- Der vollständige Artikel von Alexander Eisenkopf, auf den sich die folgende Kommentar-Analyse bezieht, ist hier verfügbar: Milliarden weg, Reformen vertagt: So ineffizient sind E-Auto-Prämien
Eine Entscheidung mit Tragweite sorgt für ein breites Meinungsbild: Der Artikel von Alexander Eisenkopf nimmt die geplante Neuordnung der E-Auto-Förderung kritisch unter die Lupe – bemängelt wird insbesondere die Ineffizienz und das Vertagen von Reformen. Im Zentrum der Leserkommentare steht die Frage, ob umfangreiche Subventionen für Elektromobilität sinnvoll sind. Viele Stimmen kritisieren die Förderungen als ineffizient und als Umverteilung zugunsten wohlhabender Käufer, während andere insbesondere die politische Motivation und den sozialen Aspekt der Maßnahme infrage stellen. Auch Zweifel an der Alltagstauglichkeit von E-Autos, ihrer Klimawirkung sowie an der Marktlogik der gesamten Förderung prägen das Bild.
Kritik an staatlichen Subventionen
Mit 37 Prozent ist dies das größte Lager: Viele Nutzer sehen die aktuellen Subventionen für E-Autos als ineffektiv und als Geldverschwendung an. Sie argumentieren, dass vor allem Wohlhabende profitieren, während Infrastruktur und Stromversorgung weiterhin unzureichend bleiben. Immer wieder äußern sie das Gefühl, dass der Staat zu stark in private Kaufentscheidungen eingreift und Investitionen an den eigentlichen Bedürfnissen vorbeigehen. Konflikte entstehen vor allem um Mitnahmeeffekte, mangelnde Steuerungswirkung und die Frage, ob der Markt nicht besser selbst regeln sollte. Auch Vergleiche mit anderen staatlichen Förderprojekten verdeutlichen das Frustrationspotenzial.
"Das Geld sollte nicht in die Autos gesteckt werden, sondern in die Ladeinfrastruktur. Erst wenn die voll verfügbar ist, wird sich das E-Auto durchsetzen." Zum Originalkommentar
"Subventionen generell und im speziellen E-Auto-Förderungen sind der größte Schwachsinn, den es gibt. Leichter lässt sich Geld nicht verbrennen. Wenn ich wirklich was für E-Autos tun wollte, stecke ich das Geld lieber in die Infrastruktur, wie zum Beispiel den Ausbau von schnellen Ladesäulen. Was bringen mir 100.000 E-Autos mehr, wenn ich diese nicht vernünftig laden kann." Zum Originalkommentar
"Wenn E-Autos so toll, preiswert und umweltfreundlich wären, wie man uns seit Jahren erzählen will, würde es keine Subventionen brauchen. Die Reichweite ist erbärmlich, die Stromkosten zum Laden zu hoch, der Wertverlust exorbitant." Zum Originalkommentar
Kritik an Politik und Klimapolitik
19 Prozent der Kommentare richten sich an die Politik und die grundsätzliche Ausrichtung der aktuellen Klimamaßnahmen. Viele Nutzer halten die Förderung für Ausdruck ideologischer und planwirtschaftlicher Politik, der es an echter Problemlösung und Reformbereitschaft mangelt. Die Regierung wird vielfach als ineffizient wahrgenommen, insbesondere wenn es um den Umgang mit Steuergeldern und die soziale Gerechtigkeit der Maßnahmen geht. Kommentierende fordern echte Veränderungen und stellen die Tragfähigkeit der klimapolitischen Maßnahmen für die Zukunft infrage.
