TV-Star Herbert Knaup rechnet ab: „Von der Rente kann ich nicht leben“

Herbert Knaup arbeitet seit Jahrzehnten nahezu durchgehend – am Theater, im Fernsehen, im Kino. Rollenangebote seien für ihn bislang nicht ausgeblieben, sagt der Schauspieler im Interview mit t-online. Der 69-Jährige denkt nicht an einen klassischen Ruhestand. 

Denn eines stellt er nüchtern fest: „Von der Rente kann ich nicht leben.“ Die gesetzliche Rente ist für ihn keine verlässliche Grundlage. Seine Diagnose fällt deutlich aus: „Das Rentensystem ist extrem, es gibt keine guten Renten.“ Wer im Alter auskommen wolle, müsse selbst vorsorgen.

Harsche Kritik am Sozialstaat

Besonders bitter sei für ihn der Blick auf die eigenen Einzahlungen. „Was ich in die Rente eingezahlt habe, das kriege ich nie raus“, sagt Knaup. Würde er die Summe nennen, „würde man beim Vergleich zu dem, was mir über 50 Jahre abgezogen wurde, hintenüberfallen“. Sein Fazit ist ernüchternd – und systemkritisch zugleich: „Das ist der Sozialstaat, ich habe so viel eingezahlt, aber von der Rente kann ich nicht leben.“

Dass er heute nicht in finanziellen Schwierigkeiten steckt, verdankt Knaup seiner Eigeninitiative. „Ich habe selbst vorgesorgt“, sagt er. „Dadurch, dass ich gute Berufsjahre hatte, konnte ich das.“

Junge Generation muss selbst vorsorgen

Gleichzeitig blickt Knaup mit Sorge auf die kommenden Generationen. Das Rentenproblem werde sich weiter verschärfen, glaubt er. „Die junge Generation kann nicht von der Rente leben, sondern muss selbst vorsorgen.“ In seiner eigenen Familie hat er daraus bereits Konsequenzen gezogen. Sein ältester Sohn arbeite als Kardiologe und Onkologe in Zürich und habe bereits ausgesorgt. Sein jüngster Sohn sei fast 18 Jahre alt: „Ich habe etwas für ihn angelegt, was er dann weiterführen kann.“ Ziel sei es, ihm später ein finanziell abgesichertes Leben zu ermöglichen. „Damit wird er dann ein gutes Auskommen im Alter haben.

Dass Rentner heute zunehmend aufgefordert würden, länger zu arbeiten, überrascht Knaup nicht. Sie „werden aufgerufen, bis 70 zu arbeiten, weil sich der ganze Staat sonst nicht mehr erhalten kann“, so der Schauspieler. Für ihn ist das keine abstrakte politische Debatte, sondern gelebte Realität.