Die Zukunft des Postareals: Viel Abstimmung, wenig baggern

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Nach außen hin herrscht auf dem Postareal seit Wochen Stillstand. Im Hintergrund laufen die Planungen weiter, der Investor zeigt sich weiter zuversichtlich. © Karl Bock

Seit dem Abriss des historischen Postgebäudes ist an der Hindenburgstraße Ruhe eingekehrt. Bevor der Eigentümer die Planungen für das „Ellbach-Quartier“ fortsetzen kann, muss er klären, wer den künftigen Nahversorger betreibt.

Bad Tölz – Völlig überrascht war die Öffentlichkeit Anfang April 2024, als an der Tölzer Hindenburgstraße die Abrissbagger anrückten und anfingen, das historische Postgebäude aus dem Jahr 1929 zu beseitigen. Auch in der Folge herrschte auf dem Gelände in der Stadtmitte reges Baustellen-Treiben. Weitere Bestandsgebäude wurden dem Erdboden gleichgemacht. Nach dem rasanten Start aber wundern sich manche Bürger mittlerweile: Augenscheinlich tut sich seit Wochen nichts mehr. Stockt das Projekt? Auf Anfrage unserer Zeitung erklärt Kai Maximilian Worbs, Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft Aureus Oberland GmbH, den Stand der Dinge.

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Wohn- und Geschäftskomplex mit Tiefgarage und einem Nahversorger

„Aureus“ hatte das Postareal wie berichtet vor gut zwei Jahren erworben und in der Folge große Pläne für ein neues „Ellbach-Quartier“ vorgestellt. Vorgesehen ist ein Wohn- und Geschäftskomplex mit Tiefgarage und einem Nahversorger. Markante architektonische Elemente wären zur Hindenburgstraße hin ein Gebäude, das der ehemaligen Post mit ihren Arkaden sehr ähnlich sieht, sowie ein fünfgeschossiger „Turm“, der das Gelände zum Ellbach hin abschließt. Um einen begrünten Innenhof sollen sich ferner dreigeschossige Baukörper gruppieren, die Wohnungen, Praxen und weitere Einzelhandelsflächen beinhalten.

An diesen Plänen habe sich „grundsätzlich nichts geändert“, erklärt Worbs. „Das Außenbild bleibt auf alle Fälle gleich.“ Im Hintergrund werde aktuell „tatkräftig“ an der weiteren Planung gearbeitet. Und für die seien wiederum die Anforderungen des künftigen „Ankermieters“, sprich des Nahversorgers, maßgeblich.

Ob Edeka einzieht, ist noch nicht ganz klar

Noch stehe nicht abschließend fest, ob Edeka oder ein anderes Unternehmen die Fläche übernimmt. Mit dem schlussendlichen Vertragspartner sei dann zu klären, welche Verkaufsfläche er benötigt. „Diese wiederum spiegelt sich in der Zahl der Stellplätze in der Tiefgarage wider“, so Worbs. „Und es hängen noch viele andere Themen dran, zum Beispiel Durchgänge, Rettungswege und – der teuerste Punkt – die Haustechnik.“

Parallel laufen Worbs zufolge Gespräche mit weiteren potenziellen Mietern. Anfragen von Interessenten gehen laut dem Geschäftsführer für die Bereiche Wohnungen, Praxen, Gastronomie und Einzelhandel ein. „Wir sind bei allen großen Flächen in Gesprächen.“ Auch Bewerber, die gerne eine Postfiliale aufmachen wollen, gebe es. Es gelte nun, die Nutzungen gut aufeinander abzustimmen. „Wir sind da sehr positiv gestimmt“, betont Worbs.

Intensiver Austausch mit dem Rathaus

Ein intensiver Austausch ist nicht zuletzt mit dem Rathaus nötig. Denn die Stadt plant wie berichtet, die Asphaltwüste im Kreuzungsbereich Hindenburgstraße, Nockhergasse und Wachterstraße zu einem schönen Eingangstor in die Altstadt umzugestalten. Um dieses Vorhaben, zu dem auch ein Kreisverkehr gehört, mit dem „Ellbach-Quartier“ zu koordinieren, gibt es laut Rathaus-Sprecherin Birte Stahl „regelmäßig Abstimmungsgespräche zwischen Eigentümer und Stadt“.

Zum weiteren baurechtlichen Ablauf erklärt Stahl, dass ein „vorhabenbezogener Bebauungsplan“ angedacht sei. „Dieser wird in einem ersten Entwurf vom Projektentwickler erarbeitet und dann in einem regelgerechten Bebauungsplan-Verfahren durch die Stadt erstellt“, so Stahl weiter. „Hier warten wir auf den Input durch den Eigentümer.“

Archäologische Untersuchungen stehen noch an

Dass auf dem ehemaligen Postareal aktuell nichts passiert, das sollte laut Worbs niemanden beunruhigen. „Es war unser Ziel, das Baufeld erst einmal freizumachen und das Material zu sortieren“, sagt er. Allein dies habe etwa ein Jahr lang gedauert. Um als Nächstes mit Grabungs- beziehungsweise Gründungsarbeiten anfangen zu können, sei man auf die fachliche Begleitung durch einen Archäologen angewiesen, da sich das Areal im Bereich eines Bodendenkmals befinde. Hier einen passenden Experten mit freien Terminen zu finden, ist laut Worbs ein weiterer „zeitlicher Faktor“.

Auch wenn es „ein paar Verzögerungen“ gebe – „wie es halt auf Baustellen ist“ – sieht Worbs das Projekt „auf gutem Weg“. Zusammen mit den Vorhaben Moraltareal und „Campus Tölz“ werde das „Ellbach-Quartier“ einen „immensen Effekt auf den Standort Bad Tölz“ haben, ist sich der Unternehmer sicher. Das ehrgeizige Ziel eines Baubeginns noch im Jahr 2025 will Worbs auf Rückfrage nicht ganz abschreiben. „Aber vielleicht müssen wir es auf nächstes Jahr verschieben.“

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