Raus aus Hillers Schatten: Ex-Kieler Dähne feiert Debüt im Tor des TSV 1860

  1. Startseite
  2. Sport
  3. TSV 1860

Kommentare

Starke Paraden, stabile Nerven: Thomas Dähne bestätigte im Ligaspiel gegen Essen seine gute Vorbereitung. Auch bei den Fans scheint er gut anzukommen.

München – Sprung über die Werbebande – und rein in den Auswärtsblock. Dort freute sich ein Fan über die frisch überreichten Handschuhe von Thomas Dähne. Auch das Trikot war begehrt, doch da winkte der Neuzugang ab. Geht leider nicht, gestikulierte er. Schließlich war das Spiel in Essen erst der Auftakt einer Saison, in der der erstligaerfahrene Ex-Kieler das grüne Torwartleiberl mit der 21 noch 37 weitere Male tragen will.

Feuertaufe bestanden: Thomas Dähne hielt gut in Essen, wurde hinterher freundlich in der Kurve begrüßt.
Feuertaufe bestanden: Thomas Dähne hielt gut in Essen, wurde hinterher freundlich in der Kurve begrüßt. © Stefan Matzke

Aus der Nummer 1 wurde eine 21. Aus Marco Hiller, der am Samstag sein Debüt für Eupen in der 2. Liga Belgiens feiert, wurde Thomas Dähne, der beim TSV 1860 mit seiner Glücksbringer-Nummer zwischen den Pfosten steht. Bilanz seines Drittliga-Debüts: früh geschlagen, dann sicher. Beim langen Einwurf noch zur Stelle, bei der abgefälschten Flanke machtlos – Rios Alonso traf für Essen. „Slapstick“, grantelte der Oberbayer. Danach: Flugeinlage bei Moustirs Fernschuss (34.), starkes Reaktionsspiel gegen Arslan (87.).

Thomas Dähne zeigt sich als verlässlicher Rückhalt im Tor des TSV 1860

„Für mein Debüt in der 3. Liga war’s in Ordnung“, sagte Dähne nüchtern – und der Anhang sah’s ähnlich. Kein einziger Marco-Hiller-Ruf, keine hämischen Gesänge. Ganz anders als vor einem Jahr, als René Vollath gegen Stuttgart II drei Gegentore kassierte – darunter eines von der Mittellinie, später zum „Tor des Monats August“ gekürt.

Damals hatte sich der 1860-Anhang sein Urteil schnell gebildet. Es folgte Vollaths Totopokal-Panne gegen Haching (1:3), die Anfeindungen aus dem eigenen Lager hatten sein Nervenkostüm angekratzt. Dähne dagegen startet mit Rückenwind – sportlich wie mental scheint er bereit, das schwere Hiller-Erbe zu schultern. Bereits in der Vorbereitung hatte er sich als starker Rückhalt präsentiert. Nur ein Gegentor im Sommer, keine groben Wackler. Auf dem Platz ruhig, in der Kabine präsent – so sieht ihn auch Trainer Patrick Glöckner: „Was wir von ihm gesehen haben, war richtig gut. Er ist ein positiver Typ, hat das richtige Maß an Lockerheit und Ernst. Ich glaube, wir haben da einen Torwart verpflichtet, der uns weiterbringt.“

„Ich kenne Marco nicht persönlich, habe auch nie gegen ihn gespielt“

So kann’s weitergehen für den 31-Jährigen, der auch eine private Motivation hat, dass 1860 für ihn kein Kurzgastspiel bleibt. Haus in Salzburg gebaut, das zweite Kind unterwegs. Als Buffon, der noch mit 42 zwischen den Pfosten steht, sieht er sich nicht – dazu macht er sich schon jetzt zu viele Gedanken über die Zeit nach der Karriere. In Helsinki studierte er Immobilienmanagement, später schwebt ihm eine Ausbildung zum Polizisten vor. Vielleicht rührt seine Selbstsicherheit auch daher. Da scheint jemand mit sich und der Welt im Reinen zu sein – und auch mit der Zeit vor ihm.

Vorgänger Hiller? Für Dähne kein Thema. „Ich kenne Marco nicht persönlich, habe auch nie gegen ihn gespielt“, sagt er knapp. Eine Ära wie der Gröbenzeller (17 Jahre im Verein) wird Dähne vermutlich nicht prägen. Doch Glöckner glaubt: „Wenn einer alles für den Verein gibt, sich aufopfert und immer wieder ein paar geile Paraden zeigt – dann akzeptieren das die Fans.“

Danach sieht es aus. Dähnes Paraden in Essen – die ersten Schritte raus aus dem langen Hiller-Schatten. Vielleicht wird er kein Zaunkönig wie sein Vorgänger, aber einer, den die Fans gerne nach dem Spiel in der Kurve abfeiern.

Auch interessant

Kommentare

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/sport/tsv-1860/ex-kieler-daehne-feiert-debuet-im-tor-des-tsv-1860-zr-93869569.html