Einer der größten Arbeitgeber der Region in der Krise? Nach Aussagen der IG Metall plant Weber angeblich Stellenabbau. Das Unternehmen nimmt Stellung.
Wolfratshausen– Mit rund 380 Mitarbeitern am Produktionsstandort Wolfratshausen gehört die Weber Schraubautomaten GmbH zu den größten Arbeitgebern in der Region. Ob Entwicklung, Produktion, Vertrieb, IT-Support, Lagerlogistik oder Fertigungssteuerung – bei Weber kann man in vielen Bereichen Karriere machen, schreibt die Firma auf ihrer Homepage über sich selbst. Das Unternehmen wurde schon mit dem Wirtschaftspreis der Stadt Wolfratshausen ausgezeichnet. Doch inzwischen trüben düstere Gerüchte das strahlende Bild des Arbeitgebers. Aus der Belegschaft wurden Gerüchte laut, Weber wolle rund 60 Mitarbeiter entlassen.
Ein Funktionär des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) heizt sie weiter an: „Vergangene Woche waren wir bei der Betriebsversammlung von Weber dabei“, berichtet Patrick Grabanyi von der IG Metall. Zuvor habe sich Weber Geschäftsführer Felix Kleinert an den Betriebsrat gewandt. Im Gespräch habe Kleinert angekündigt, dass sich das Unternehmen „verschlanken“ wolle – sprich: Prozesse sollen so umgestaltet werden, dass künftig mit weniger Aufwand, Ressourcen und Personal gearbeitet wird.
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„Wie viele Arbeitsplätze konkret betroffen sind, wurde weder dem Betriebsrat noch den Beschäftigten bislang mitgeteilt“, betont Grabanyi. Die Firma befinde sich derzeit in einer konjunkturellen Krise – auch, weil „die Automobilindustrie in diesem Jahr schwächelt“, so der IG-Metall-Vertreter. Die Nachfrage nach neuen Schraubautomaten sei demzufolge eingebrochen.
Weber arbeite derzeit an einem Zukunftskonzept. Im nächsten Schritt sei ein Interessenausgleich mit dem Betriebsrat geplant. „Wir stehen mit Weber im Austausch und befinden uns derzeit in einer Informationsphase“, sagt Grabanyi. Die Gewerkschaft hat dem Unternehmen inzwischen einen Fragenkatalog übermittelt. Nun warte der DGB auf weitere Rückmeldungen und konkrete Details seitens Weber.
Nicht das erste Mal sorgt der Maschinenbauer aktuell für Schlagzeilen. Im August informierte der Betrieb kurzfristig über einen Geschäftsführerwechsel – noch am selben Tag, an dem Karl Bujnowski, jetzt ehemaliger CEO, sein Büro räumen musste. Seinen Platz übernahm Interims-Geschäftsführer Felix Kleinert. Auf Nachfrage erklärte Pressesprecher Benedikt Burger damals: „Dass die Mitteilung und der tatsächliche Zeitpunkt des Ausscheidens von Herrn Bujnowski zusammenfielen, liegt daran, dass die Gesellschafter gemeinsam mit dem Beirat den Übergang bewusst kurzfristig und reibungslos gestalten wollten.“
Auch diesmal reagiert Burger prompt auf die neuen Gerüchte: „Bei Weber hat es keine Entlassung von 60 Mitarbeitenden gegeben“, stellt er auf Nachfrage klar. Vollständige Entwarnung gibt es aber nicht. Wie viele andere Unternehmen spüre auch Weber die „momentan herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. In diesem Zusammenhang lassen sich mögliche zukünftige Anpassungen grundsätzlich nicht ausschließen“, so der Sprecher.
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Auf die Frage, ob es derzeit oder in absehbarer Zukunft gar keine Entlassungen gebe, wird Burger zurückhaltender. Weber überprüfe regelmäßig, „welche Maßnahmen sinnvoll sind, um das Unternehmen nachhaltig und zukunftssicher aufzustellen“. Zu möglichen Ergebnissen oder Entscheidungen wolle man sich aber erst äußern, „wenn diese intern abgeschlossen und kommuniziert sind“.