Gesund altern mit Aussicht: Tegernseer Gesundheitsresidenz startet mit Verzögerung

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Ganzheitliche Medizin liegt Dr. Giselind Dohr am Herzen. Das Gesundheitszentrum Medvital in Tegernsee hat gerade eröffnet und bietet ein breites Behandlungsspektrum. © THOMAS PLETTENBERG

Über den Klinikbau an der Perronstraße ist viel diskutiert worden. Mit etwas Verspätung hat die Gesundheitsresidenz Tegernsee eröffnet. Auf dem Gelände laufen noch Bauarbeiten, aber die ersten Gäste und Patienten sind schon da. Alles dreht sich um „Longevity“. Heißt: ums gesunde Altern.

Neues Zentrum mit altem Konflikt

Einzigartig in Europa sei sein Konzept, sagt Gründer und Eigentümer Klaus Dieter Burkhart, 69 Jahre alt und voller Energie. Neben ihm sein Sohn Tobias, 28, der im Familienunternehmen bereits seinen Platz hat. Was dessen Bruder, fünf Jahre, mal vorhabe, müsse man abwarten, sagt der Papa, der selbst als Beispiel für das dienen könnte, worum es ihm geht: gesund Altern. An Ruhestand denkt er noch nicht.

Baustelle neben Klinikbetrieb

Im Gegenteil: Eben hat Burkhart das Zentrum Medvital eröffnet, die Gesundheitsresidenz Tegernsee. Im Tegernseer Stadtrat war der Klinikbau an der Perronstraße umstritten, um Größe und Gestaltung wurde gerungen, auch das medizinische Konzept warf Fragen auf. Jetzt stehen die beiden Häuser, die Burkhart für sein Gesundheitszentrum braucht. Das dritte Gebäude, ein Mitarbeiterhaus mit 48 Personalwohnungen, wird gerade erst hochgezogen und soll im September unter Dach kommen.

„Wer vorbeifährt, sieht eine Baustelle“, weiß Tobias Burkhart. Dabei hat die Privatpraxis bereits im Mai eröffnet, Anfang Juli sind die ersten Kurgäste eingezogen. Inzwischen sind auch Yogakurse für jedermann buchbar, sehr gefragt ist die Physiotherapie. Das Team besteht aus über 40 Mitarbeitern.

Familiensache: Sohn Tobias Burkhart trägt im Unternehmen seines Vaters Klaus Dieter Burkhart bereits Verantwortung.
Familiensache: Sohn Tobias Burkhart trägt im Unternehmen seines Vaters Klaus Dieter Burkhart bereits Verantwortung. © THOMAS PLETTENBERG

Im neuen Personalhaus werden nur etwa fünf Wohnungen von Medvital-Angestellte belegt sein. Aber alle 48 dienen der Unterbringung von Hotel- und Klinik-Mitarbeitern, so ist es festgelegt. Der Bedarf im Tegernseer Tal sei riesig, berichtet der Seniorchef: „Da hätte ich noch mal so viele Wohnungen bauen können.“

Die Crux: Die Außenanlagen und auch das überdachte Schwimmbad können die Burkharts erst fertigstellen, wenn das Personalhaus fertig ist. Das beeinträchtigt aktuell die Aussicht von der Terrasse mit Blick auf den Tegernsee etwas, aber nicht den Betrieb in den edel ausgestatteten Klinikräumen.

Kurgäste, Tagespatienten und Dauer-Residenten

Der fußt auf drei Säulen: Tagespatienten, Kurgäste und sogenannte Residenten. Für die beiden Letztgenannten stehen 64 Appartements zur Verfügung. Gebucht werden können die fein ausgestatteten Unterkünfte nur in Kombination mit einem medizinischen Paket. Während die Kurgäste ein bis drei Wochen bleiben, können sich Residenten bis zum Ende ihres Lebens dort einrichten, was allerdings nur für sehr gut Betuchte infrage kommt. Der Anteil von Residenten und Kurgästen solle sich ungefähr die Waage halten, erklärt Burkhart: „Aber das muss sich einspielen.“ Bereits jetzt zeige sich eine hohe Nachfrage bei den Kuraufenthalten.

Ganzheitlich und gemeisam

Das Besondere, erklärt Ärztin Dr. Giselind Dohr, sei die Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen, von Medizinern, Physiotherapeuten, Ernährungsberatern und anderen. „Wir verbinden die Schulmedizin mit all den anderen Verfahren, die in der Komplementärmedizin zum Tragen kommen.“ Labordiagnostik, Ozontherapie, Kältetherapie, Colon-Hydrotherapie, Infusionsprogramme, dazu physikalische Therapien, Bewegungsprogramme, Ernährungsplanung, Massage und Kosmetik – die Palette ist bunt. „Es wird alles ganzheitlich betrachtet“, sagt Dohr. Longevity sei gerade bei jungen Menschen aktuell. „Mit Anfang 30, wenn sie die Stressbelastung merken, kommen sie zu uns und wollen präventiv etwas tun.“

Es ist ein Angebot für Privatpatienten und Selbstzahler. Gesetzliche Kassen übernehmen die Behandlungskosten nicht. Das Konzept ist verzahnt mit dem Zentrum für Zelltherapie, das die Familie Burkhart in Bad Tölz führt. „Wir haben uns breit aufgestellt“, erklärt Klaus Dieter Burkhart. Nahrungsergänzungsmittel etwa würden nicht zugekauft, sondern selbst hergestellt.

Öffnung nach außen geplant

Das Haus, sagt Residenzberaterin Isabelle Strikos, wolle sich bei aller Exklusivität nicht abschotten, sondern nach außen öffnen. Kuren etwa seien für Bewohner des Tegernseer Tals auch ambulant möglich, die Angebote über die Homepage buchbar. Und wer gerne zum Yoga kommen wolle: Es gebe auch einen krankenkassentauglichen Kurs.

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