Habachs Rathauschef Michael Strobl hatte für die Bürgerversammlung eine lange Liste an Themen. Darunter auch Dauerbrenner. Für den Bürgermeister war es der vorletzte Bericht.
Habach – Es war fast eine Punktlandung. Länger als zwei Stunden sollte sein Vortrag bei der Bürgerversammlung nicht dauern, dieser Rat wurde Habachs Bürgermeister Michael Strobl aus dem Sekretariat mitgegeben. Nach 119 Minuten war der Rathauschef im „Trödler“ durch.
Bei der Bürgerversammlung in Habach hatte Rathauschef Michael Strobl eine lange Liste an Themen dabei
Strobl hatte zahlreiche Präsentationsfolien vorbereitet. 135, wie er vorab verriet. Es war eine ellenlange Liste, die er für die Bürgerversammlung zusammengestellt hatte. Investitionen in Kindergarten und Schule, neue Unterkunft für Geflüchtete im Gewerbegebiet, Verbindungsleitung nach Penzberg, sanierungsbedürftige Brücke über dem Achgraben, Umbau der Abwasserpumpen, Carsharing-Angebot und Bebauungspläne standen unter anderem darauf.
Und Themen, um die Strobl nicht herumkommt. Auch wenn er diese schon oft ausgeführt hat und nun glaubte, dass diese der ein oder andere gar nicht mehr hören kann – etwa die millionenschweren Hochwasserschutzmaßnahmen („Aber es ist leider unser Problem: Dass wir für den Hochwasserschutz so viel Geld ausgeben müssen“) oder der Breitbandausbau („Wir sind inzwischen im neunten Programm.“).
Rund 80 Besucher hörten im „Trödler“ zu
Die rund 80 Bürgerinnen und Bürger hörten aber auch bei diesen Themen immer noch zu. Dann gab es Themen, die wollten die Anwesenden nicht nur hören, sie wollten auch etwas dazu sagen. Während der Präsentation ließ Strobl Wortbeiträge zu. Die kamen etwa zur Querverbindung. Für die „haben wir sehr bluten müssen“, sagte Strobl. Nach Bodenuntersuchungen „müsste jetzt die Ausschreibung laufen“. Die Fertigstellung sollte Anfang, Mitte 2026 sein. Ob die alte Antdorfer Straße nach wie vor zugemacht werden soll, lautete eine Bürgerfrage. Strobl bejahte. „Nicht meine Meinung“, betonte der Bürgermeister, der eine andere Idee präferiert hätte, um den Verkehr aus dem Ort herauszubringen: die Antdorfer Straße offenlassen und Rechts-vor-Links-Regelungen plus Tempo 30 in Habach.
Lastwagen und Ampelschaltung
Nicht das einzige Verkehrsthema, das umtreibt. Da wären die Lkws, die laut Strobl von Onlinediensten von der B472 durch Dürnhausen nach Antdorf navigiert werden. Oder die geplante Ampelschaltung auf der Bundesstraße bei Sindelsdorf. Mit welchem Rückstau bis Dürnhausen zu rechnen ist, weiß Strobl nicht. Berechnungen habe man noch nicht erhalten. Apropos Dürnhausen: Ein Spielplatz für den Ortsteil ist nicht in Sicht. Dazu fehlt der Gemeinde schlichtweg ein Grundstück.
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Penzberger Wasser-Suche ärgert Habach
Ein anderes Gefühl als Bedauern kam beim Bürgermeister beim Thema Wasser hoch. Eine „bissl schwierige Sache“, meinte Strobl. „Penzberg reicht eigentlich das Wasser nicht mehr, was sie entnehmen dürften“, sagte er. „Sie täten am liebsten einen Brunnen bauen.“ Offenbar ist die Sache mehr als bisserl schwierig. „Wir sind vehement dagegen“, sagte der Rathauschef, „links und rechts von uns möchten die einen Brunnen haben. Jetzt schauen wir, dass wir das irgendwie anders klären können.“ Das Ärgerliche an der Sache für Strobl: Bei jedem Gespräch, „ich glaube schon seit 1995“, habe man der Stadt nahegelegt, dass diese „irgendwo anders auch ein Gewinnungsgebiet suchen“ müsse.
Wirt fürs Eichbichlstüberl gefunden?
Mit Suchen kennt sich Habach in anderer Sache bestens aus – beim Eichbichlstüberl. „Wir haben einen Wirt“, hatte Strobl vor rund einem Jahr verkündet. „Dieses Mal sag ich: Ein Wirt ist in Anmarsch.“ Man habe eine mündliche Zusage. „Wir hoffen, dass ab Juni offen ist.“ Offen war vor wenigen Wochen der Geldautomat im Rathaus. Ein Einbruch. „Das war wirklich hammerhart“, sagte Strobl. Ende Mai soll ein neuer Geldautomat reinkommen.
Umfrage zum Dorfladen
Erfreuliches gab es zum Dorfladen zu berichten. Bei einer Umfrage – von 400 Fragebögen waren knapp 70 ausgefüllt – wurden unter anderem Schulnoten vergeben. Für die Preise gab es Noten zwischen 2,5 und 2,8. „Für uns sehr erstaunlich“, sagte Geschäftsführer Werner Liegel. „Es schwebt ja immer im Raum, der Dorfladen ist zu teuer.“ Die Bestnote gab es für das freundliche Personal (1,34). Solche Noten sind schön, nichtsdestotrotz muss auch der Umsatz stimmen. Liegel appellierte, den Dorfladen zu unterstützen und einzukaufen – und zwar nicht nur die Dinge, die man im Supermarkt vergessen hat.
Dass man die Jugend im Ort nicht vergisst, wollte Strobl auch noch deutlich machen. Er führte mehrere Punkte auf, etwa Krippe, Kindergarten und Schule – alle „top“ – oder das vielseitige Ferienprogramm.
Für Strobl ist im April 2026 Schluss
Für Bürgermeister Michael Strobl war es die vorletzte Bürgerversammlung als Rathauschef. „Ich kann von mir klipp und klar sagen, dass bei mir am 30. April nächsten Jahres Ende ist.“ Zuvor finden am 8. März 2026 die Kommunalwahlen statt. Dann brauche es einen neuen Bürgermeister und wahrscheinlich auch einige Gemeinderäte, falls welche aufhören, meinte Strobl.
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