Wegen Bauarbeiten ist der Walchenweg bei Fall unklar gesperrt und viele Radfahrer stranden auf ihrer Tour durch das Isarwinkel.
Fall – Zurzeit stoßen Radfahrer an ihre Grenzen, wenn sie versuchen, von Fall in Richtung Walchenklamm zu fahren. Denn aufgrund von Bauarbeiten für den Glasfaser-Ausbau von Vodafone ist der Forstweg momentan gesperrt. Oder doch nicht? Laut Reinhard Breuel vom Hotel Jäger von Fall ist es teilweise verwirrend: „Nirgends finden sich klare Hinweisschilder, nicht einmal die Absperrung ist klar und eindeutig.“ Die in seinen Augen einzige, aber lebensgefährliche Alternative, ist es, auf der Bundesstraße in Richtung Achensee zu fahren.
Erst kürzlich strandete eine Familie mit kleinen Kindern bei ihm im Hotel und bat um Hilfe. Aufgrund des heftigen Auto- und Motorradverkehrs war die Straße keine Alternative. „Sie wollten eigentlich ein Taxi rufen, das hat aber den Transport von Fahrrädern abgelehnt“, berichtet Breuel. „Also haben wir das übernommen und der Familie geholfen.“
Sehr viele Radfahrer stranden zurzeit im „Jäger von Fall“ und erkundigen sich, wo man denn nun fahren dürfe. Denn der Weg auf der Südseite des Stausees gehört zu den beliebten Strecken München-Venedig. „Wir hatten auch eine riesige Fahrradshow für Händler, die wollten natürlich auch wissen, auf welchen Strecken man fahren darf.“
Radweg stellenweise ein „Krautacker“
Also habe er sich selbst ein Bild machen wollen, berichtet Breuel weiter. „Eine riskante Angelegenheit.“ Nach seinen Angaben wurde in der Mitte des Weges eine Leitung verlegt, aber der Weg sei nicht wieder glatt gemacht worden. „Man kann aber links und rechts fahren.“ An einem Bachbett, wo man normalerweise einfach das Rad durchschieben konnte, sei nun ein „richtiger Krautacker, wo Bagger und Raupen gefahren sind“. Dies sei nicht ungefährlich. Er verstehe nicht, warum der Weg nach den Arbeiten nicht wieder in Ordnung gebracht worden sei.
Auch Forstamt hatte Einschränkungen
Wie Robert Krebs vom Tölzer Forstbetrieb erklärt, handelt es sich um den sogenannten Walchenweg. Dieser wird vom Forst genutzt, sei aber auch ein überörtlicher Radweg. Warum ist überhaupt an dieser Stelle Glasfaser vorgesehen? Laut Krebs soll auf diesem Weg die Versorgung über die Landkreisgrenze hinweg bis nach Kreuth sichergestellt werden. Auch das Forstamt habe zuletzt auf die Nutzung des Walchenwegs verzichten müssen. Die Bauarbeiten seien aber fast abgeschlossen, der Weg soll anschließend von der Baufirma wieder instand gesetzt werden.
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Da die überregionale Radroute München-Venedig touristisch genutzt wird, ist auch das Landratsamt involviert. Wie Sprecherin Marlis Peischer auf Anfrage mitteilt, sei vergangenes Jahr an einigen Stellen in die Oberflächenverbesserung investiert worden. Auch wenn das Amt mit den Arbeiten von Vodafone und der Beschilderung nicht befasst sei, „schauen wir uns die derzeitige Situation aus aktuellem Anlass vor Ort an“.
Arbeiten dauern noch bis November
Laut Breuel ist auch die Glasfaser-Baustelle direkt vor der Tür des „Jäger von Fall“ noch nicht ganz fertig. Eine Asphaltschicht sei zwar aufgebracht, die oberste fehle aber. Hier habe ihm ein Mitarbeiter der Baufirma vor Ort gesagt, dass diese Deckschicht von einem anderen Unternehmen aufgetragen werde. Und darauf werde nun noch gewartet.
Aus der Vodafone-Pressestelle heißt es nur, dass es keine Neuigkeiten zur Glasfaser-Baustelle in Fall gebe. Wie berichtet sollen die Arbeiten noch bis November andauern.