Nach 20 Jahren zieht sich Vollblut-Gastronom Georg von Preysing zurück und übergibt das Restaurant Seeglas an einen neuen Wirt. Der Betrieb soll nahtlos weitergehen.
Gmund – 20 Jahre lang hat Georg von Preysing jun. das Restaurant und Café Strandbad Seeglas zu einer bei Einheimischen und Gästen gleichermaßen beliebten Gastro-Institution am See entwickelt. Nun zog sich der 49-jährige Wirt aus Gmund zurück, damit Nachfolger Ludwig Altinger (35) zum Start des neuen Jahres den Betrieb übernehmen konnte. Die Übergabe war von langer Hand vorbereitet worden.
Seit vier Jahren wird an der Nachfolgeregelung gearbeitet. 2021 hatte sich Preysing den Waakirchner Ludwig Altinger als Geschäftsführer an die Seite geholt. Bis dahin hatte Preysing die Gaststätte Seeglas, die er 2006 nach der Alten Schmiede in Dürnbach zusammen mit einem Partner übernommen hatte, bereits zehn Jahre als Solist geführt. Eine Dekade lang war Preysing allein für den Betrieb mit 16 festangestellten Mitarbeitern und bis zu 18 Aushilfen verantwortlich und mit allen Aufgaben betraut: von der Personalplanung über den Einkauf bis hin zum Küchenbereich, der ursprünglich dem ehemaligen Partner und Koch zugeteilt war. „Ich bin gerne Wirt und die Arbeit macht mir wirklich einen Riesenspaß. Aber jetzt wird es mir einfach zu viel“, räumt Preysing ein.
Die Personallage in der Gastronomie werde nicht erst seit der Coronakrise immer schwieriger, sagt der Gastwirt, bei dem zuletzt die ganze Familie und auch die Freunde der Kinder mitgeholfen haben, um den Ansturm vor allem während des Sommers zu bewältigen. Um die Frequenz auf der Terrasse zu entzerren und den Ansprüchen sowohl der Restaurant- als auch der Badegäste gerecht zu werden, wurde ein Kiosk eingerichtet. Weil der Personalbedarf im Sommer sehr viel höher ist, gehörte zur Personalplanung seit Jahren auch die Suche nach günstigen Wohnungen und Zimmern für die Saisonkräfte. Auch das ein zeitintensiver Kraftakt, wie Preysing sagt.
„Es ist definitiv ein Saisongeschäft: Seit Jahren fahre ich von Mai bis Oktober eine Sieben-Tage-Woche“, erklärt der Gastronom. Das Restaurant und Café Seeglas sei durch die Lage am See und durch die vielen treuen Gäste ein toller Arbeitsplatz, betont Preysing. Gerade den vielen Stammgästen, die quasi schon zur „Seeglas-Familie“ gehörten, sei er für die jahrelange Treue dankbar.
Apropos Gäste: Die werden sich nach der Übernahme durch den neuen Wirt nicht groß umstellen müssen. Denn das bodenständige Konzept inklusive der gewohnten Speisekarte will Nachfolger Ludwig Altinger beibehalten. Möglicherweise will der gelernte Metzger und Großhandelskaufmann aus Waakirchen, der vier Jahre lang als Geschäftsführer Preysings rechte Hand war, irgendwann einmal das Interieur anpassen. „Aber erst einmal soll alles so bleiben, wie es ist: von den Mitarbeitern bis hin zu den Öffnungszeiten. Es wird nahtlos weitergehen“, sagt Altinger.
Für den 35-Jährigen, der quasi in die Gastronomie hineingeboren wurde – sein Opa Alfons war der Knabl-Wirt in Waakirchen – und dessen Traum es schon immer war, ein eigenes Lokal zu führen, ist „das Strandbad Seeglas selbst das Schmankerl schlechthin“.
„Ludwig hat sich in den vergangenen Jahren bewiesen. Er ist der ideale Mann zur Weiterführung des Betriebs. Und ich wünsche ihm viel Glück“, sagt Preysing. Mit dem Einverständnis der Gemeinde Gmund als Verpächterin des Gebäudes hat Altinger das Zepter zum Neujahrstag übernommen und fungiert für die Restdauer des Pachtvertrags zwischen der Gemeinde und Preysing als dessen Unterpächter.
ak