"Guter Artikel. Es geht der Politik also weder um das Klima noch um Effizienz. Der Strommix gibt es bisher gar nicht her. Trotzdem sollen Bürger Elektroautos kaufen und eine Prämie bekommen, steuerbefreit sein. Das ist eine Farce und gehört sofort beendet." Zum Originalkommentar
"Dass deutsche Politik nichts mehr mit der Umwelt, sondern nur noch mit Ideologie zu tun hat, wissen wir unterdessen. Dass keine Regierung mehr die Kraft hat, das zu ändern, ruiniert uns endgültig. Bleibt nur eine schlimme Zukunft." Zum Originalkommentar
"Man sollte die Probleme beim Namen benennen. Und hier heißt das Problem Merz, der sich als reformfeindlicher Bettvorleger der SPD erweist. Es bleibt für die Wähler vollkommen unklar, warum Merz nicht endlich wenigstens die von der unfähigen Vorgängerregierung geschaffenen Probleme löst. Merz ist das große fleischgewordene Versagen durch Nichthandeln. Zum Schaden des Landes und der CDU." Zum Originalkommentar
Skepsis gegenüber Markt und Wirtschaft
Einige Leser (elf Prozent) nehmen besonders die wirtschaftlichen Auswirkungen von E-Auto-Subventionen in den Blick. Viele Zweifel drehen sich um steigende Preise, die von Herstellern ausgenutzt werden, und eine mögliche Wettbewerbsverzerrung. Kommentierende sehen einen Mangel an nachhaltiger Marktentwicklung und befürchten, dass deutsche Hersteller und Steuerzahler unter den Maßnahmen leiden – während internationale Anbieter profitieren. Auch die Rolle steigender Strompreise und unzureichender Infrastruktur wird in diesem Zusammenhang problematisiert.
"Mit jeder Subvention steigen die Preise. Der Hersteller sieht, dass es Geld gibt, und schon klettern die Preise. Aber der Kunde bestimmt den Markt. Nur wer das Geld hat, kauft sich ein Batterieauto, der Rest, denke ich, fährt seinen Gebrauchten weiter und wartet, bis der Spuk vorbei ist. Alleine die Infrastruktur für Batterieautos wird noch Milliarden Euro verschlingen, die wir nicht haben. Der Strombedarf kann heute schon nicht mehr gedeckt werden. Dafür steigen die Energiekosten immer weiter." Zum Originalkommentar
"Standortbedingungen und Energiepreise verbessern. Ja, wer würde das grundsätzlich nicht wollen? Heißt aber übersetzt für Ersteres, die Lohnkosten müssen runter. Oder man spart am Arbeitnehmerschutz. Oder man räumt Firmen noch mehr Vergünstigungen ein und reduziert damit die Steuereinnahmen. Wer A sagt… also bitte auch vorschlagen, wie die Standortbedingungen wirklich signifikant verbessert werden können, wenn anderswo Leute für den halben Stundenlohn arbeiten. Und zum Thema Energie habe ich noch keinen einzigen Vorschlag gehört, wo denn die billige Energie herkommen soll. Wo ist denn die große Alternative zu EE? Kernkraft dauert 15-20 Jahre, wenn wir heute mit dem Bau beginnen. Und dann bleibt es trotzdem eine teure Energieform. Wollen nicht mal die Betreiber. Also?" Zum Originalkommentar
"Die neue Förderung für „soziale klimafreundliche Mobilität“ klingt gut – ist aber vor allem ein politisches Tauschgeschäft. Wieder werden Milliarden verteilt, ohne die eigentlichen Probleme zu lösen." Zum Originalkommentar
Sarkasmus zur E-Auto Förderungspolitik
Neun Prozent äußern ihre Kritik in Form von Ironie und Spott. Die Förderungspolitik wird als planwirtschaftliches Schauspiel, als ineffizient und motivationslos dargestellt. Sarkastische Bemerkungen kommentieren die vermeintlich ziellosen Milliarden-Ausgaben und unterstreichen die Diskrepanz zwischen politischen Versprechen und realem Fortschritt. Diese teils humorvolle, teils resignierte Haltung verdeutlicht das mangelnde Vertrauen in die Nachhaltigkeit der Programme.
