„Nie gedacht, dass das so einschlägt“: Familie sammelt tonnenweise Kronkorken für den guten Zweck

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Katharina Schilcher und ihr Mann Leonhard bei der Übergabe eines vollen Sacks gesammelter Deckel an Peter Walbach (re.) vom Verein Kronkorkenhilfe. © Katharina Schilcher

Seit gut einem halben Jahr sammelt die Birkländer Familie Schilcher Kronkorken für den guten Zweck. Doch mit einer solchen Resonanz hatte sie nicht gerechnet. Allein in den ersten vier Monaten kam über eine Tonne an Verschlüssen zusammen. „Die Anteilnahme ist einfach riesig.“

Birkland – Es war ein Zufall, der die Schilchers mit dem Verein „Kronkorkenhilfe Oberbayern“ in Fürstenfeldbruck in Verbindung gebracht hatte. Über ihre Schwägerin war Katharina Schilcher auf der Suche nach einem Abnehmer für ihre gesammelten Flaschendeckel auf die gemeinnützige Organisation aufmerksam gemacht worden, die die metallenen Verschlüsse an einen Wertstoffhändler verkauft und mit dem Erlös kranke und hilfsbedürftige Kinder und Familien unterstützt.

Weil auch ihr in Alling lebender Neffe bereits auf diese Weise Hilfe erfahren hatte, bringt Schilcher nicht nur ihre Umzugskisten voller Kronkorken nach Fürstenfeldbruck, sondern stellt den Hof ihrer Familie auch als erste Sammelstelle im Landkreis zur Verfügung.

Zu den fleißigen Kronkorkensammlern für den gemeinnützigen Verein zählt auch der Kindergarten Hohenfurch.
Zu den fleißigen Kronkorkensammlern für den gemeinnützigen Verein aus Fürstenfeldbruck zählt auch der Kindergarten Hohenfurch, der sein Sammelgut nach Birkland bringt. © Schilcher

Seit die Heimatzeitung im Februar über das Engagement der Schilchers berichtete, herrscht auf dem Hof in Birkland ein reges Kommen und Gehen. „Wir werden überflutet mit Kronkorken, die Anteilnahme ist einfach riesig“, sagt die Birkländerin. „Nach dem Aufruf im Februar haben wir bis Juni eine Tonne Kronkorken gesammelt. Umgerechnet sind das eine halbe Million Deckel“, rechnet Schilcher vor.

Mittlerweile sammelt die Familie die Kronkorken in großen Bigpacks, die jeweils knapp 400 Kilogramm fassen. Alle sechs Wochen ist im Schnitt einer voll. Zum Abtransport kommt der Verein mit dem Anhänger vorbei. „Am Anfang haben wir noch versucht, die Deckel ins Auto zu schaufeln“, blickt Schilcher lachend zurück. Daran sei aufgrund der Menge nicht mehr zu denken.

Dank an alle Sammler

„Ich hätte nie gedacht, dass das so einschlägt“, sagt die Mutter von fünf Kindern. Viele Leute hätten sich begeistert gezeigt, dass man mit so wenig so viel erreichen könne, erzählt sie. Weil die Schilchers die Sammeltonne zwischenzeitlich von der Garage an die Maschinenhalle verlagert haben – „viele waren unsicher, ob sie auf den Hof fahren dürfen“ – bekomme man oft gar nicht mit, wenn Kronkorken abgegeben werden. Auch deshalb möchte die Birkländerin auf diesem Weg Danke sagen an alle Sammler fürs Mitmachen.

Nicht nur Privatpersonen unterstützen die Aktion. Auch viele Gaststätten, Kindergärten und Vereine sammeln fleißig metallene Deckel – sehr zur Freude der Schilchers. Erst jüngst erreichte die Birkländer ein Anruf vom Team der Kenzenhütte. „Die wollten wissen, ob wir noch sammeln, da sie Kronkorken vom ganzen Sommer abzugeben hatten.“

Doch an ein Ende der Sammel-Aktion denkt man bei den Schilchers noch lange nicht. Was man in kurzer Zeit erreicht habe, wolle man auch in Zukunft weiterführen. „Wir haben da eine gute Sache ins Laufen gebracht.“ Nicht nur die Verantwortlichen der „Kronkorkenhilfe“ dürfte das freuen.

Info: Gesammelt werden Kronkorken sowie metallene Schraubverschlüsse von Flaschen als auch Einweggläsern. Ebenfalls abgegeben werden können Drahtverschlüsse von Sektflaschen. Die Adresse der Sammelstelle lautet Milchviehbetrieb Schilcher, Klaft 1, Birkland.