Heizöl im Lauterbach bei Oberau: Gutachter soll Ausmaß des Schadens klären

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Ein breiter Ölfilm zieht sich auch Tage später noch durch den Lauterbach. © privat

Ein Ölfilm im Lauterbach bei Oberau hat eine Spaziergängerin aufgeschreckt. Grund für die Verunreinigung war eine defekte Leitung an einem Heizöltank. Jetzt muss ein Gutachter klären, inwieweit das Grundwasser und der Boden Schaden genommen haben.

Oberau/Eschenlohe – Jeden Tag ist sie mit ihrem Hund am Lauterbach bei Oberau unterwegs. Genießt die Ruhe, lässt beim Blick aufs nach Eschenlohe hin breiter werdende Wasser die Gedanken schweifen. Ein in allen Farben schillernder Ölfilm störte zuletzt die Idylle massiv. Bei ihrer Runde entdeckte Karin Goldhofer immer mehr Verunreinigungen – und verständigte die Polizei, die jetzt gegen Unbekannt ermittelt. „Ich habe auch das Rohr gefunden, aus dem das Öl austritt.“

Wie es in die Grundwasserleitung, die in den Lauterbach fließt, gelangte, müssen nun Experten klären. „Feststeht, dass die Zubringerleitung zum Öltank undicht war“, sagt Karl Zwerger vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim. „Das ist mittlerweile wieder behoben.“ Feststeht außerdem, dass der Hausbesitzer, der auf dem Areal des Oberauer Golfplatzes Ferienwohnungen vermietet, erst Mitte Dezember eine neue Heizöl-Lieferung – dem Vernehmen nach 2500 Liter – bekommen hat. Wie viel davon ausgelaufen ist, „kann man nicht sagen“, betont Zwerger, der für die technische Wasseraufsicht im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zuständig ist. Von Kräften der Feuerwehr wurden nach Bekanntwerden des Schadens gleich so genannte Ölsperren am Lauterbach und auch an der Loisach, in die der Bach fließt, errichtet. Jetzt gilt es allerdings zu klären, inwieweit der Brennstoff in der Erde versickert ist und in welchem Ausmaß das Grundwasser betroffen ist.

Das betroffene Areal liegt im Wasserschutzgebiet

Von Seiten der Behörden, neben dem Wasserwirtschaftsamt ist auch das Landratsamt involviert, wurde nun ein Bodengutachter beauftragt. „Der muss nun das ganze Ausmaß erkunden“, erklärt Zwerger. Und das möglichst schnell, schließlich liegt das betroffene Areal mitten im Wasserschutzgebiet für das Münchner Trinkwasser, an dem auch die Gemeinde Eschenlohe hängt. „Damit nichts passiert, sind momentan aber zwei der sechs Brunnen abgeschaltet.“ Ein Vorgehen, das Anton Kölbl keine Sorgenfalten auf die Stirn treibt. „Nach meiner Einschätzung ist das kein Problem“, sagt der Bürgermeister von Eschenlohe (CSU).

Das Ganze „ist keine schöne Geschichte“, meint sein Oberauer Amtskollege. Peter Imminger (CSU), auf dessen Flur der Schaden passiert ist, wartet nun gespannt ab, was das Gutachten ergibt. Zu seiner Erleichterung ist die Trinkwasserversorgung seiner Gemeinde nicht betroffen, da sie oberhalb liegt.

Den Ölfilm im Lauterbach bringe man durch die Ölsperren gut raus, verdeutlicht Zwerger das Vorgehen. „Das größere Problem liegt unter der Erde.“ Hier ist auch die Untere naturschutzbehörde am Landratsamt involviert, „schließlich liegt der Bereich im Vogelschutz- und FFH-Gebiet“, sagt Sprecher Stephan Scharf. Ein mögliches Fischsterben, das etliche Spaziergänger nach dem Blick auf den Ölfilm befürchten, schließt Zwerger aus. „Ob Pflanzen und Kleinlebewesen zu Schaden gekommen sind, untersucht noch einer unserer Biologen.“ Wie alle Beteiligten hofft er auf schnelle Ergebnisse und darauf, dass bald kein kontaminiertes Grundwasser mehr in den Lauterbach fließt. Noch sei das jedoch der Fall, bedauert Goldhofer, die nach wie vor jeden Tag mit ihrem Hund vor Ort ist.

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