Fußball-Sportverein und Freiwillige Feuerwehr feierten in Amberg gemeinsam

  1. Startseite
  2. Bayern
  3. Augsburg & Schwaben
  4. Kurier Mindelheim

KommentareDrucken

Ambergs 1. Bürgermeister Peter Kneipp (Mitte) überreichte den Vorsitzenden der Jubliäumsvereine – Martin Rüger (r., FFW) und Andreas Bleyer (FSV) – ein Geschenk der Gemeinde. © Treude

Die Amberger ließen vier Tage lang ihre Freiwillige Feuerwehr und ihren Fußball-Sportverein bei einem gemeinsamen Fest hochleben.

Amberg – Der FSV feierte sein 75-jähriges Jubiläum, die Freiwillige Feuerwehr gar ihr 150-jähriges Gründungsfest. Das regnerische Wetter meinte es nicht ganz so gut mit Jubilaren und Gästen, dem Fest tat es aber kaum Abbruch. „Es hätte schlimmer kommen können“, meinte der FSV-Vorsitzende Andreas Bleyer, als alles rum war.

Fußballer und Feuerwehrler feiern gemeinsam ein Doppeljubiläum

Eröffnet wurde der Feier-Marathon mit dem offiziellen Fest­abend der Amberger Floriansjünger im Festzelt, zu dem der Vorsitzende des Feuerwehrvereins Martin Rüger sowohl seine Feuerwehrkameraden als auch Bürgerinnen und Bürger, Mitglieder des FSV und weiterer Amberger Vereine, Angehörige befreundeter Wehren (einschließlich der Patenwehren aus Irsingen, Mattsies und Buchloe) sowie zahlreiche Ehrengäste – darunter Landrat Alex Eder, Ortsbürgermeister Peter Kneipp samt Gemeinderäten und Bürgermeister der VG-Gemeinden – begrüßen konnte. Für den musikalischen Rahmen sorgte gewohnt gekonnt der Musikverein Rammingen.

Höhepunkt des Festabends war die Segnung des neuen Mannschaftstransportwagens (MTW) mit Anhänger durch Pfarrer Martin Skalitzky. Den MTW (Kosten: 69.000 Euro) hatte die Gemeinde beschafft, die nach Abzug der staatlichen Förderung und von Sponsorengeldern noch etwa die Hälfte der Summe selbst aufbringen musste.

Blick zurück auf die Geschichte der Feuerwehr

Feuerwehrkommandant Dominik Bäßler erinnerte an einige wesentliche Stationen aus 150 Jahren Amberger Feuer­wehrgeschichte: An die offizielle Gründung im Oktober 1874, nachdem es bereits in den Jahren zuvor Bestrebungen gegeben hatte, Vorsorge für die Brandbekämpfung im Ort zu treffen. Mit Handspritzen, Dachleitern und Feuerhaken, bald auch mit einer mobilen mechanischen Saugspritze war die Ausrüstung im Gegensatz zu heute recht übersichtlich. 1875 erfolgte die Aufnahme in den Bayerischen Landesfeuerwehrverband.

Bäßler überflog die folgenden Jahrzehnte mit den beiden verheerenden Weltkriegen. Vornehmlich zur Bekämpfung von Bränden nach Luftangriffen beschaffte man 1944 eine Motorspritze. 1945 wurde die Feuerwehr deaktiviert, aber bereits zwei Jahre später wieder mit 34 Feuerwehrmännern aktiviert. Ein neues Gerätehaus wurde 1956 gebaut, 1958 eine moderne Motorspritze und 1975 das erste Feuerlöschfahrzeug (LF 8) beschafft.

Viele Anschaffungen in den letzten 40 Jahren

1983 steuerten mehrere Landwirte eine Heustockmesssonde bei, 1986 wurde mit einer Spende ein Heuwehrgerät beschafft. 1989 kam eine Tragkraftspritze TS8 hinzu, 1991 auch Atemschutzgeräte. Bereits seit 1996 haben die Amberger Floriansjünger mit Diakon Dr. Adalbert Keller einen eigenen Notfallseelsorger in ihren Reihen. Im gleichen Jahr wurde das Feuerwehrhaus in Eigenleistung erweitert, 2017 das erneut vergrößerte Feuerwehrhaus eingeweiht.

Mit dem bereits 2022 beschafften Lastenanhänger und dem nigelnagelneuen MTW konnte die Amberger Feuerwehr ihre Ausstattung weiter optimieren. Die Feuerwehr zählt aktuell 260 Mitglieder, davon 56 Aktive und hat seit dem vergangenen Jahr eine inzwischen elfköpfige Jugendfeuerwehr dabei.

Dank und Anerkennung

Die Amberger hätten sich immer auf die zuverlässige Hilfe und Einsatzbereitschaft ihrer Feuerwehr verlassen können, so Bürgermeister Peter Kneipp. Längst seien die Aufgaben über die Brandbekämpfung hinaus gewachsen, dem trage man mit einer modern ausgestatteten Wehr Rechnung. Ihre Leistungsfähigkeit hatte sie zuletzt bei Bränden, Technischen Hilfeleistungen und bei den katastrophalen Niederschlägen der vergangenen Wochen unter Beweis gestellt.

Landrat Eder sprach allen 130 Landkreisfeuerwehren mit ihren 5.600 Aktiven einen „riesengroßen Dank“ für ihre Leistungen aus und machte dies am Beispiel des jüngsten Hochwassers deutlich. Ohne die Feuerwehren wäre man „noch mehr abgesoffen“. 2024 dürfte die Zahl der Einsätze gegenüber 2023 (mehr als 2.000) „weit überholt werden“. Allein am „Flut-Wochenende“ seien 900 Einsätze geleistet worden.

Die Feuerwehr, so Kreisbrandinspektor Hans-Peter ­Scholz, sei zwar eine kommunale Pflichtaufgabe, „aber nicht selbstverständlich“. Es sei richtig, dafür viel Geld in die Hand zu nehmen.

Mit dem Kurier-Newsletter täglich zum Feierabend über die wichtigsten Geschichten informiert sein. Besuchen Sie den Wochen KURIER auch auf Facebook!

Auch interessant

Kommentare

Информация на этой странице взята из источника: https://www.merkur.de/bayern/schwaben/mindelheim-kurier/fussballer-und-feuerwehrler-feiern-in-amberg-gemeinsam-93149660.html