- Der vollständige Artikel von Sebastian Scheffel, auf den sich die folgende Kommentar-Analyse bezieht, ist hier verfügbar: CSU-Politiker fordert: Wir müssen Trump bei Grönland entgegenkommen
Ein Vorstoß des CSU-Politikers Edelhäußer sorgt für lebhafte Diskussion: Er will den USA weitgehende Zugeständnisse bei Grönland machen, um das Verteidigungsbündnis mit Amerika zu sichern. Hintergrund ist die Drohung von Donald Trump, sich Grönland militärisch anzueignen und Zugriff auf die Bodenschätze zu verlangen. Die Community zeigt dabei vor allem zwei gegenläufige Lager: Viele Leser lehnen ein Nachgeben gegenüber den USA strikt ab und warnen, dass Europa und Deutschland zu willfährig agieren. Andere sehen durchaus sicherheitspolitische Gründe für Kompromisse und betonen die Bedeutung der NATO. Immer wieder steht auch scharfe Kritik an Trump und die Sorge um internationale Machtverschiebungen im Raum.
Kritik an deutscher Politik
Mit 27 Prozent dominiert in der Debatte der kritische Blick auf die deutsche Politik – insbesondere auf CSU-Politiker Edelhäußer und dessen Vorschlag, Trump bei Grönland entgegenzukommen. Viele Kommentatoren werfen Politikern einen Mangel an Kompetenz und eigenständigem Handeln vor. Sie kritisieren besonders die Bereitschaft, sich US-Forderungen unterzuordnen, sehen vorauseilenden Gehorsam und warnen vor einem Ausverkauf europäischer Interessen. Wiederholt wird deutliche Ablehnung gegenüber der politischen Einmischung Deutschlands in die Angelegenheiten Grönlands und Dänemarks geäußert.
"Den CSU-Politiker kennt keiner und einfach Schweigen kann auch die bessere Option sein, wenn man solche Vorschläge unaufgefordert verbreitet." Zum Originalkommentar
"Offenbar haben die USA bezahlte Agenten auch in der CSU. Anders kann ich mir diese Äußerungen des CSU-Mannes nicht erklären." Zum Originalkommentar
Kritik an US-amerikanischer Politik
Ein Fünftel der Community äußert scharfe Kritik an der Politik der USA unter Präsident Trump. Nutzer bezeichnen die Vorgehensweise als imperialistisch und eigennützig und sehen in den Grönland-Forderungen einen Versuch, Ressourcen und Einflussgebiete zu sichern. Zweifel an der Verlässlichkeit der USA als Partner werden ebenso laut wie die Befürchtung einer aggressiven Außenpolitik im internationalen Gefüge. Der Vergleich mit früheren geopolitischen Krisen bis hin zu Bedenken gegenüber einer Erosion des Völkerrechts ist prägend für diese Perspektive.
"Trump mag Sicherheitsinteressen haben. Er will sich aber vor allem auch die Bodenschätze Grönlands sichern." Zum Originalkommentar
"Die Welt ist im Moment so durcheinander, da wird mir Angst und Bange. Was kommt nach Grönland? Trump ist genauso unberechenbar wie Putin. Glaube ich..." Zum Originalkommentar
"Europa spielt international keine große Rolle mehr. Wenn die USA Grönland wollen, werden sie es bekommen. Wer will sie daran hindern? Dänemark? Die EU? Wer damit ein Problem hat: würden diejenigen persönlich nach Grönland reisen, um es gegen die USA zu verteidigen?" Zum Originalkommentar
Sarkasmus zur CSU und Politikern
Mit 18 Prozent macht eine erhebliche Gruppe ihrem Unmut durch sarkastische und ironische Kommentare Luft. Nutzer machen sich über die CSU und einzelne Politiker lustig und halten die Vorschläge, fremdes Land oder gar Bayern an die USA zu verschenken, für absurd. Der Spott richtet sich gegen die vermeintliche Selbstverständlichkeit, mit der Politiker angeblich nationale oder europäische Interessen preisgeben, und dient als kritische Begleitung der politischen Debatte.
