Eine defekte Leitung war Schuld, dass Heizöl in den Lauterbach geflossen ist. Die Sanierung der betroffenen Fläche am Oberauer Golfplatz dauert noch Monate. Wie viel Gelände verunreinigt ist, steht noch nicht abschließend fest.
Oberau – Stephan Scharf gibt Entwarnung. „Das Grundwasser ist nicht belastet worden“, sagt der Sprecher des Landratsamts Garmisch-Partenkirchen. Wie viel Boden jedoch von dem ausgelaufenen Heizöl am Lauterbach rund um Gut Buchwies in Oberau verunreinigt wurde, kann er auch jetzt, gut sieben Wochen nach dem Unfall, nicht sagen. „Die betroffene Fläche ist derzeit noch nicht herausgemessen.“
Anfang Februar hatten Spaziergänger den in allen Farben schillernden Ölfilm auf dem Lauterbach nördlich des Golfplatzes entdeckt – und Alarm geschlagen. Sofort waren die Einsatzkräfte ausgerückt und fanden den Schaden beim Gutshaus selbst, nicht beim dort ansässigen Golfclub. „Die Zubringerleitung zum Öltank war undicht“, erklärte Karl Zwerger vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim damals. Fest stand außerdem schnell, dass der Hausbesitzer, der auf dem Areal des Oberauer Golfplatzes einen Wohnsitz hat und Ferienwohnungen vermietet, erst Mitte Dezember eine neue Heizöl-Lieferung – dem Vernehmen nach 2500 Liter – bekommen hatte. Wie viel davon ausgelaufen ist, „kann man nicht sagen“, betonte Zwerger, der für die technische Wasseraufsicht im Landkreis zuständig ist.
Betroffener Boden ist bereits ausgetauscht
Sicher mit ein Grund, warum Scharf auch die Höhe des Schadens nicht genau beziffern kann. „Zum einen ist es ein hoher finanzieller Schaden für den Grundstückseigentümer“, betont der Behördensprecher. Ob dieser über eine entsprechende Versicherung verfügt, sei dem Amt nicht bekannt. „Zum anderen ist ein Problem für die Stadtwerke München entstanden.“ Die bezieht bekanntlich einen Teil des Trinkwassers aus dem Loisachtal. „Zwei der Brunnen für die Landeshauptstadt sind derzeit stillgelegt wurden.“ Als dritten Punkt führt Scharf den bereits erfolgten Bodenaustausch auf der betroffenen Fläche an, für die fachgerechte Entsorgung des alten Bodens und die Auffüllung mit frischem Material. Welche Kosten für diese Aktion im Raum stehen, kann der Behördensprecher nicht sagen. „Diese Rechnungen erhält nur der Grundstückseigentümer.“ Das gilt ebenso für die Kosten für die drei Ölsperren. Den weiteren Auswirkungen für die Umwelt und die Pflanzen in diesem Schutzgebiet vermag Scharf ebenfalls nicht zu beziffern.
Noch dauern die Arbeiten an. „Insgesamt wird eine Sanierungszeit und ein Monitoring der Regenwasserleitungen in den Lauterbach von sechs Monaten angesetzt“, betont Scharf. Trotzdem könne das Problem aber größtenteils als behoben angesehen werden, da auch der kurzfristig zwischengeschaltete Ölabscheider in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim nun wieder abgebaut werden kann.