Vier Inder stürzen am Wallberg ab und müssen gerettet werden

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Verletzt und unterkühlt: Vier Männer stürzen an bayerischem Berg ab – große Rettungsaktion

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Eine Wandergruppe aus Indien verirrte sich am Wallberg im steilen Gelände. Die Folge war eine großangelegte Rettungsaktion.

Rottach-Egern – Zu einem Bergrettungseinsatz im Bereich Unterwallberg/Bärenwand wurde die Bergwacht Rottach-Egern am Samstag (3. Januar) alarmiert. Vier Personen hatten sich im steilen Gelände verstiegen und konnten aus eigener Kraft nicht mehr weiterkommen, teilt die Bergwacht mit.

Die diensthabende Einsatzleiterin (EL) nahm nach der Alarmierung gegen 17.40 Uhr umgehend telefonischen Kontakt zur Gruppe auf und verschaffte sich ein erstes Lagebild. Bei den Betroffenen handelte es sich um vier männliche Personen aus Indien im Alter von etwa 30 Jahren. Zwei Personen waren verletzt, alle vier litten an Unterkühlungen unterschiedlichen Grades.

Die Bergwacht war am Wallberg im Einsatz.
Die Bergwacht war am Wallberg im Einsatz. © Bergwacht Rottach-Egern

Auf falschem Steig abgezweigt – Mann stürzt und reißt andere Wanderer mit sich

Nach eigenen Angaben war die Gruppe von der Wallbergtalstation in Richtung Höhenweg Unterwallberg aufgestiegen und anschließend in den sogenannten Jägersteig Richtung Bärenwand eingestiegen, dem sie mithilfe einer Touren-App folgte. Oberhalb der Bärenwand zweigten die Inder irrtümlich auf einen falschen Steig ab. Als sie den Fehler bemerkten, kehrten sie um und stiegen bis zum letzten Abzweig ab, um anschließend wieder talwärts zu gehen.

Dabei stürzte der oberste der Verstiegenen und riss die drei anderen mit sich. Die Gruppe konnte sich gerade noch an einem Latschenzweig festhalten und so einen weiteren Absturz verhindern. Bei diesem Vorfall zogen sich mehrere Personen Verletzungen an Schultern und Beinen zu, woraufhin sie einen Notruf per Mobiltelefon absetzten.

Ein nachtflugtauglicher Hubschrauber war im Einsatz.
Ein nachtflugtauglicher Hubschrauber war im Einsatz. © Bergwacht Rottach-Egern

Die ersten anrückenden Bergwachtkräfte stiegen mit Steigeisen, Pickeln und Sicherungsmaterial zu den Verstiegenen auf. Da sich die Personen abseits eines Steiges befanden, gestaltete sich das Auffinden im dunklen, vereisten und verschneiten Gelände schwierig. Nach der Lokalisierung seilte sich ein Bergretter zu der Gruppe ab und gab eine erste Lagemeldung ab.

Anspruchsvolle Rettungsbedingung: Windenmaschine kommt zum Einsatz

Aufgrund der anspruchsvollen Einsatzbedingungen forderte die Einsatzleiterin über die Integrierte Leitstelle eine nachtflugtaugliche Windenmaschine an. Parallel dazu wurden zusätzliche Bergwachtkräfte, der Nachbarbereitschaft Hausham sowie ein LKLD-Fahrzeug (Lokalisation, Kommunikation, Lagedarstellung und Dokumentation) alarmiert, um den Einsatz sowohl terrestrisch als auch aus der Luft abzusichern.

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Die Bedingungen für die terrestrischen Einsatzkräfte waren aufgrund von starker Vereisung, Schnee und Dunkelheit äußerst anspruchsvoll und heikel.

Der eintreffende Polizeihubschrauber „Edelweiß“ in Nachtflug-Windenkonfiguration konnte die verstiegenen Personen mithilfe eines Luftretters der Bergwacht in mehreren Windenflügen aus dem Gelände retten. Am Tallandeplatz wurden die Betroffenen medizinisch erstversorgt, ein Teil der Gruppe wurde anschließend mit dem Rettungswagen in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht.

Der Einsatz konnte gegen 23 Uhr beendet werden. An der Rettungsaktion beteiligt waren rund 30 Einsatzkräfte der Bergwacht-Bereitschaften Rottach-Egern und Hausham, die LKLD-Besatzung, Mitglieder der Feuerwehr Rottach-Egern, der Rettungshubschrauber „Edelweiß“ sowie Rettungswagen aus Rottach und Gmund.