Eine große Trauergemeinde hat sich von dem Altbürgermeister der Gemeinde Hilgertshausen-Tandern Hans Kornprobst bei dessen Beerdigung verabschiedet.
Hilgertshausen- Tandern – Eine überaus große Trauergemeinde hat Abschied von Hilgertshausen-Tanderns Altbürgermeister Hans Kornprobst genommen. Er war nach schwerer Krankheit im Alter von 75 Jahren verstorben.
Den Trauergottesdienst zelebrierten Pfarrer Michael Heinrich und Diakon Josef Forster. Pfarrer Heinrich würdigte Hans Kornprobst als gläubigen Christen und sprach Ehefrau Resi und den Familien der drei Kinder und den Enkelkindern Trost zu. „Bescheiden für sich, aber engagiert für andere“, so beschrieb er Hans Kornprobt.
Kornprobsts Kindheit war von der Nachkriegszeit geprägt, er wuchs in der elterlichen Bäckerei in Hilgertshausen auf und absolvierte zunächst eine Bäckerlehre absolvierte. Später wechselte er aber ins Bankgeschäft und leitete noch fast 30 Jahre die Hilgertshausener Geschäftsstelle der Volksbank-Raiffeisenbank.
Der Sport zog sich wie ein roter Faden durch das Leben von Hans Kornprobst. Schon als Kind spielte er Fußball beim TSV Hilgertshausen. Der Pfarrer erinnerte daran, dass Kornprobst „über Jahre mit Abstand bester Spieler in der ersten TSV-Mannschaft gewesen ist“. Auch als Fußball-Jugendtrainer, Skifahrer und Tennisspieler habe man ihn geschätzt.
Der Geistliche erzählte, dass Hans Kornprobst ein ausgeprägter Familienmensch war, der durchaus auch gerne unter Leuten war, wie der Geistliche besonders betonte. Kornprobst habe „als Bürgermeister denen geholfen, die nicht der Norm entsprechen“ und er wusste den alten Konflikt der Doppelgemeinde gut zu lösen, so Pfarrer Michael Heinrich.
Sein Ziel war stets das Gemeinsame, das Verbindende.
Vor den vielen Gemeindechefs aus dem Landkreis und darüber hinaus sowie ebenso vielen Altbürgermeistern unter den Trauergästen sprach Hilgertshausen-Tanderns Bürgermeister Markus Hertlein über seinen Vorgänger. Er sprach von einem Wegbereiter „und einem Vorbild für uns alle. Sein Umgang mit Menschen war geprägt von einem harmonischen Miteinander, unabhängig davon, ob er mit Bürgerinnen und Bürgern sprach oder schwierige Entscheidungen im Gemeinderat zu treffen waren“. Mit Geduld, Weitsicht und seinem feinen Gespür für Menschen habe Kornprobst Brücken gebaut, zwischen Interessen, Ideen und manchmal auch unterschiedlichen Ansichten. „Streit war nie sein Weg. Sein Ziel war stets das Gemeinsame, das Verbindende“, so Hertlein.
Er ging auch auf verschiedenen Projekte in der Gemeinde ein, die die Handschrift Kornprobsts tragen. So sei der Solarparkbau in Unterdinkelhof ein Meilenstein für erneuerbare Energien gewesen. „Der Umbau des ehemaligen Pfarrhofs in Hilgertshausen zu einer Kinderkrippe war ein Herzensprojekt von ihm und auch bei den Planungsvorbereitungen für den Neubau des Feuerwehrhauses in Tandern hat er Weitsicht bewiesen.“
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Leider habe Kornprobst in den letzten Jahren seines Lebens eine schwere gesundheitliche Prüfung durchstehen müssen, die ihn auch dazu gezwungen habe, das Bürgermeisteramt, das er von 2008 an ausübte, im Jahr 2017 aufzugeben, genau wie sein Mandat als Kreisrat. Landrat Stefan Löwl erinnerte daran, dass er Kornprobst als guten Ratgeber erlebt hatte. Löwl verhehlte auch nicht, dass es Personen in der Gemeinde Hilgertshausen-Tandern gab, die Kornprobst mit „ehrabschneidenden Behauptungen das Leben schwer gemacht haben“. Dass Kornprobst aufgrund seines gesundheitlichen Zustands konsequent gehandelt und sich aus der Politik zurückgezogen habe, wertete der Landrat als „vorbildliches Verhalten“.
„Er war kein Lautsprecher, sein Markenzeichen war, dass er immer den Menschen zugewandt war und sich um die Demokratie im Landkreis verdient gemacht hat“, urteilte der Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath in seiner Trauerrede. Klaus Berger, der Vorstand der Volksbank-Raiffeisenbank Dachau sagte, dass Kornprobst mit seiner Offenheit und Fröhlichkeit der Bank ein unverwechselbares Gesicht gegeben habe. Auch dem Vorstand des TSV Hilgertshausen, Hans Pröbstl, fiel es schwer, Abschied zu nehmen.
Ergreifend war die musikalische Gestaltung der Trauerfeier in der Kirche sowohl mit dem Chor als auch mit moderner Musik und Gesang. Und auch bei der Beerdigung auf dem Friedhof in Gumpersdorf nahm die Bembegga Musi musikalisch Abschied, nachdem die vielen Fahnenträger der Vereine Hans Kornprobst die letzte Ehre erwiesen hatten.