„Mit dir rocken wir den Wahlkampf!“

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Blicken zuversichtlich in die Zukunft: SPD-Unterbezirksvorsitzender Bruno Peetrons gratuliert Angela Falkenhahn zur Wahl zur Landratskandidatin. © THOMAS PLETTENBERG

Die SPD hat ihre Landtagskandidatin gewählt: Mit Angela Falkenhahn schickt sie eine sozial engagierte Kommunalpolitikerin ins Rennen, die Politik im Dialog mit den Menschen machen will – und nicht in Hinterzimmern, wie die 61-Jährige betont.

„Mei, is des ois formell“, seufzt Angela Falkenhahn (61), während SPD-Unterbezirksvorsitzender Bruno Peetrons die Nominierungsversammlung am Mittwochabend im Bräustüberl Valley konstituiert. Die 20 anwesenden von insgesamt 24 Delegierten werden Falkenhahn in dieser Sitzung einstimmig zur Landtagskandidatin wählen. Zuvor aber muss Peetrons noch feststellen, dass sie form- und fristgerecht eingeladen wurden, die Tagesordnung genehmigt ist und weitere organisatorische Fragen klären. „Ich bin ein bisschen nervös“, sagt der 26 Jahre alte Sitzungsleiter. „Der ganze Papierkram, alles muss korrekt laufen.“

Direkte Demokratie

Dabei haben die langhaarigen Jungsozialisten, die bei der Durchführung helfen, alles im Griff. Pommes futternd sitzen sie nahe dem Eingang und tragen routiniert in eine Liste ein, wer kommt. Ein Juso im Snoopy-Pullover händigt den Ankommenden den Zettel aus, der sie als Delegierte ausweist. Denn unter den Gästen sind auch nicht-stimmberechtigte SPD-Mitglieder. Sie wollen ihrer Kandidatin den Rücken stärken.

„Liebe Genossinnen und Genossen“, sagt Falkenhahn, als der Tagesordnungspunkt „Nominierung der Kandidatin“ erreicht ist. „Es ist für mich eine große Ehre, dass ihr mir euer Vertrauen schenkt. Für mich heißt das: Ärmel hochkrempeln und anpacken!“ Sie wolle zeigen, dass die SPD im Landkreis aktiv und ansprechbar sei: „Gute Politik entsteht für mich nicht in Hinterzimmern, sondern im Dialog mit den Menschen.“ Die Bürgerbeteiligung, die sie als Valleyer Gemeinderätin initiiert hat (wir berichteten), will sie stärken. „Wir brauchen mehr Transparenz, mehr Mitsprache, mehr direkte Demokratie.“

In ihrer kompakten Rede plädiert die ausgebildete Kürschnerin, die in der Firma ihres Sohnes als Geschäftsleiterassistentin arbeitet, für soziale Gerechtigkeit: „Wir müssen zurück zu den Wurzeln der SPD“, sagt sie und kritisiert, dass die Zahl der Rentner, die Grundsicherung beziehen, seit 2021 um 30 Prozent gestiegen ist. „Diese Entwicklung können wir nicht ignorieren.“ Man müsse konkrete Hilfen auch im Landkreis anbieten. Besonders Frauen seien von Altersarmut betroffen: „Sie haben ihr Leben lang gearbeitet, Kinder groß gezogen und Angehörige gepflegt – und im Alter reicht das Geld nicht“, sagt Falkenhahn, die sich bei der AWO Miesbach als Schriftführerin engagiert und dem Katholischen Frauenbund angehört.

Die Situation von Frauen liegt Falkenhahn ohnehin am Herzen, was auch ein Grund für ihre Kandidatur sei. „Politik braucht die Stimmen und Perspektiven von Frauen“, sagt sie und fordert mehr Frauen auf den Listen für die anstehende Kommunalwahl. Auch bezahlbarer Wohnraum und der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sind ihr ein Anliegen.

Ein konkretes Ziel ist die Schaffung spezieller Wohnformen für Lehrlinge im Landkreis: „Nur wenn die Jungen eine echte Perspektive haben, bleibt unser Landkreis lebendig“, sagt Falkenhahn und kritisiert, dass es gerade für Azubis nahezu unmöglich ist, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Zudem möchte Falkenhahn eine sogenannte Schutzwohnung einrichten. „Wir haben im Landkreis kein Frauenhaus für Betroffene von häuslicher Gewalt.“

Familiärer Rückhalt

Bei der anschließenden Aussprache haben die Genossen Gelegenheit, sich zu Falkenhahns Rede zu äußern. Bad Wiessees Bürgermeister Robert Kühn sagt: „Wir werden für dich Kampfgeist beweisen, liebe Angela! Mit dir an der Spitze werden wir gemeinsam den Wahlkampf rocken!“ Der Juso-Vorsitzende Matthias Bär verspricht: „Wir Jusos werden dich tatkräftig unterstützen! Wir sind keine Bamperl-Partei, sondern eine seriöse Partei, und wir haben schon aussichtslosere Wahlen gewonnen!“

Auch Roberto Sottanelli vom Otterfinger SPD-Ortsverein verspricht seine Unterstützung, weshalb ein Anwesender interveniert, als sich auch Otterfings Bürgermeister Michael Falkenhahn zu Wort melden will. „Otterfing war schon dran“, sagt er. Michael Falkenhahn stellt klar: „I bin ned Otterfing, I bin da Bruada.“ Er umarmt seine große Schwester und sagt: „Es freut mich, dass einer in meiner Familie ein höheres Amt anstrebt.“

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