"Tolle Idee, um Trump zufriedenzustellen. Ich schlage daher vor, Bayern an Putin zu übergeben, wenn er uns dafür in Frieden lässt." Zum Originalkommentar
"Oh Mann, die CSU will die 56.000 Grönländer und ihr Land an die USA verhökern, damit Trump lieb zu uns ist? Wie wäre es, wenn Dänemark den USA Bayern anbieten würde? Wäre etwa dieselbe Zuständigkeit. Ok, ein paar Einwohner mehr, aber keine seltenen Erden." Zum Originalkommentar
"Ganz einfach Grönland an Trump verkaufen (das einem nicht gehört), dafür dass Daddy uns weiterhin vor den Russen schützt. Bei Schutzgelderpressung verkaufen manche ihre Großmutter." Zum Originalkommentar
Skepsis gegenüber US-Ansprüchen Grönlands
Mit 15 Prozent äußern sich zahlreiche Leser skeptisch gegenüber den US-Ansprüchen auf Grönland und lehnen Vorschläge zu Zugeständnissen strikt ab. Sie betonen die Eigenständigkeit Grönlands und Dänemarks und fordern, dass keine fremden Mächte über die Territorial- oder Ressourcenfragen entscheiden dürfen. Die Kommentare wehren sich gegen jede Form von Verkauf oder Annexion, weisen auf das Völkerrecht hin und warnen davor, Europa durch Zugeständnisse politisch und wirtschaftlich zu schwächen.
"CSU? Seit wann gehört denn Grönland zu Deutschland? Entscheiden darf doch wohl nur Dänemark." Zum Originalkommentar
"Geht's noch? Grönland gehört zu Dänemark und Schluss. Wenn Trump sich nicht entschuldigt, ihn so erschrecken, dass er umfällt" Zum Originalkommentar
"Wir haben da mal gar nichts zu wollen oder zu entscheiden. Das ist einzig allein die Entscheidung der Dänen. Verstehe die Diskussion gar nicht, welche hier angefangen wird. Unglaublich. Da kommt wieder die deutsche Überheblichkeit durch." Zum Originalkommentar
Zustimmung zu Nato und Sicherheitspolitik
Einige Leser (13 Prozent) betonen die Bedeutung der NATO und der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit mit den USA, wie sie im Artikel von CSU-Politiker Edelhäußer vorgeschlagen wird. Sie heben hervor, dass militärische Präsenz in der Arktis sinnvoll und schon durch bestehende Verträge gedeckt sei. Die USA gelten für diese Nutzer als unverzichtbarer Partner zur Sicherung Europas, wobei einige zugleich vor übertriebener Nachgiebigkeit warnen und darauf verweisen, dass eine ausgewogene Lösung auch europäische Interessen schützen sollte.
"Dänemark ist Natomitglied, somit ist Grönland auch ein Teil davon. Es könnte ein entsprechender Natostützpunkt, in der Größenordnung, die Trumps Vorstellungen entspricht, errichtet werden. Unter Natoführung und nicht unter Führung der USA. Da es Trump bisher nur um die Sicherheit geht, sollte er doch eigentlich damit zufrieden sein. Wenn nicht, ist damit offiziell bestätigt, worum es ihm geht. Wertschöpfung in einem der EU zugehörigen Land...oder anders, er will Europa bekl....In diesem Fall wäre es dann auch das Ende der Nato. Also so oder so. Wir verschenken schon genug!" Zum Originalkommentar
"Einfach eine Militärbasis einbauen lassen. Denke, das würde ihm reichen. Die würde sogar die heimische Wirtschaft beflügeln" Zum Originalkommentar
"Im Jahr 1941, noch vor dem Eintritt der USA in den Krieg, unterzeichneten die USA und Dänemark den "Vertrag über die Errichtung von Militärstützpunkten" auf Grönland." Zum Originalkommentar
Sonstige Stimmen
Unter den insgesamt sieben Prozent an unspezifischen Kommentaren finden sich Beiträge, die sich weder eindeutig für noch gegen die Vorschläge aussprechen. Sie berühren mehrere Themen, behandeln allgemeine politische Unzufriedenheit oder äußern lediglich Zweifel und Unsicherheiten über die internationale Entwicklung.
"Wie naiv kann man noch sein. Die USA sind kein verlässlicher Partner mehr unter Trump. Bei einem potentiellen Angriff Russlands auf Europa wird Trump genau nichts tun. Jetzt ist die Zeit, sich zu emanzipieren und sich von der amerikanischen Unterdrückung loszusagen. Wenn nicht jetzt, dann ist das das Ende für Europa und deren Bürger. Schließt alle amerikanischen Luftbasen in Europa und zeigt endlich mal Kante." Zum Originalkommentar
"Es geht um die Kontrolle der Nordwest- und Nordostpassage im Nordmeer. Es geht um Rohstoffe, aber es geht auch um die offene Nato-Nordflanke. Europa und insbesondere Deutschland hat vieles vernachlässigt. Milliarden wurden ins Ausland gespendet." Zum Originalkommentar
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