten wird das praktiziert." Zum Originalkommentar
"Fleisch und Fisch (insbesondere wenn es zugeschnitten werden soll) sollten sofort an der Theke bezahlt werden. Dann hat sich das Problem erledigt." Zum Originalkommentar
"Ganz einfach. Frischfleisch und Meeresfrüchte müssen sofort an der Theke bezahlt werden. Ist üblich in anderen Ländern." Zum Originalkommentar
Kritik an Fleischpreisen und Wirtschaftslage
Für 15 Prozent der Leser sind die steigenden Fleischpreise und die angespannte Wirtschaftslage entscheidende Auslöser für das im Artikel beschriebene Verhalten. Sie bemängeln, dass viele Menschen sich Fleisch kaum noch leisten können, weshalb oft spontan auf den Kauf verzichtet wird. Kritisiert wird auch die Preisgestaltung von Händlern, die nach Meinung der Leser Bauern und Endkunden benachteiligt. Die Diskussion um hohe Lebensmittelpreise wird dabei immer wieder mit der Forderung nach Preissenkungen verbunden.
"Die Leute legen es ab, weil ihnen erst nach einer Weile bewusst wird, was das für horrende Preise draufstehen. Klar, dass das zunimmt, wenn die Preise, gerade bei Edeka, immer weiter steigen. Die Lebensmittelpreise sind weit über dem Inflationsindex gestiegen und die Bauern bekommen kaum etwas ab. Und die, die sich am meisten einsacken, beschweren sich jetzt auch noch." Zum Originalkommentar
"Die Leute haben keine Kohle mehr. Ja, so schaut es aus. Aber man nimmt es hin. Und es wird ja auch nicht billiger. Wenn es erst mal den Preis hat, wird es vielleicht mal um 20 oder 25 Cent runtergesetzt. Habe vorhin auch gesehen, dass die Weihnachtsartikel noch über dreiviertel voll sind, in den Pappregalen. Einfach schlicht zu teuer. Dominosteine für 3,99, das waren mal 8 Mark. Oder eine kleine Tüte Schokoeier mit Füllung 2,99 Euro für 10 solche kleinen Eier. Oder ein paar Schokoladenkugeln, für 4,99 usw. Die Leute kaufen das nicht mehr, und das ist auch gut so. Die Produzenten und Händler sollen daran ersticken." Zum Originalkommentar
"4 Rumpsteaks kosten so circa 40,00 EUR, da kann es beim Blick in die Geldbörse schon mal knapp werden. Hausverbot ist bei der genannten Handlung okay." Zum Originalkommentar
Kritik an Handel und Marktorganisation
13 Prozent nehmen vor allem den Handel selbst in die Verantwortung: Sie kritisieren unübersichtliche Ladenlayouts, ungünstige Platzierungen von Frischetheken oder fehlende organisatorische Lösungen wie separate Kassen. Lange Wartezeiten und schlechte Preisauszeichnung werden bemängelt. Einige Leser schlagen Verbesserungen vor, etwa durch Digitalisierung oder optimierte Ladengestaltung. Die Beiträge stellen klar den Bezug zum Artikel her, indem sie nicht nur das Verhalten der Kunden, sondern auch die Strukturen in den Märkten hinterfragen.
"Ich gehe davon aus, dass es in einigen Jahren keine Supermärkte im jetzigen Sinn geben wird. Dann werden im Vorfeld alle Einkäufe per App oder Online bestellt und man kann seinen Einkauf dann vor Ort abholen oder gegen Gebühr nach Hause liefern lassen. Dann wird es auch keinen Diebstahl mehr geben und die Ladenflächen können kleiner werden. Prinzip ala Amazon bzw. Apotheken." Zum Originalkommentar
"Hier, in meiner Umgebung, sind die EDEKA-Märkte die am schlechtesten organisierten Geschäfte überhaupt. Da kommst du auf den Parkplatz, stehen vier Autos vor dem Laden. Ungefähr 180 Einkaufswagen im Unterstand. Du begibst dich, nachdem du dir einen Wagenchip organisiert hast (der EDEKA hat nach offizieller Aussage Angst, dass sonst die Wagen gestohlen werden), auf eine Labyrinthfahrt zum Pfandautomaten, bei der du mehrfach dem Gegenverkehr ausweichen musst. Der Eingangsbereich ist mit irgendwelchem Restemüll zugestellt. Selbstverständlich funktioniert nur einer der zwei bereitgestellten Pfandautomaten und der meckert bei jedem zweiten Gebinde, dass es zu schwer, nicht lesbar oder verbeult ist. Dann kämpfst du dich durch das Labyrinth in den Verkaufsraum, welcher weitestgehend akzeptabel ist." Zum Originalkommentar
"Wenn ich 20 Minuten Pause habe und plötzlich an der Kasse 10-12 Leute stehen und keine weitere Kasse aufgemacht wird, dann habe ich weder Zeit anzustehen, noch den Kram wegzubringen. Dann sollen die für sowas einen Kühlschrank hinstellen." Zum Originalkommentar
Skepsis gegenüber Ursachen und Erklärungen
Manche Leser (neun Prozent) zeigen sich skeptisch gegenüber den genannten Erklärungen im Artikel. Einige Kommentierende vermuten andere Ursachen wie bewusste Sabotage durch Aktivisten, Sprachprobleme oder sogar Aktionismus aus politischen Motiven. Auch werden die tatsächlichen Dimensionen und die Häufigkeit des Problems angezweifelt. Die Angemessenheit der getroffenen Maßnahmen steht daher für diesen Teil der Leserschaft zur Debatte.
