Es ist ein Thema, das die Gemeinderäte seit Jahren aufregt: der Zustand der Staatsstraße 2072. Jetzt soll eine Resolution ans bayerische Verkehrsministerium gerichtet werden – mit einer deutlichen Forderung.
Lenggries - „Groß erläutern muss ich das nicht“, sagte Bürgermeister Stefan Klaffenbacher (FWG) in der jüngsten Gemeinderatssitzung einleitend. Seit 15 Jahren werde über die Sanierung gesprochen. Vorangehe „sehr wenig“. Dabei sei er der Meinung, „dass das eine der schlechtesten Staatsstraßen im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Bauamts Weilheim ist“.
Die Freie-Wähler-Fraktion teilt offensichtlich diese Ansicht. Sie beantragte in der Sitzung, dass die Verwaltung eine Resolution erstellt, die ans bayerische Verkehrsministerium gerichtet werden soll. Die Forderung ist klar: Erst muss die Staatsstraße zwischen Lenggries und Wegscheid saniert werden, bevor der Neubau der Lenggrieser Isarbrücke in Angriff genommen werden kann.
Ausschlaggebend sei die Vorstellung der Pläne für den Brückenneubau durch das Staatliche Bauamt in der Februarsitzung gewesen, erläuterte Günter Haubner. Schon damals habe man darauf hingewiesen, dass die Staatsstraße auf keinen Fall als Umleitungsstrecke dienen könne, solange sie in diesem Zustand sei. „Die Aussage dazu war aber nur, dass wir uns gedulden müssen, die finanziellen Mittel nicht vorhanden sind und die personellen Ressourcen für den Grundstückserwerb fehlen“, sagte der FWG-Fraktionschef.
Bürgermeister kritisiert „Ausreden“ von Staatlichem Bauamt
Letzteres bringt übrigens bei Klaffenbacher „das Fassl zum Überlaufen“. Die Gemeinde habe bereits 2022 eine Tauschfläche angeboten, die das Projekt entscheidend voranbringen könnte. „Dieses Frühjahr gab es ein Gespräch mit Anliegern, aber nicht einmal da ist die Tauschfläche vorgelegt worden“, sagte der Bürgermeister mit Blick auf das Vorgehen der Weilheimer Behörde. Stattdessen höre er immer wieder „Ausreden, warum das Projekt nicht vorankommt“.
Durch die Resolution soll erreicht werden, dass nicht immer nur die Gemeinde die Sanierung fordert, sondern auch von Seiten des Ministeriums aufs Staatliche Bauamt eingewirkt wird. „Des Weiteren soll die Resolution auch eine nochmalige Überprüfung hinsichtlich der Machbarkeit einer Verlegung der S2072 in Richtung der Isar im Bereich ,Grasmüller-Kurve‘ und Ortseinfahrt Lenggries auf Grundstücksflächen des Freistaats enthalten, um so eine übermäßige Grundstücksabtretung eines einzelnen Grundstückseigentümers zu vermeiden“, heißt es im FWG-Antrag. Zudem hat Klaffenbacher auch das Gespräch mit den Landtagsabgeordneten Thomas Holz (CSU) und Florian Streibl (FW) gesucht und hofft auch von dieser Seite auf Unterstützung. „Herr Streibl will sich die Sache auch noch einmal anschauen“, sagt Klaffenbacher.
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Einstimmig beauftragte der Gemeinderat am Montag die Verwaltung mit der Erstellung der Resolution. „Hierbei sollen seitens der Gemeinde alle Fakten und insbesondere die zeitlichen Abläufe hinsichtlich der seitens der Gemeinde längst gewünschten und mittlerweile dringend erforderlichen Sanierung der S2072 erarbeitet und aufgeführt werden“, so der Antrag der FWG. Bevor die Resolution endgültig ans zuständige Ministerium geschickt wird, muss sie aber erst noch einmal im Gremium behandelt werden.
Die Zeit drängt
Dabei drängt die Zeit durchaus. Der Neubau der sanierungsbedürftigen Isarbrücke ist für 2030 geplant – unter Umständen auch schon ein Jahr früher. Im Zuge der umfangreichen Bauarbeiten wird der Punkt kommen, an dem die Brücke komplett gesperrt werden muss. Dann müsste der Umleitungsverkehr über die Staatsstraße laufen – inklusive der Busse und des Schwerlastverkehrs. Haubner: „Aus unserer Sicht ist es unverantwortlich, wenn man die Straße so belassen würde.“