Der Autozulieferer Mahle hat gerade erst einen weiteren Stellenabbau verkündet und prüft offenbar auch die Schließung eines ganzen Werks. Bei rund 190 Mitarbeitern geht die Angst um.
Stuttgart – Der große Automobilzulieferer Mahle hat gerade erst den Abbau weiterer 1.000 Stellen angekündigt, wovon der Hauptsitz des Konzerns in Stuttgart besonders stark betroffen sein soll. Zudem geht bereits seit mehreren Tagen die Sorge an einem Standort von Konzerntochter Mahle Behr um, dass dieser im kommenden Jahr vollständig geschlossen werden könnte. Mahle-Chef Arnd Franz hatte bereits 2023 angekündigt, im Zuge der Transformation die Anzahl der Standorte verringern zu wollen.
Im Jahr 2022 hatte die damalige Daimler AG (heute Mercedes-Benz) ihr Smart-Werk im französischen Hambach aufgegeben, das von Ineos Automotive übernommen wurde. Nun könnte mit Mahle ein weiterer Konzern aus der Landeshauptstadt von Baden-Württemberg ein Werk in der Moselle-Gemeinde aufgeben. Während die französische Arbeitnehmer-Gewerkschaft Force ouvrière (FO) von einer beschlossenen Schließung des Werks spricht, berichtet die Saarbrücker Zeitung davon, dass Mahle eine solche derzeit prüfe.
Mahle prüft Schließung von Standort Hambach – oder ist diese bereits beschlossen?
Dass Unternehmen in der derzeitigen Wirtschaftslage ganze Standorte aus Kostengründen auf den Prüfstand stellen, ist keine Seltenheit mehr. Ein Autozulieferer aus Bayern hat beispielsweise jüngst die Schließung eines deutschen Standorts angekündigt, wovon rund 140 Mitarbeiter betroffen sind. Die Schließung des Mahle-Behr-Werks in Hambach, nahe der deutschen Grenze, würde sogar 186 Beschäftigte betreffen. Die Gewerkschaft FO spricht in einer Mitteilung vom 31. Oktober davon, dass die Geschäftsleitung in Stuttgart diesen Schritt bereits verkündet habe und man selbst völlig davon überrascht worden sei. „Einige Mitarbeiter waren in Tränen aufgelöst“, erklärte Gewerkschaftsvertreter Roberto Fedozzi.
| Name | MAHLE Behr GmbH & Co. KG |
|---|---|
| Gründung | 1905 |
| Sitz | Stuttgart, Baden-Württemberg |
| Konzern | Mahle GmbH (seit 2013) |
| Branche | Automobilzulieferer, Thermomangement |
Die Mehrheitsgewerkschaft berichtet weiter, dass eine Schließung zwar erst für den kommenden Sommer angekündigt sei, es bis dahin aber bereits erste Entlassungen geben könne. Demnach soll der 1994 eröffnete Standort bis Ende 2026 nur noch mit einer Rumpfmannschaft aus etwa 20 Mitarbeitern betrieben werden. Mahle produziert in Hambach Komponenten für das Thermomanagement, also das Heizen und Kühlen eines Fahrzeugs. Gegenüber der Saarbrücker Zeitung teilte der Stuttgarter Technologiekonzern aber lediglich mit, eine Schließung des Werks „zu prüfen“.
Mahle will laut Gewerkschaft Produktion von Hambach nach Tschechien und Polen verlagern
„Dies würde bedeuten, dass ab dem zweiten Quartal 2026 die Produktion eingestellt und an andere Standorte des Konzerns in Europa verlagert wird“, konkretisierte eine Sprecherin. Die Gewerkschaft FO spricht konkret von einer Verlagerung nach Tschechien und Polen und nennt zudem auch Gründe, für eine – potenzielle – Schließung des Werks. Demnach seien durch die Schließung des Audi-Werks in Brüssel Ende März sowie des Ford-Standorts Saarlouis zwei Hauptkunden weggefallen, was dem Mahle-Werk in Hambach einen massiven Auftragsrückgang beschert habe. (Verwendete Quellen: saarbruecker-zeitung.de, force-ouvriere.fr)