Trump will Grönland: Russland reagiert auf „dramatische Entwicklung“

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Noch bevor Donald Trump sein Amt antritt, erhebt er Ansprüche: Er ist der Meinung, Grönland sollte unter US-Aufsicht stehen. Nun hat Russland dazu Stellung genommen.

Moskau – Der designierte US-Präsident Donald Trump fordert erneut die Kontrolle über Grönland. Grönland, Dänemark und die EU lehnen seine Pläne ab. Bereits 2019 hatte Trump versucht, die arktische Insel zu kaufen. Jetzt bringt Trump die Idee wieder ins Gespräch. Kurz vor Weihnachten hatte Trump erklärt, es sei „im Interesse der nationalen Sicherheit und der Freiheit in der Welt“ eine „absolute Notwendigkeit“, Grönland zu besitzen und zu kontrollieren.

Die russische Regierung verfolgt laut eigener Aussage die Drohungen des künftigen US-Präsidenten Donald Trump in Bezug auf Grönland genau. „Wir verfolgen diese ziemlich dramatische Entwicklung der Situation sehr genau“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. „Gott sei Dank“ handele es sich bisher nur um „Ankündigungen“.

Trump: Grönland sollte zu USA gehören - Sohn reist hin
Trump erhebt Anspruch auf Grönland. (Archivbild) © Alex Brandon/AP/dpa

Russland bekräftigt Arktis-Interesse und schlägt Referendum in Grönland vor

Die Arktis sei für Russland ein Gebiet von nationalem Interesse, betonte Peskow: „Wir sind dort präsent und werden es weiterhin sein.“ Der Kremlsprecher schlug vor, die Bevölkerung Grönlands dazu zu befragen, zu welchem Land sie gehören wolle und verwies auf die 2022 von Russland für annektiert erklärten Regionen in der Ostukraine, in der Moskau international kritisierte Referenden abgehalten hatte. Der Meinung der Grönländer solle derselbe „Respekt“ entgegengebracht werden, forderte er. Westliche Staaten und die Ukraine betrachten die Annexion der vier ukrainischen Regionen als illegal. 

Trump hatte am Dienstag seine Drohung bekräftigt, das rohstoffreiche Grönland zu annektieren, ein militärisches Vorgehen wollte er dabei nicht ausschließen. Er drohte Dänemark zudem, das Land mit hohen Zöllen zu belegen, sollte es die autonome dänische Region nicht aufgeben.

Kongressabgeordnete erklärt: Grönland-Erwerb für nationale Sicherheit der USA entscheidend

Der Kongressabgeordnete Mike Waltz, der in der kommenden Trump-Regierung zum Nationalen Sicherheitsberater ernannt werden soll, hat laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters nun die Beweggründe für den angestrebten Erwerb Grönlands dargelegt. Die Insel ist demnach von zentraler Bedeutung für die nationale Sicherheit der USA.

Er sagte: „Russland versucht, mit über 60 Eisbrechern, einige davon mit Atomantrieb, König der Arktis zu werden. Wir haben zwei, und einer hat gerade Feuer gefangen“. Waltz zufolge geht es um kritische Mineralien und um natürliche Ressourcen.

Besonders hob Waltz die wachsende Präsenz Chinas in der Arktis hervor: „Es geht darum, dass die Chinesen, während sich die Polkappen zurückziehen, jetzt Eisbrecher aussenden und auch dort vordringen. Es geht also um Öl und Gas. Es geht um unsere nationale Sicherheit.“

EU-Außenbeauftragte Kallas weist Trumps Drohungen gegen Grönland zurück

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat die Anschluss-Drohungen des künftigen US-Präsidenten gegen Grönland zurückgewiesen. „Wir müssen die territoriale Integrität und die Souveränität Grönlands respektieren“, sagte Kallas am Donnerstag in Brüssel. „Grönland ist ein Teil von Dänemark“, betonte die EU-Chefdiplomatin. 

Grönland war im 18. Jahrhundert von Dänemark kolonisiert worden und hat seit dem Jahr 1979 Autonomiestatus. Das Territorium ist reich an natürlichen Ressourcen. Dazu zählen Öl, Gas, Gold, Diamanten, Uran, Zink und Blei. Bei Trumps Überlegungen dürfte auch die strategische Lage der Insel eine Rolle spielen, auf der sich bereits ein US-Militärstützpunkt befindet. (dpa/jal)

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