Hirschberghaus in Kreuth hat eine Zukunft – Sanierung läuft bereits

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Es tut sich etwas am Hirschberghaus in Kreuth. Die neue Erbbaurechtsnehmerin hat mit der Sanierung begonnen. © Klaus Wiendl

Das Hirschberghaus in Kreuth steuert einer neuen Zukunft entgegen. Die Gemeinde hat sich mit der neuen Errbaurechtsnehmerin geeinigt. An der Gaststätte selbst hat die Sanierung begonnen.

Kreuth - Seit September ist das Traditionshaus am Hirschberg geschlossen. Nun hat der Gemeinderat Kreuth mit der neuen Erbbaurechtsnehmerin ein Übereinkommen erzielt. Die Eröffnung soll allerdings erst in einem Jahr sein: Zuvor ist eine umfangreiche Sanierung erforderlich.

Hirschberghaus wird zu neuem Leben erweckt

Wer derzeit zum Hirschberghaus wandert, bemerkt, dass sich etwas tut auf 1511 Metern Höhe. Berge von herausgerissenen Brettern und Fensterrahmen türmen sich auf der Terrasse. „Wir sind seit Wochen immer an den Wochenenden damit beschäftigt, das Haus wieder zu neuem Leben zu erwecken“, sagt Susanne Dillis aus Bad Wörishofen.

Erbbaurechtsverhältnis wird mit Tochter weitergeführt

Dillis ist die neue Erbbaurechtsnehmerin, mit der der Kreuther Gemeinderat vergangene Woche in nichtöffentlicher Sitzung handelseinig wurde. Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) erklärt dazu auf Anfrage: „Frau Dillis, die Tochter der bisherigen Erbbaurechtsnehmerin Christiane Goos, hat ihr Sanierungskonzept vorgestellt.“ Daraufhin habe das Gremium entschieden, „mit Frau Dillis das Erbbaurechtsverhältnis weiterzuführen und den Erbbaurechtsvertrag entsprechend zu verlängern, damit die im Haus notwendigen Investitionen sich in den nächsten Monaten auch amortisieren können“.

Laufzeit von Erbbaurechtsvertrag wurde verlängert

Ursprünglich hatte der Erbbaurechtsvertrag nur eine Laufzeit bis 2031. Da aber der bisherige Pächter seinen Vertrag nach 25 Jahren zum 1. September 2024 kündigte, stand Christiane Goos vor einem Dilemma. Denn eine komplette Sanierung lohne sich nicht für die Restlaufzeit von sieben Jahren, argumentierte sie. „Für diese kurze Spanne bekomme ich auch keinen neuen Pächter“, so die Argumentation damals. Hier müsse die Gemeinde schon eine Verlängerung des Erbbaurechtsvertrags um 30 Jahre anbieten. Mit ihrer Tochter Susanne Dillis wurde nun die Einigung auf der Grundlage eines Sanierungskonzepts erzielt. Zu klären seien noch Details des Vertrags. „Aber die Zusage für die Vertragsverlängerung gibt es. Denn wir investieren dort oben eine ordentliche sechsstellige Summe“, erklärt Dillis.

Kein „Schickimicki“, sondern bodenständige Gastronomie

Ihr ist der Fortbestand „eine Herzensangelegenheit“. Denn ihr Opa, Sepp Linsinger aus Bad Wiessee, habe das Hirschberghaus mit „viel Engagement“ nach einem Brand vor über 60 Jahren wieder aufgebaut. „Ich möchte es so weiterführen, wie auch er das mit den Zimmern und guter Küche gemacht hat.“ Es solle kein „Schickimicki“ dort oben geben, vielmehr solle die Gastronomie bodenständig bleiben. „Wahnsinnige Unterstützung“ bekomme sie auch von den Buben des Trachtenvereins d‘Hirschbergler. Mit ihnen zusammen habe sie auch das Johannifeuer organisiert. Ihr sei es wichtig, „dass die Einheimischen wieder mit Freude hochgehen“, sagt sie über das beliebte Wanderziel.

Hirschberghaus: Zimmer mit kaltem und warmem Wasser

„Anfang August geben wir dort oben Vollgas, denn es stehen noch etliche Gewerke an“, fügt Dillis hinzu. Das Haus werde komplett energetisch mit einer Photovoltaik-Anlage erneuert. Neue Böden hätten die Zimmer bereits. Dillis kommt zugute, dass ihr Mann Peter vom Fach ist. Er ist Schreiner, beide betreiben sie ein Küchenstudio. Für sie sei das Hirschberghaus etwas Besonderes in den Bergen, denn es biete in jedem der Einzelzimmer kaltes und warmes Wasser. „Das ist für mich schon Luxus da oben.“ Auch deshalb, „weil der vorherige Pächter keine Übernachtungen“ angeboten habe. „Dass das wieder läuft, ist mir auch als Einnahmequelle wichtig.“

Pächter werden weiterhin gesucht

Einen Pächter sucht Dillis aber noch. Am liebsten wäre ihr ein Ehepaar, dem man im sanierten Domizil auch eine „neue Wohnung“ bieten könne. „Der Mann sollte handwerklich begabt sein und die Frau etwas von der Küche verstehen. Es kann aber auch umgekehrt sein.“

Wanderer, die eine Einkehrmöglichkeit auf dem Hirschberg ansteuern möchten, müssen sich allerdings noch gedulden, dämpft Dillis die Erwartungen: „Eine Eröffnung wird wohl erst Mitte 2026 erfolgen. Aber je früher, desto besser.“  

kw

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