Hasenpest im Nachbarlandkreis: Gesundheitsamt gibt Tipps zum Schutz vor Ansteckung

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Hasenpest: Tote und kranke Tiere sollten auf keinen Fall berührt werden (Symbolbild) © Imago

Zwei Menschen im Landkreis München haben sich mit Tularämie infiziert. Die Krankheit wird durch Wildtiere und Zecken übertragen, aber nicht nur. Für den Landkreis Ebersberg gibt es keine Meldung, aber Tipps, damit das möglichst so bleibt.

Landkreis Ebersberg - Im Nachbarlandkreis München gibt es zwei bestätigte Fälle von Hasenpest (Tularämie) bei Menschen. Zwei Personen aus dem nördlichen Landkreis haben sich mit der hochansteckenden bakteriellen Infektionskrankheit infiziert, meldete das Landratsamt München vergangene Woche. Das dortige Gesundheits- und Veterinäramt raten zu erhöhter Wachsamkeit.

Der jüngste Tularämie-Fall beim Menschen aus dem Landkreis Ebersberg stammt aus dem Januar 2024, antwortet das Landratsamt auf Anfrage der Redaktion. Zuletzt bei einem Tier, einem Hasen, sei die Krankheit 2023 dem örtlichen Veterinäramt gemeldet worden. Im Nachgang habe man die Jägerschaft informiert. „Eine weitere Entwicklung ist schwer zu beurteilen.“

Patienten sind auf dem Weg der Besserung

Die beiden betroffenen Personen im Landkreis München hatten nach derzeitigen Erkenntnissen keinen direkten Kontakt zu Wildtieren, die diese Krankheit in der Regel übertragen. Bei einem Patienten konnte inzwischen gesichert ein Zeckenstich als Infektionsweg nachgewiesen werden, bei der zweiten Person wird dies ebenfalls vermutet. Beide befinden sich in ärztlicher Behandlung und werden mit Antibiotika therapiert. Sie befinden sich bereits auf dem Weg der Besserung

Bereits im April war die Tularämie bei einem Feldhasen im Gebiet der Gemeinde Ismaning nachgewiesen worden, die im Norden an den Landkreis Ebersberg grenzt. Veterinär- und Gesundheitsamt hatten damals auf Vorsichtsmaßnahmen beim Umgang mit toten Wildtieren hingewiesen.

Hasenpest beim Menschen in Bayern nimmt zu

Die Tularämie ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die in Deutschland selten, aber zunehmend häufig gemeldet wird. Im Jahr 2024 wurden bayernweit 71 Fälle beim Menschen registriert, was eine deutliche Zunahme sei. Eine Übertragung erfolgt typischerweise durch Kontakt mit infizierten Wildtieren oder durch Stiche bestimmter Insekten wie Zecken oder Bremsen. Auch Einatmen kontaminierter Partikel – etwa beim Arbeiten im Garten – kann unter Umständen zu einer Infektion führen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nach aktuellem Kenntnisstand nicht bekannt.

Hasenpest: Das rät das Gesundheitsamt

Zu den ersten Symptomen zählen Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Mattigkeit sowie lokale Entzündungen und Schwellung der Lymphknoten. Die Erkrankung ist bei frühzeitiger Diagnose gut mit Antibiotika behandelbar. Personen mit grippeähnlichen Symptomen und möglichem Kontakt zu Wildtieren oder nach Stich einer Zecke sollten medizinischen Rat einholen.

Zur Vorbeugung raten die Gesundheitsbehörden: bei direktem Kontakt mit Wildtieren Schutzkleidung und Handschuhe tragen; gründlich Hände waschen nach Garten- und Waldarbeiten; Zeckenschutzmittel sowie lange Kleidung zum Schutz vor Zecken und Insekten; Wildfleisch vollständig durchgaren; tote Hasen oder Kaninchen keinesfalls berühren oder einsammeln.

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