"Ist doch nur Geld. Kann man beliebig drucken. Hat man da was von den jungen Wilden der CDU gehört? Nein? Ach, die fahren subventionierten E-Schrott. Aber mit der Rente haben die Egoisten ein Problem." Zum Originalkommentar
"Wir zahlen zu hohe Steuern und Abgaben. Mit weniger verfügbarem Geld würden die Politiker eine vernünftigere Politik machen. Neben dem Kaufrausch gibt es wohl einen Ausgabenrausch." Zum Originalkommentar
Skepsis gegenüber E-Auto Alltagstauglichkeit
Acht Prozent konzentrieren sich bei ihrer Kritik auf praktische Alltagsprobleme von E-Autos. Mangelnde Ladeinfrastruktur, hohe Strompreise, eingeschränkte Reichweiten und Komforteinbußen werden als Haupthindernisse genannt. Besonders Menschen ohne eigene Lademöglichkeit fühlen sich von Förderungen ausgeschlossen. Die Skepsis gegenüber dem Nutzen der Prämien im realen Alltag ist hoch – mit dem Wunsch, Politik näher an bestehenden Lebensrealitäten auszurichten.
"Es werden wohl sehr viele 2. oder 3. Wagen subventioniert. Der Straßenrandparker in seiner Etagenmietwohnung - der Massenmarkt gerade für Gebrauchtwagen - hat da nichts davon, weil er die Karre nicht über Nacht vor der Haustür laden kann. Die Verkaufszahlen sprechen für sich - gebrauchte Batteriestromer zu Spottpreisen, die Verbrenner mit phänomenalem Werterhalt." Zum Originalkommentar
"Das ist völlig an der Realität vorbei. Wenn ich in dieses Raster passe, dann lebe ich in einer Mietwohnung. Dort gibt es viel zu wenige Ladesäulen und der Strompreis ist auch noch flexibel. Der Nutzer muss nachts aufstehen und umparken. Das hat schon in Frankreich aus diesen Gründen nicht funktioniert. Das ist völlig an der Realität vorbei. Wenn ich in dieses Raster passe, dann lebe ich in einer Mietwohnung. Dort gibt es viel zu wenige Ladesäulen und der Strompreis ist auch noch flexibel. Der Nutzer muss nachts aufstehen und umparken. Das hat schon in Frankreich aus diesen Gründen nicht funktioniert." Zum Originalkommentar
"Der Stromer für die Masse ist unmöglich und jeder, der nicht in seiner Klimablase lebt, weiß das auch. Die Fahrzeuge sind für 10-20% der aktuellen Halter von Verbrennern nutzbar. Lademöglichkeit fast nur im Eigenheim möglich, uneinheitliches und maximal komplexes Ladesystem mit unendlich vielen Tarifen, Registrierungen, Apps und Anbietern. Und das noch quer durch Europa. Dazu zu teuer, ohne nennenswerten Restwert und mit mangelhaften technischen Leistungsdaten für den Alltag. Und ob man die Verbrennerfans nun Diesel-Dieter oder den Stromer-Freak Elektro-Erwin nennt, spielt keine Rolle; mit Physik kann man nicht diskutieren. Stromer sind ein Elitenprogramm und jeder Cent Förderung rausgeschmissenes Geld." Zum Originalkommentar
Kritik an Umwelt- und Klimawirkung
Ebenfalls acht Prozent stellen kritisch die Umwelt- und Klimabilanz von E-Autos zur Diskussion. Sie verweisen auf den CO2-Ausstoß bei Produktion, den deutschen Strommix und besonders hohe Vermeidungskosten pro Tonne CO2. Viele Kommentierende sehen keine überzeugende Bilanz und stellen infrage, ob die Milliardenförderungen ökologische Ziele überhaupt näherbringen – insbesondere im Verhältnis zu alternativen Klimaschutzmaßnahmen.
