Zur 33. Bayerischen Meisterschaft im Goaßlschnalzen treten zwei Nachwuchsgruppen der Fischbachauer zum ersten Mal in der Oberlandhalle an. Eine Woche später folgt das Jubiläum.
Fischbachau/Miesbach – Obwohl die Goaßl – zum Glück – noch ein rein analoges Instrument ist: Auch die Fischbachauer Schnalzer gehen mit der Zeit. So luden sie kürzlich zusammen mit den Kollegen aus Niklasreuth und Sachsenkam zu einer Werterprobe mit Videoanalyse ein. Mit dem Ziel, gerade den jungen Teilnehmern der 33. Bayerischen Meisterschaft am morgigen Freitag in der Miesbacher Oberlandhalle die Scheu vor dem Auftritt auf der großen Bühne zu nehmen – und die Angst, aus Unerfahrenheit bei der Beurteilung grob daneben zu langen. Drei Gruppen schnalzten beim Testlauf vor – gefilmt von einer Kamera. Das Ergebnis schauten sich die Teilnehmer dann über einen Beamer beim Wirt an und glichen es mit den in einer Excel-Liste am Computer zusammengefassten Wertungspunkten ab.
Zwischen 60 und 70 Schnalzer waren der Einladung zur Probe gefolgt, berichtet Andreas Auer von den Fischbachauer Goaßlschnalzern, die die Meisterschaft auch heuer wieder gemeinsam mit den Niklasreuthern und den Sachsenkamern ausrichten. Die hohe Nachfrage wundert Auer nicht: „Jede Gruppe muss einen Werter stellen.“ Und weil sich heuer sage und schreibe 24 Mannschaften angemeldet haben, ist auch das mit der Punktevergabe betraute Gremium gut besetzt. Sehr zur Freude von Auer und den anderen Organisatoren: „Die Motivation beim Nachwuchs ist enorm“, stellt Auer zufrieden fest und führt das nicht zuletzt auf die erfolgreiche Meisterschaft 2024 zurück, bei der 17 Gruppen in Miesbach um den Titel schnalzten. Seitdem hätten sich nicht nur neue, junge Mannschaften gebildet, sondern sich auch die eine oder andere inaktive Gruppe wieder belebt.
Bei den Fischbachauern selbst ist der Zuspruch besonders groß. 18 junge Burschen trainieren jeden Montag fleißig, um sich bei ihrer ersten Meisterschaft bestmöglich zu präsentieren. Weil im Rund der Oberlandhalle nur maximal zehn Schnalzer gleichzeitig antreten können, sind die Fischbachauer gleich mit zwei Nachwuchsgruppen und natürlich den zehn erfahrenen Aktiven vertreten. Ein schöneres Geschenk zum 50-jährigen Bestehen hätte es kaum geben können, meint Auer. Zumal nur eine Woche nach der Meisterschaft in der heimischen Wolfseehalle die große Jubiläumsfeier ansteht, bei der auch noch die Senioren einen Auftritt zugesagt haben. In Summe also ziemlich genau 50 Schnalzer und Musikanten – passend zur Jahreszahl. „Was für ein Glück“, schwärmt Auer.
Drei Generationen schnalzen beim Jubiläum
Das empfanden auch Peter Regauer, Stephan Regauer, Anton Bucher und Hans Gschwendtner, als sie 1975 laut Chronik „mit viel Leidenschaft und Begeisterung“ den Grundstein für die Schnalzer-Tradition in Fischbachau legten. Es dauerte nicht lange, bis sie – auch dank guter persönlicher Kontakte – ihr Können an der Goaßl auch fern der Heimat unter Beweis stellen konnten. Bei Auftritten in England, Frankreich und sogar in den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Oman seien sie zu „Botschaftern bayerischen Brauchtums“ geworden. Der Generationsübergang auf die derzeit aktive Gruppe erfolgte 2008, berichtet Auer. Und pünktlich zum 50-Jährigen stehe nun ja schon die nächste Truppe in den Startlöchern.
Dass sie ihre Meisterschaftspremiere in Miesbach feiern können, ist noch so ein Glücksfall in diesem besonderen Jahr für die Fischbachauer Goaßlschnalzer. Normalerweise wäre heuer Traunstein gemäß des Drei-Jahres-Turnus an der Reihe gewesen, berichtet Auer. „Da steht aber die Halle nicht mehr zur Verfügung.“ Nachdem auch Weilheim die Organisation nicht hinbekommen habe, ging der Zuschlag zum zweiten Mal in Folge an die Miesbacher Oberlandhalle. Egal wie das Ergebnis der Werter am Ende aussieht: Alle Schnalzer sollen mit einem guten Gefühl auf die Meisterschaft zurückblicken können, betont Auer. „Jeder bekommt ein Hutzeichen und eine Ehrengabe.“ Ein weiterer Grund, es beim Jubiläum eine Woche später in der Wolfseehalle so richtig krachen zu lassen – mit und ohne Goaßl.
Meisterschaft und Feier
Die 33. Bayerische Meisterschaft im Goaßlschnalzen findet statt am Freitag, 3. Oktober, in der Oberlandhalle in Miesbach. Los geht‘s um 10 Uhr, die Ergebnisse sollten am frühen Nachmittag feststehen. Zuschauer sind bei freiem Eintritt herzlich willkommen. Ihr 50-jähriges Bestehen feiern die Fischbachauer Goaßlschnalzer dann am Freitag, 10. Oktober, um 19.30 Uhr (Einlass 18.30 Uhr, Eintritt frei) in der Wolfseehalle in Fischbachau. Geplant sind Auftritte der Schnalzer und ihrer Gäste, ein Kesselfleischessen sowie eine Rüscherl- und Aperolbar. Die Blaskapelle ProMill sorgt für Stimmung. Laut wird‘s in der Wolfseehalle auch am Samstag, 11. Oktober, bei der Party „Born to be scharf“ mit DJ Fandic.