Es ist zäh, aber ein größeres Etappenziel kommt in Sicht: Die seit Jahren andauernde Sanierung der Sonnenalm im Skigebiet Sudelfeld befindet sich auf der Zielgeraden. Inzwischen gehört auch das Tiroler Stüberl zum Ensemble, das den Namen Alpengalerie trägt.
So hohe Kunst bekommt man nicht überall geboten. Auf 1240 Metern sollen künftig nicht nur Drinks und Speisen Wanderer und Skifahrer locken, sondern auch Bilder, Skulpturen und mehr. „Die Kunst wird den Rahmen geben“, sagt Oliver Herbst. Dem gehört mit seiner Frau seit 2021 die Sonnenalm, die bald unter dem Namen Alpengalerie nach Jahren der Schließung oder des eingeschränkten Betriebs ihre Pforten wieder öffnen soll. Das zeitweise doch recht karge Gastro-Angebot im Sudelfeldgebiet erfährt somit eine Aufwertung.
„Ja, es läuft unglaublich zäh“, sagt auch Herbst. Seit über zwei Jahren werkelt der Immobilienmakler an der Sanierung der Gaststätte am Mittleren Sudelfeld. „Aber es macht auch viel Spaß“, schickt er hinterher. Aber das Ende ist in Sicht. Der Neubau mit Galerie und Personal-/Betreiberwohnung ist fertig, ebenso das Erdgeschoss des Hauptgebäudes mit Küche und Gastraum für rund 100 Personen. Außen schaut es auch schon recht gut aus. Auf der Terrasse haben nochmal mindestens 200 Gäste Platz. Wo es noch etwas hakt, sind die Obergeschosse. Teile der Lüftung, Fußbodenheizung und teils auch Fenster harren noch der Fertigstellung, wie Herbst berichtet. „Aber es ist ja erst September.“ Klar ist aber auch: Mit dem ersten richtigen Schneefall ist es vorbei mit der Baustelle am Berg. Motorisiert ist die Alpengalerie dann nur per Motorschlitten oder Pistenraupe zu erreichen. In welcher Größenordnung die frühere Sonnenalm zur Skisaison an den Start geht, ist unklar.
Tiroler Stüberl wird zum Gästehaus umfunktioniert
Genauer wissen Herbst und sein Pächter –„ein bekannter Münchner Gastronom“, mehr verrät der Eigentümer nicht – über das Konzept Bescheid. Wie in den vergangenen Übergangswintern mit Foodtruck und Bar nehmen sie ein jüngeres Publikum in den Fokus, was gut zum neuerdings gleich nebenan positionierten Funpark passt, auch wenn „gehobene Küche“ angeboten werden soll. Im Sommer könnten verstärkt Events die Häuser füllen. Herbsts Frau Indi kündigt auf der Homepage ihrer Galerie in Starnberg „Ausstellungen, Workshops und Incentives“ an. Auch Familien- und Firmenfeiern können sich die Herbsts gut vorstellen.
Und da kommt noch das Tiroler Stüberl ins Spiel. „Damit wird ein Schuh draus“, sagt Herbst. Gerade mal 60 Meter sind es von der Sonnenalm dorthin, und inzwischen gehört auch diese Hütte allein dem Makler. Die Verflechtungen mit anderen Miteigentümern – darunter ehedem auch Johannes Rabl (Forsthaus Valepp) – sind aufgelöst. Das Stüberl soll ausschließlich der Beherbergung dienen, zwischen 60 und 80 Übernachtungsgäste sollen in der dann drei Gebäude umfassenden Alpengalerie Platz finden. „Eine zweite Gastro macht keinen Sinn“, sagt Herbst. Zwischenzeitliche Weiterverkaufsüberlegenungen habe man wieder verworfen. Momentan steht das Stüberl aber noch komplett leer. Lediglich neue Fenster deuten darauf hin, dass sich gleich neben der Talstation des Kitzlahner-Vierer-Sessellifts etwas tut. Das aber sicher nicht vor dem nächsten Jahr.
„Alpiner Charme mit zeitloser Eleganz“
Mit ihrem „Herzensprojekt“ wollen Herbsts „alpinen Charme mit zeitloser Eleganz, Restaurant und Kunst“ vereinen. Hoch über Bayrischzell befinden sie sich damit in bester Gesellschaft. Am Fuße der Sudelfeldstrecke lebt ja auch Nele von Mengershausen am Tannerhof mit viel Kunst und Kultur ihre kreative Ader aus.