Kein Fortschritt bei „grober Buckelpiste“: Bürgermeister richtet Hilferuf an Ministerin

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Der Zustand der Staatsstraße 2072 zwischen Bergbahn-Kreisel und Wegscheid ist schlecht. © Pröhl/A

Bürgermeister Stefan Klaffenbacher (FWG) nutzte den Besuch von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU), um den geplanten Ausbau der Staatsstraße 2072 anzusprechen.

Lenggries/Wegscheid – Der Zustand der Staatsstraße 2072 zwischen Lenggries und Wegscheid treibt viele Gemeinderäte um. Noch mehr, seitdem klar ist, dass die marode Fahrbahn als Umleitungsstrecke dienen muss, wenn 2029/30 die Isarbrücke erneuert wird. Da beim Staatlichen Bauamt aus Sicht der Gemeinde aber seit Jahren wenig vorwärtsgeht, versuchen die Mandatsträger auf allen möglichen Wegen, Druck zu machen. Erst jüngst wurde im Gremium beschlossen, eine Resolution ans Verkehrsministerium zu formulieren (wir berichteten).

Bürgermeister geht es um den Flächenbedarf für die Straßenverlegung

Bürgermeister Stefan Klaffenbacher (FWG) nutzte jetzt den Besuch von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) in Wegscheid (wir berichteten), um ihr das Thema ans Herz zu legen. Der Versuch, die „grobe Buckelpiste“ auszubauen, ziehe sich jetzt seit über zehn Jahren. Er wisse schon, dass das Ganze an sich nicht im Zuständigkeitsbereich der Ministerin liege. Es gehe ihm hier aber um das Thema Tauschflächen für landwirtschaftlichen Grund.

Lieber ins FFH-Gebiet als auf landwirtschaftliche Flächen

Die Straße soll auf sechs Meter Breite ausgebaut, der Verlauf etwas verändert werden, auch um Kurven zu entschärfen. Dafür sei einiges an Grunderwerb nötig. „Wir haben von Seiten der Gemeinde dem Freistaat ein Grundstück zuschanzen können, um einen Großteil des Flächenerwerbs durchführen zu können“, sagte Klaffenbacher. Nun gebe aber noch eine größere landwirtschaftliche Fläche eines aktiven Landwirts, der auf einer Länge von 500 Metern etwa 1300 Quadratmeter abtreten müsste. „Im Idealfall verkauft er sie, weil der Freistaat kaum Tauschflächen hat“, so Klaffenbacher. Allerdings wäre der Verlust an landwirtschaftlicher Fläche in diesem Maß nicht nötig, wenn man den Straßenverlauf ein Stück nach Osten verschieben würde. „Dort ist alles im Eigentum des Freistaats“, der Grund befinde sich allerdings im FFH- und Landschaftsschutzgebiet, so Klaffenbacher. „Da weicht jeder zurück. Ich verstehe nicht, warum die private Fläche offenbar weniger wert ist als die Staatsfläche beziehungsweise die naturgeschützte Fläche.“ Dabei seien „die größten Naturschützer unsere Landwirte“, betonte Klaffenbacher.

Landwirtschaftsministerin will mit Umweltminister Glauber sprecher

Er bat Kaniber, die Gemeinde beim Bemühen, landwirtschaftliche Flächen zu erhalten, zu unterstützen. „Da darf der Freistaat auch ruhig mal auf den Naturschutz einwirken.“ Kaniber betonte, dass sie das Thema gerne mitnehme. Sie wisse, dass man im Bereich Naturschutz oft an Grenzen stoße, wo man einfach nicht weiterkomme. Sie bat Klaffenbacher, ihr den Vorgang zu schicken. Sie werde dann auch gerne mit Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) darüber sprechen. „Ich probiere es, ich kann Ihnen aber nichts versprechen“, so Kaniber.

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