Eine Million Rumänen wanderte nach Großbritannien aus, um dort zu arbeiten – jetzt suchen sie das Weite

Für Alexandra und Florin Stamate wurde das Leben in Bristol zunehmend zur Belastung: ständig Regen, steigende Kosten und der wachsende Druck, drei Kinder zu versorgen. Laut der "Daily Mail" waren die beiden 2015 für ein „besseres Leben“ nach Großbritannien ausgewandert, arbeiteten zunächst in einer Fleischerei, doch der Alltag wurde finanziell und emotional immer schwieriger. 

Vom teuren Stadtleben zum günstigen Hof

Auf einem kleinen Gemüsegarten in Bristol entdeckte das Paar die Landwirtschaft für sich – ein eigener Hof in UK war wegen hoher Grundstückspreise jedoch unerschwinglich. In Rumänien fanden sie schließlich nahe Apold im Kreis Mureș ein rund zwei Hektar großes Grundstück mit renovierungsbedürftigem Bauernhaus für etwa 6.500 Pfund (7.500 Euro) und begannen dort ein neues Leben als Selbstversorger.

Social-Media-Hof und Symbol einer Rückkehr-Welle

Heute halten sie Ziegen, Schweine, Hühner und Bienen, bauen Obst und Gemüse an, essen weitgehend aus eigener Produktion und verkaufen unter anderem Honig, Milch und Käse. Alexandra teilt ihr Landleben mit 355.000 Followern auf Facebook und vergleicht dort immer wieder ihren früheren Alltag in England mit der nun aus ihrer Sicht stabileren und bezahlbareren Existenz auf dem Land.

Die Geschichte der Familie steht stellvertretend für eine wachsende Zahl von Rumänen, die nach Jahren in Großbritannien in die Heimat zurückkehren. Gründe sind neben den hohen Lebenshaltungskosten im Vereinigten Königreich auch der Wunsch nach mehr Sicherheit, weniger Großstadtstress und die Chance, in Rumänien mit überschaubarem Budget ein eigenes Stück Land zu erwerben.

Fakten zu Rumänien

  • Lage und Größe: Rumänien liegt in Südosteuropa am Schwarzen Meer, grenzt an Ungarn, Serbien, Bulgarien, Ukraine und Moldau. Mit 238.397 km² ist es das neuntgrößte Land der EU.
  • Bevölkerung: Ca. 19 Millionen Einwohner (Stand 2025), Hauptstadt Bukarest mit rund zwei Millionen. Ethnische Zusammensetzung: 89 Prozent Rumänen, 6 Prozent Ungarn, 3 Prozent Roma sowie kleinere Minderheiten.
  • Sprache und Währung: Amtssprache ist Rumänisch (romanische Sprache). Seit 2007 EU-Mitglied, Währung ist der Leu (RON); Euro-Einführung geplant, aber noch nicht terminiert.
  • Wirtschaft: Schnell wachsendes EU-Land mit BIP-Wachstum von ca. 3–4 Prozent jährlich (2025). Stark in IT (Bukarest als „Silicon Valley Osteuropas“), Automobilzulieferung (Dacia/Renault) und Landwirtschaft. Durchschnittseinkommen liegt bei circa 1000 Euro netto.