"Der Autor legt überzeugende, auf Fakten beruhende Berechnungen vor. Die sprechen eine eindeutige Sprache. Ich selbst habe vor Jahren ähnliche, weniger detaillierte Berechnungen angestellt. Allein der CO2-Ausstoß bei der Batterieherstellung, der Wasserbedarf bei der Lithiumgewinnung in der trockensten Wüste der Welt und die unsinnige Sonne-Wind-Energiebasis unserer Stromerzeugung, die uns ausgerechnet in Zeiten erhöhten Bedarfs einen Mangel beschert, hat dazu geführt, dass ein E-Auto definitiv nie von mir gekauft werden wird. Es ist egal, wie hoch die Prämie und der Prestigegewinn sein würden. Prestigegewinn durch materielle Schaustellung. Das war immer das Feld, auf dem sich Neureiche ohne Selbstbewusstsein getummelt haben. Lukas 8, Vers 11 (Ich danke Dir, Herr, dass ich nicht bin wie jene)" Zum Originalkommentar
"Guter Artikel. Es geht der Politik also weder um das Klima noch um Effizienz. Der Strommix gibt es bisher gar nicht her. Trotzdem sollen Bürger Elektroautos kaufen und eine Prämie bekommen, steuerbefreit sein. Das ist eine Farce und gehört sofort beendet." Zum Originalkommentar
"Es ist völlig zutreffend. Die E-Mobilität verschlingt Milliarden an Subventionen und nützt der Umwelt gar nichts. Erst müssen CO2-freie Stromerzeugung und Ladeinfrastruktur ausgebaut sein, dann regelt das der Markt. Mit der staatlichen Planwirtschaft im Jahr 20xx müssen xx % der Autos elektrisch fahren, wird das nichts. Ja, und womit denn bitte? Wir können gerade mal 10% des Gesamtenergiebedarfs mit erneuerbarer Energie decken. Eine deutlich steigende Quote ist nicht in Sicht." Zum Originalkommentar
""Milliarden weg, Effekt gleich null - so ineffizient sind Elektroauto-Prämien" Fast unglaublich, dass hier mal so eine reelle Einschätzung erscheint." Zum Originalkommentar
Sonstige Stimmen
Die übrigen Beiträge (acht Prozent) gehören zu keiner klar abgegrenzten Gruppe, sondern streifen verschiedene Themen – etwa internationale Vergleiche, alternative Fördermodelle oder allgemeinere Kritik an der Förderpraxis und am gesellschaftlichen Wandel. Diese Kommentare liefern ergänzende Perspektiven auf die Debatte, bringen aber selten in sich konsistente Argumentationslinien hervor.
"Fragt doch mal die Norweger, wenn die deutschen Politiker unfähig sind, wie die das gemacht haben, die haben 97% E-Autos" Zum Originalkommentar
"Frage: Gabs fürs Handy, Smart-TV, Digi-Cam, schnurloses Telefon, Induktionskochfeld, LED-Beleuchtung, usw. jemals irgendeine Subvention?" Zum Originalkommentar
"Journalismus, wie ich ihn mir wünsche. Ehrlich, investigativ, kritisch. Den Hinweis "Strommix" sollten alle Industriestaaten vor allem bei der Diskussion um die noch energieintensivere Wärmepumpe im Hinterkopf behalten. CO2-Neutralität ist und bleibt ein langer Weg, der mit Deindustrialisierung für uns zur Sackgasse würde." Zum Originalkommentar
Die Diskussion zeigt: Die E-Auto-Prämien polarisieren – von grundsätzlicher Ablehnung über detaillierte Kritik bis hin zu sarkastischen Einwürfen. Wie fällt Ihr Urteil zu den Milliarden-Förderungen für Elektroautos aus? Sollte der Staat weiterhin Förderprogramme auflegen oder stärker auf den Markt vertrauen? Diskutieren Sie mit und teilen Sie Ihre Perspektive in den Kommentaren!