Bundestagswahl als Abstimmung über zwei Themen: Merz könnte die AfD überflüssig machen

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Kurz vor der Bundestagswahl wird der Streit um Migration und AfD emotional. Sigmund Gottlieb glaubt an die Intelligenz der Wähler – und sieht Chancen.

Der renommierte Journalist und langjährige Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks, Sigmund Gottlieb, kommentiert für IPPEN.MEDIA mit scharfem Blick wöchentlich in seiner Kolumne „Gottlieb direkt“ aktuelle Themen. Diesmal geht es um die Perspektiven nach der Bundestagswahl.

Zehn Tage vor der Wahl geht es um den finalen Befreiungsakt der Wählerinnen und Wähler von Wahlslogans, Kanzlerduellen und Demoskopen-Terror im Minutentakt. All das macht ratlos oder führt zu absurden Entscheidungen.

Friedrich Merz könnte nach der Bundestagswahl Kanzler werden – Kolumnist Sigmund Gottlieb sieht darin große Chancen. © Sebastian Bach/imago

Es geht jetzt um die Rückbesinnung der Wähler auf Vertrauen und Vernunft. Diese sind die Grundlage, um politische Verantwortung in die richtigen Hände zu legen. Abgestimmt wird über zwei Schlüsselprobleme, unter denen Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern Europas in besonderer Weise leidet: die miserable Lage der Wirtschaft sowie das ungelöste Flüchtlingsproblem.

Merz erntet Kritik – Wähler vor der Bundestagswahl nicht unterschätzen

Letzteres hat Friedrich Merz zu seiner Sache gemacht, wofür er sich heftigster Kritik ausgesetzt sah. Wegen angeblicher Nähe zur AfD hielten es auch die Kirchen für geboten, den Unionsmann zu verdammen.

► Sigmund Gottlieb ist einer der renommiertesten und erfahrensten Journalisten Deutschlands. Er war von 1995 bis 2017 Chefredakteur und von 2001 bis 2014 dazu stellvertretender Fernsehdirektor beim Bayerischen Rundfunk.

► Gottlieb moderierte die „Münchner Runde“ sowie aktuelle Brennpunkt-Sendungen im Ersten und war einer der präsentesten Kommentatoren in den „Tagesthemen“ der ARD.

► Für seine Arbeit erhielt Gottlieb mehrere Auszeichnungen, darunter den Bayerischen Fernsehpreis für die Berichterstattung über den Kosovo-Krieg. Seit 2005 ist er Honorarprofessor für Journalismus an der Hochschule Amberg-Weiden. Und er ist im Universitäts- und Stiftungsrat der Universität Passau tätig sowie Ehrensenator dieser Hochschule.

Man sollte angesichts einer solchen Emotionalisierung des Themas jedoch die Intelligenz der Wahlbürger nicht unterschätzen. Haben Sie doch erkannt, dass eine schnelle Lösung des Migrationsproblems die AfD überflüssig macht.

Bundestagswahl auch Abstimmung über Migration: Schluss mit AfD-Protestwahl

Wenn nämlich die Parteien der Mitte unter Führung der Union das Flüchtlingsproblem ebenso konsequent lösen wie die Wirtschaftsmisere, muss man sein Kreuz nicht mehr bei einer Protestdeponie machen, die nun wirklich keine Alternative für Deutschland ist.

Einzige große Unbekannte in dieser Wahlrechnung der Vernunft ist der Koalitionspartner, mit dem sich diese Probleme lösen lassen. Aber dies gehört in die Abteilung Vertrauensvorschuss.

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