"Hört sich aber eher nach "Aktionismus" radikaler Veganjünger an, als nach Kunden, denen plötzlich einfällt, dass sie zu wenig Geld haben. Wer kein Geld hat, macht einen großen Bogen um die Frische-Theken und marschiert geradeaus zu den abgepackten Eigenmarken. Aber das würden die Blauenhasser bei EDEKA natürlich nie zugeben." Zum Originalkommentar
"Kann es sein, dass diese Kunden ein Problem mit der Sprache haben, aber kein Problem mit dem Ablesen des Preises, also der Zahlen und dann geschockt sind? Oder ist das früher auch schon so oft passiert?" Zum Originalkommentar
"Aha, Geldmangel also. Die Preise sind an der Fleischtheke ausgezeichnet. Jeder kann sehen, was etwas kostet und wie viel man sich davon mit seinem Geld leisten kann. Wer das nicht hinbekommt, der kriegt auch sonst nicht so wirklich viel geregelt..." Zum Originalkommentar
Kritik an Umgang mit Lebensmitteln und Tierschutz
Ebenfalls neun Prozent der Leser legen ihr Augenmerk auf den verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln – speziell Fleisch. Sie verweisen darauf, dass Tiere für das Produkt gestorben sind und diese Waren daher nicht leichtfertig entsorgt oder verschwendet werden sollten. Die Verschwendung wird als moralisch kritikwürdig beschrieben, es wird aber auch auf gesetzliche Vorschriften zur Handhabung und auf Fragen der Tierhaltung hingewiesen. Insgesamt dominiert die Forderung nach mehr Wertschätzung für Lebensmittel, wie auch im Artikel angesprochen.
"Für die Ware sind Tiere gestorben. Schon das ist doch ein Grund, mit den Lebensmitteln respektvoll umzugehen." Zum Originalkommentar
"Bestimmt aus Massentierhaltung gekauft und der Nachbar steht vorne an der Kasse mit Biorindfleisch. Das wäre dann doch zu peinlich." Zum Originalkommentar
"Nach den geltenden Hygienevorschriften darf Frischfleisch, wenn es erst einmal über die Theke gereicht wurde, nicht mehr umgepackt und neu verpackt verkauft werden. Oder wollen Sie Waren haben, die schon einmal abgepackt wurden, ein Kunde durch den Markt gefahren hat, wieder ausgepackt wurden und dann neu an Sie verpackt ausgegeben wurden? Wie kann da die Kühlkette eingehalten werden?" Zum Originalkommentar
Sonstige Kommentare
Die übrigen Kommentare (neun Prozent) lassen sich nicht eindeutig zuordnen. Hier finden sich Beiträge mit gemischten, weniger fokussierten Meinungen oder Beobachtungen, etwa zu persönlichen Erfahrungen im Supermarkt oder allgemeinen Überlegungen zur Organisation. Konkrete Lösungen oder starke Positionierungen fehlen meist.
"Ich kaufe regelmäßig im Supermarkt ein und kenne das Phänomen bisher nicht." Zum Originalkommentar
"Und vielleicht liegt es auch daran, dass ich ein 250g Steak bestelle und dann so ungeschickt geschnitten wird, dass ich eines mit 400g in der Tüte habe." Zum Originalkommentar
"Ich habe bei Edeka vor ein paar Tagen ein Rinderfilet in einer Tiefkühltruhe gefunden, das ursprünglich von der Frischetheke stammte. Preis: 80€. Das Fleisch war 4 Stunden vorher an der Frischetheke abgepackt worden, der Kunde hat es sich anscheinend später anders überlegt. Die Leute an der Frischetheke waren hellauf begeistert, da sie dieses Fleisch (zumindest offiziell) nicht mehr in den Verkauf geben durften und entsorgen mussten." Zum Originalkommentar
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