Vier Stationen voller Zukunft beim ersten Campus Spaziergang in Garmisch-Partenkirchen

  1. Startseite
  2. Lokales
  3. Garmisch-Partenkirchen
  4. Kreisbote

Kommentare

Stellt sich den Fragen: Silvia Schwarzenberger (Pressesprecherin Markt Garmisch-Partenkirchen). © PHILIPP GUELLAND

Ein Spaziergang mit Schirm, Charme und viel Zukunft: Trotz Regens und grauem Himmel versammelten sich zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger, um beim ersten öffentlichen Rundgang zum Thema „Campus Garmisch-Partenkirchen“ einen lebendigen Einblick in ein zukunftsweisendes Projekt zu erhalten.

Garmisch-Partenkirchen - Der Campus, getragen vom Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V., der LongLeifGaPa gGmbH und dem Zentrum für Geriatronik der Technischen Universität München, vereint Forschung, Bildung und Pflege zu einem innovativen Gesamtkonzept. Der Rundgang führte die Teilnehmenden zu vier zentralen Stationen, an denen die engagierten Partner ihre bereits laufenden Projekte präsentierten:

Visionen werden Wirklichkeit

Projektleiter Maximilian Mayer und Architektin Ute Witzleb von der LongLeifGaPa gGmbH erläuterten anhand von Visualisierungen und Plänen, wie aus der Idee eines interdisziplinären Campus ein konkretes Bauvorhaben entsteht.

Die LongLeifGaPa gGmbH, eine 100-prozentige Tochter des Marktes Garmisch-Partenkirchen, wurde 2016 gegründet und setzt seitdem gezielt Mittel der Günter und Ingeborg Leifheit-Stiftung ein, um Lebensqualität im Alter, Pflegeausbildung und Altersforschung voranzubringen.

Technik trifft Menschlichkeit

Im Forschungszentrum Geriatronik der TU München begrüßte Assistenzroboter GARMI die Gäste. Seit 2018 entwickelt das Team hier robotische Lösungen, die älteren Menschen ein längeres selbstständiges Leben ermöglichen sollen. Ob telemedizinische Anwendungen, körperliche Assistenz oder soziale Interaktion – die gezeigten Technologien machten deutlich, wie nah Zukunft inzwischen ist.

Dr. Martina Kohlhuber, wissenschaftliche Leiterin am TUM Campus, freut sich auf das Ergebnis des laufenden Bewerbungsverfahrens für die erste ausgeschriebene Professur in der Geriatronik: „Ende des Jahres wissen wir, wer unsere Expertise in Sachen Assistenzrobotik für Alter und Pflege mit unserem Team und neuen Forschenden verstärkt. Damit gehen wir wieder einen entscheidenden Schritt in Richtung Campus für Garmisch-Partenkirchen und nutzen die geballte wissentschafltiche Kompetenz hier vor Ort.“

Bildung mit Haltung

An der im Herbst 2024 eröffneten Caritas Berufsfachschule in der Hindenburgstraße präsentierte Schulleiterin Susanne Hoffmann ein Ausbildungsmodell, das moderne Didaktik mit persönlicher Begleitung vereint.

Offene Lernräume, individuelle Förderung und die Vermittlung praktischer wie ethischer Kompetenz stehen im Mittelpunkt – für eine Pflege, die auch morgen begeistert. Susanne Hoffmann betont: „An unserer Schule ermöglichen wir eine flexible und individualisierte Lernumgebung. Weg vom Unterricht hin zum Lernen. Weg vom Wissensvermittler, hin zum Lernbegleiter. Mit unserem Konzept wollen wir alle Lernenden erreichen und der immer größer werdenden Heterogenität gerecht werden.“

Birgitta Greilinger, Projektleitung für den Aufbau des Bildungsbereichs, ergänzt: „Am Campus sind Forschung, Lehre, Pflege-Praxis und Bildung konzeptionell gemeinsam gedacht. Beim weiteren Aufbau befassen wir uns mit der Entwicklung neuer Bildungsangebote die Pflegebildung, Pflegepraxis und technische Entwicklung zusammenbringen.“

Soziale Innovation im Alltag

Geschäftsführer Viktor Wohlmannstetter stellte das breite Engagement der LongLeifGaPa gGmbH vor – von sozialen Wohnprojekten über die Förderung von Nachbarschaftshilfen bis zur aktiven Unterstützung altersbezogener Forschung. Das Zusammenspiel von Technik, Empathie und praktischer Anwendbarkeit ist dabei zentrales Leitmotiv. „Der Campus ist die perfekte Ergänzung zu unseren bisherigen LongLeif-Projekten: Wohnberatung, Leifheit ServiceZentrum und Leifheit ServiceWohnen! Wir sind überzeugt, dass wir einen langfristigen Mehrwert für Jung und Alt in Garmisch-Partenkirchen sowie der ganzen Region schaffen.“

Die Bürgermeisterin Elisabeth Koch betont, wie sehr ihr das Projekt am Herzen liegt: „Der Campus ist für mich eine echte Herzensangelegenheit. Hier wird nicht nur über Zukunft gesprochen – hier wird sie gemacht. Mit Verstand, mit Verantwortung, und vor allem mit dem Willen, das Leben vieler Menschen ganz konkret zu verbessern. Dass das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an diesem Projekt so groß ist, und sehr viele hier im Ort diesen Weg auch mit uns gehen möchten, ist ein starkes und sehr schönes Zeichen.“

Der Campus Garmisch-Partenkirchen zeigt bereits heute, was morgen möglich ist – durch das Zusammenwirken von Forschung, Bildung und sozialer Praxis. Mit jeder Idee, jedem Gespräch und jedem Schritt wächst ein Ort, an dem Zukunft gemeinsam gestaltet wird. Ein weiterer Spaziergang ist bereits in Planung, der Termin dazu wird rechtzeitig bekanntgegeben.

Mit dem Kreisbote-Newsletter täglich zum Feierabend oder mit der neuen „Kreisbote“-App immer aktuell über die wichtigsten Geschichten informiert.

Auch interessant

Kommentare