Nach drei Jahren wurde die Renovierung im Inneren der Steigenkirche in Bad Tölz abgeschlossen. Am Sonntag kam Kardinal Reinhard Marx zu einem feierlichen Gottesdienst. Dabei weihte er auch die neue Kapelle.
Bad Tölz – Knapp drei Jahre lang wurde der Innenraum der Stiegenkirche auf dem Tölzer Kalvarienberg aufwendig saniert und restauriert (wir berichteten). Am Sonntag feierten die Gläubigen die Wiedereröffnung des Gotteshauses mit einem feierlichen Gottesdienst, zu dem auch Erzbischof Kardinal Reinhard Marx kam. Die Doppelkirche Heilig-Kreuz war voll besetzt, viele Menschen standen in den Seitengängen.
Stadtpfarrer Peter Demmelmair eröffnete den Festgottesdienst und richtete ein langes Dankwort an alle Beteiligten der Renovierungsmaßnahme. Besonders hob er dabei die gute Zusammenarbeit zwischen Architekt Holger Linß, den Vertretern des Ordinariats, sämtlichen Handwerkern sowie Kirchenpfleger Markus Huber und Mesner Heinz Bader hervor. Das Engagement könne man „gar nicht hoch genug anrechnen“. Die Restaurierung in dieser Kombination zu bewerkstelligen, sei für alle eine „fruchtbare Zeit“ gewesen, so Demmelmair.
Großer Andrang bei Eröffnungs-Gottesdienst
Anschließend eröffnete der Kardinal die Liturgie des Gottesdienstes. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, die Fastenzeit hier zu beginnen“, sagte er eingangs. „Der Kalvarienberg in Bad Tölz ist ein besonderer Ort.“ Marx dankte den Kirchensteuerzahlern, durch die die circa 2,5 Millionen Euro teure Maßnahme finanziell gestemmt werden konnte. In diesem Punkt wurde er auch kurz politisch: „Ich war erstaunt, dass die AfD in Sachsen-Anhalt heftig gegen die Kirchensteuer schimpft.“
In seiner Predigt, die Marx, wie er erklärte, aufgrund von Rückenproblemen im Sitzen hielt, ging der Kardinal auf den Zusammenhalt – auch in schweren Zeiten – und den Leidensweg Christi ein. „Gottes Treue geht so weit, dass er alles mit uns teilt, auch jeden Schmerz.“ Die Stiegenkirche, mit der Heiligen Stiege verdeutliche besonders, dass niemand in seinem Leiden alleine ist. „Selbst nicht in der Stunde des Todes.“
Sanierung als Investition in die Zukunft
Die frisch sanierte Kirche sei ein wichtiger Ort für die Zukunft von Bad Tölz. „Es ist ein Ort für eine lebendige christliche Gemeinschaft. Hier kann jeder Hoffnung und Liebe finden.“ Es sei also keine Investition in die Vergangenheit, sondern in die Gegenwart und Zukunft. „Ein Impuls, uns nicht von Jesus zu trennen, sondern an seiner Seite zu gehen.“
Im Anschluss an den Gottesdienst weihte der Kardinal noch die im Anbau neu errichtete „Glaube Liebe Hoffnung“-Opferlicht-Kapelle. In dem Raum, der zum Beten und Verweilen einladen soll, hängt wie berichtet ein großes neues Bild einer Knotenlöser-Madonna. Pfarrer Demmelmair sagte humor- und hoffnungsvoll: „Wenn alle Stricke reißen, haben wir immer noch die Knotenlöserin.“